Zanardi über das DTM-Auto: «Das ist kein Tourenwagen»

Von Andreas Reiners
DTM
Alex Zanardi

Alex Zanardi

Alex Zanardi ist in seiner Karriere schon eine Menge Autos gefahren, er kann also ganz gut vergleichen. Wo steht da das DTM-Auto, das er beim siebten Rennwochenende in Misano fahren durfte?

Alex Zanardi saß im Laufe seiner Karriere schon in zahlreichen Rennautos. Zuletzt absolvierte er dann auch erstmals Rennen in einem DTM-Boliden. In Misano war er als Gaststarter dabei und sorgte (mit ein wenig Glück) am Sonnatg mit Platz fünf für ein sensationelles Resultat.

Vor dem Rennwochenende absolvierte er Testfahrten in dem BMW M4 DTM, drehte fast 300 Runden. Er kann inzwischen also sehr gut beurteilen, wie sich ein DTM-Bolide bewegen lässt, wie er sich anfühlt.

In Misano erklärte der 51-Jährige: «Das Auto hat nichts von einem Tourenwagen, nur wenn man es in der Box stehen sieht. In Wirklichkeit ist das nur ein Kleid, es ist ein echtes Rennauto. Und so performt es auch.»

Das DTM-Auto habe ihn beim Test in Vallelunga sofort an einen Single-Seater erinnert, so Zanardi: «Mehr an ein IndyCar als an ein Formel-1-Auto, das ein eher leichtes und wegen des geringen Gewichts auch ein nervöses Auto ist. Das IndyCar ist auch ein schweres Auto mit viel Power und viel Downforce. Da muss man die Muskeln sehr einsetzen.»

In der DTM sei es ein bisschen ähnlich, sagte Zanardi, und er setzte eine Menge Muskelkraft ein. Insgesamt drehte er in den drei Trainingssessions, zwei Qualifyings und zwei Rennen 129 Runden. Umgerechnet sind das über das gesamte Wochenende 546 Kilometer. Für den DTM-Gaststart und auch seinen Start in Daytona 2019 wurde ein neues System entwickelt. Er fuhr in Misano erstmals ohne Beinprothesen und bremste mit den Händen. Während des Wochenendes konnte man bei Onboard-Aufnahmen einen schönen Blick in das Cockpit des Italieners erhaschen und sehen, wie aufwändig und auch kompliziert das System ist, mit dem er den Boliden bewegt.

2117 Bremsvorgänge absolvierte er am Wochenende. Was 102.652 Kilogramm an aufgewandter Bremskraft entspricht beziehungsweise im Schnitt 48 Kilogramm pro Bremsvorgang.

«Es macht sehr viel Spaß, es zu fahren. Zu gewissen Teilen fehlt ein bisschen Power im DTM-Auto im Vergleich zur Downforce, die man hat. Es fühlt sich unterpowert an, wenn man sich den Grip ansieht, den man hat oder die Performance der Bremsen», so Zanardi, der meint: «Es bräuchte wohl 200 PS mehr, und man kann es dann trotzdem immer noch händeln. Aber in diese Richtung geht die DTM ja auch. Es fühlt sich aber schon jetzt an wie eine echte Rennmaschine.» Tatsächlich leisten die DTM-Autos aktuell rund 500 PS, 2019 werden es mit den neuen Autos rund 620 PS sein.

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