Dovizioso: Erst der Mega-Schreck, dann der Spaß

Von Andreas Reiners
DTM

Andrea Dovizioso (33) absolvierte in Misano Testfahrten im Hinblick auf seinen Gaststart an gleicher Stelle am 8./9. Juni. SPEEDWEEK.com hat dem Ducati-Star über die Schulter geschaut.

Andrea Dovizioso hört wie gebannt zu. Interessiert. Konzentriert und fokussiert. Immer wieder gestikuliert er. Lacht zwischendurch. Erklärt und erläutert seine Eindrücke, Probleme. Eindringlich, denn es sind immer wieder neue Themen, die aufkommen. Er steckt immer wieder mit Mattias Ekström die Köpfe zusammen, sucht den Rat der DTM-Legende, die Meinung des zweimaligen Meisters.

Der Schwede ist der Coach, der Referenzfahrer für den MotoGP-Superstar, der sich in Misano zwei Tage lang auf seinen Einsatz beim dritten Rennwochenende an gleicher Stelle (7. – 9. Juni, live in Sat.1) vorbereitet. Dann ist der Vizeweltmeister für das Kundenteam WRT als Ersatz für Pietro Fittipaldi als Gaststarter dabei.

SPEEDWEEK.com ist vor Ort dabei, schaut dem Italiener bei seinem Rennstreckendebüt im DTM-Auto, das gleichzeitig auch seine Generalprobe ist, über die Schulter. Vorher saß er lediglich im Simulator und drehte bei Audi in Neuburg einige Runden.

Ekström zu SPEEDWEEK.com: «Wenn man bedenkt, dass er noch nie so etwas gemacht hat, hat er keinen Fuß falsch gesetzt. Er ist ein extrem guter Schüler, hört gut zu und lernt schnell, ist dazu extrem ehrgeizig», lobte Ekström: «Dadurch ist es relativ einfach. Je mehr man ihm gibt, desto mehr setzt er um, weshalb die Schritte deutlich zu erkennen sind.»

Immerhin war es für den Ducati-Werksfahrer Dovizioso in Misano der erste echte Härtetest. Und was für einer.

Denn der 22-fache Motorrad-GP-Sieger Dovizioso bekam auf seinen ersten Runden, gleich zu Beginn der Tests, einen gehörigen Schrecken, wie er verriet. Die Power, dazu der Abtrieb. Für ihn komplett ungewohnt. «Ich habe mich echt erschrocken. Ich hatte nicht erwartet, das zu fühlen. Ich hatte in dem Moment die Kontrolle nicht, und dann erschrickst du dich», sagte er, gab zu dass es schwierig gewesen sei. Zehn Sekunden langsamer war er als im weiteren Verlauf der Testtage. «Ich wusste, dass ich die schnelle Kurven Vollgas nehmen kann. Als ich im Auto saß, dachte ich: ‚Nein, das geht auf keinen Fall.‘ Es hat sechs Runden lang gedauert, bis ich es geschafft habe.»

«Ich habe mich echt erschrocken. Ich hatte nicht erwartet, das zu fühlen. Ich hatte in dem Moment die Kontrolle nicht, und dann erschrickst du dich», sagte er, gab zu dass es schwierig gewesen sei. Zehn Sekunden langsamer war er als im weiteren Verlauf der zwei Testtage am Mittwoch und Donnerstag. «Ich wusste, dass ich die schnelle Kurven Vollgas nehmen kann. Als ich im Auto saß, dachte ich: ‚Nein, das geht auf keinen Fall.‘ Es hat sechs Runden lang gedauert, bis ich es geschafft habe. Doch dann kam sehr schnell der Spaß, wurde es immer einfacher. Ich wollte so viele Runden wie möglich drehen. 183 Runden waren es am Ende.»

Denn zwischendurch geht immer wieder alles ganz schnell. Die Mechaniker machen den Audi RS 5 DTM fertig. Zackzack. Reifen drauf, dann die Motorhaube, der Fahrer rein, die Türen zu. Der nächste Stint.

Immer wieder geht Dovizioso für fünf, sechs Runden auf die Strecke, kehrt zurück. Qualifying-Simulationen. Dann die nächste Lagebesprechung. Datenvergleich mit Ekström, der laut Reglement pro Tag zehn Runden fahren darf: Bremspunkte, Lenkwinkel, Kurvengeschwindigkeiten. Was ist schon gut, wo ist Verbesserungsbedarf, wo liegen Probleme, wo die Ansätze?
Das Interesse aus dem Dovizioso-Lager ist groß. Der Papa ist da, die Freundin, der Teammanager, der Renningenieur, sein PR-Mann, dazu auch Paolo Ciabatti, der Ducati-Sportdirektor.

Eine längere Pause gibt es, als für Dovizioso die Pedalerie angepasst wird. Am ersten Tag musste zum Beispiel auch der Sitz nochmals angepasst werden. Ganz am Ende versammelte sich die Audi-Mannschaft vor der Box, Ekström sprach ein paar Worte, Dovizioso bedankte sich: «Ihr habt alles dafür getan, um mir zu helfen, um das Rennwochenende so gut es geht zu simulieren.» Ekström unkte bereits: «Er wird heute sehr gut schlafen.»

Das wird er wohl, denn Dovizioso gab zu: «Ich bin wirklich müde. Aber glücklich. Denn mit der Hilfe von Mattias und dem ganzen Team hier vor Ort konnte ich viele Runden absolvieren, um hoffentlich dann am Rennwochenende mit dem Feld mithalten zu können.»

Schließlich hat der MotoGP-Vizeweltmeister von 2017 und 2018 gut zugehört.

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