DTM-Kalender 2019: Rückkehr an die Geburtsstätte

Von Andreas Reiners
DTM
Die DTM kehrt nach Zolder zurück (im Bild 2002)

Die DTM kehrt nach Zolder zurück (im Bild 2002)

Es ist der 11. März 1984, Zolder, Belgien: 70 Kilometer nordwestlich von Aachen beginnt eine neue Ära im Motorsport. Beim traditionsreichen Bergischen Löwen stehen 24 Tourenwagen verschiedenster Größen am Start.

Es ist das erste Rennen der neu geschaffenen Deutschen Produktionswagen-Meisterschaft, aus der zwei Jahre später die DTM hervorgehen wird.

Noch im Laufe der ersten Saison wuchs das Starterfeld auf 40 Autos und 16 verschiedene Typen an. Im Alfa Romeo GTV6, den BMW-Modellen 323i und 635 CSi, dem Chevrolet Camaro, dem Ford Mustang, dem Rover Vitesse und dem Volvo 240 Turbo gab es gleich sieben Tourenwagen, die Siege holten.

2019 taucht die DTM in ihre eigene Geschichte, kehrt durcaus etwas überraschend an den Ort der Geburt zurück: Vom 17. bis 19. Mai steigt in Zolder das zweite Rennwochenende der neuen Saison.

Was die DTM dort erwartet? «Es ist eine klassische, anspruchsvolle Rennstrecke, die vor allem den Fahrern gut gefallen wird», glaubt Audis Motorsportchef Dieter Gass.

«Zolder ist eine der Traditionsstrecken der DTM, dort wurde schon in den 1980er Jahren gefahren. Es ist keine supermoderne Rennstrecke, aber der Veranstalter ist sehr engagiert. Wir kehren sozusagen an unsere Geburtsstätte zurück. Und durch die Nähe zu Deutschland und Holland hat Zolder ein interessantes Einzugsgebiet. Lassen wir uns überraschen!», sagte DTM-Chef Gerhard Berger.

Fun Fact: Der Österreicher fuhr dort 1985 in einem BMW 635 CSi von Schnitzer sein einziges DTM-Rennen.

Auch Assen ist 2019 im Kalender, dort fährt die DTM vom 19. bis 21. Juli. Neuland für die Tourenwagenserie und ihre Beteiligten. «Assen ist für alle ein komplett weißes Blatt Papier und in der Vergangenheit vor allem als Motorrad-Rennstrecke bekannt. Ich war selbst noch nie da», so Gass.

Berger: «Assen ist eine hochmoderne Strecke, auf der auch die MotoGP fährt. Auch dort hat die ITR einen sehr engagierten und motivierten Veranstalter vorgefunden.»

Auch Gass war bereits in Zolder unterwegs. Er hat dann auch sofort eine Anekdote parat. 1991 gab es im Rahmen des Renault-Markenpokals sogenannte «Internationen-Rennen». Vor dem Lauf in Zolder fand ein Rennen in Monaco statt.

«Das Monaco-Rennen war ein ziemliches Crash-Festival, bei dem ich bereits im Freien Training im Tunnel abgeflogen bin und mein Auto nachhaltig zerstörte. Nach notdürftiger Reparatur konnte ich noch den siebten Platz im Gesamtergebnis erreichen. Die Analyse nach dem Monaco-Rennen ergab jedoch, dass das Auto faktisch ein Totalschaden war. Zeit für einen Neuaufbau vor Zolder gab es natürlich nicht und auch nicht das Geld dafür. Also holte ich mir von Renault eine Sondergenehmigung, mit ramponiertem Auto fahren zu dürfen», erinnert sich Gass.

In Zolder fuhr er mit dem Auto die «wahrscheinlich deutlichste Pole Position meiner Karriere ein. Im Rennen lag ich nach der Hälfte der ersten Runde in Führung. Ausgang der drittletzten Kurve schaute ich in den Rückspiegel. Ich wollte prüfen, ob ich etwas Vorsprung hatte. In diesem Moment wurde ich ganz leicht nach außen getragen und das linke Vorderrad rutschte außen über den Curb. Dabei schlug ich mir auf der Kante die Felge kaputt, was natürlich zum sofortigen Ausfall führte – schade, aber trotzdem irgendwie ein Highlight.»



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