René Rast: Audi-Ablehnung hat ihn stärker gemacht

Von Andreas Reiners
DTM
René Rast scheiterte früher mehrmals bei Sichtungslehrgängen

René Rast scheiterte früher mehrmals bei Sichtungslehrgängen

Mehrmals hat René Rast den Sprung in die DTM bei Sichtungslehrgängen verpasst. Für den 32-Jährigen ist deshalb heute auch eine Menge Genugttung dabei.

Besser spät als nie passt bei René Rast ganz gut. Denn eigentlich war es schon immer ein Traum des heute 32-Jährigen in der DTM fahren zu können. Er schaffte es jahrelang mit den Porsche-Markenpokalen nur in das Rahmenprogramm.

Ein Stammcockpit gab es für ihn trotz der jahrelangen Erfolge aber keines. Auch, weil Rast es immer dann nicht hinbekam, wenn es zählte: bei den Sichtungslehrgängen.

Ex-Audi-Pilot Timo Scheider hat Rast bei Sichtungslehrgängen erlebt und ihn beobachten können, wie er in seiner Kolumne auf ran.de verriet.

«Da war er im Vergleich zu den meisten anderen Fahrern immer deutlich zu langsam. Es war enttäuschend: Er hatte das Auftreten, dass er der Beste sei, hat es aber nie hinbekommen», so Scheider, der von 2000 bis 2016 für Opel und Audi 181 Rennen in der DTM bestritt. Seit 2018 ist er TV-Experte bei Sat.1.

Dass Rast bei den Lehrgängen unter dem Radar blieb, wurde vor allem nach seinem Titelgewinn als Rookie 2017 thematisiert. Rast übte dabei auch eine Menge Selbstkritik, allerdings fiel auch bei Audi sehr spät erst der Groschen, was für ein Talent da eigentlich im Auto sitzt.

Das Problem war: Bei den Lehrgängen müssen die Fahrer von jetzt auf gleich liefern. Rast ist aber einer, der sich erst intensiv mit der Materie auseinandersetzt, dann aber ein besonderes Level erreicht, wie er seit 2017 in der DTM eindrucksvoll beweist.

Er würde sich deshalb auch nicht als Naturtalent bezeichnen. «Wenn man mich in ein Auto setzen würde, das ich nicht kenne und zehn andere Fahrer auch, glaube ich nicht, dass ich der Schnellste wäre. Weil ich mich nicht in ein Auto setze, mich wohlfühle und weiß, was ich zu tun habe. Ich muss mir das erarbeiten. Ich brauche einen Fahrplan», sagte er.

Aber: «Wenn ich einen Fahrplan habe, bin ich fast unschlagbar. Vielleicht ist das ein Talent. Aber es gibt Fahrer, die sofort eine schnelle Runde raushauen. Die fahren nach Gefühl. Und dann gibt es Fahrer wie mich, die setzen sich bis zum Erbrechen im Detail damit auseinander. Und verstehen, warum sie schnell sind und können es deshalb immer wiederholen und auf andere Strecken übertragen.»

Wie viel Genugtuung ist denn dabei?

«Es war hart. Ich habe mich oft gefragt, was ich falsch gemacht habe, dass ich mich nicht zeigen durfte. Durch Titelgewinne habe ich gezeigt, dass ich das Zeug dazu habe. Aber jedes Jahr zu hören, dass man mich nicht braucht, war hart», gibt Rast bei Auto Bild Motorsport zu, dass Genugtuung dabei ist.

Er sagt aber auch: «Das hat mich stärker gemacht. Vielleicht war es deshalb gar nicht so schlecht.»

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