Rowe-Team: Darum ist die GT3-Lösung interessant

Von Andreas Reiners
DTM
Teamchef Hans-Peter Naundorf

Teamchef Hans-Peter Naundorf

DTM-Chef Gerhard Berger arbeitet weiterhin an der Zukunft der DTM. Sollte es mit GT3-Autos weitergehen, gibt es bereits erste Interessenten.

Rowe galt bereits in der Vergangenheit als Kandidat für die DTM, das Privatteam hatte Ambitionen, 2019 als Kundenteam einzusteigen. «Wir hatten Partner gefunden, die sich da mit uns engagieren wollten. Am Ende hatte es sich nicht ergeben», sagte Teamchef Hans-Peter Naundorf.

Es sind vor allem die Kosten, die Teams abschrecken, denn auch wenn die DTM die Kosten gesenkt hat, muss man als Privatteam für zwei Autos immer noch zwischen fünf und sechs Millionen Euro pro Saison aufbringen. Eine Summe, die nicht einfach zu stemmen ist, vor allem nicht in Zeiten der Coronakrise.

Nach dem angekündigten Audi-Ausstieg ist die Zukunft der DTM bekanntlich offen. Eine Variante: Eine Fortsetzung mit GT3-Autos. Denn die Option wäre deutlich günstiger, die Rede ist von rund 700.000 Euro für ein Auto. Berger hatte aber bereits betont, keine GT-Masters-Kopie zu wollen, die DTM soll eine Profiserie bleiben.

«Sollte die Plattform DTM mit aktuellen GT3-Fahrzeugen weiter bestehen bleiben, wäre das natürlich für uns sehr interessant», erklärt Naundorf, der von 2000 bis 2010 beim Persson-Team war und die Serie daher kennt. 2011 gründete er ein eigenes GT-Team.

«Die DTM hat immer noch eine große Strahlkraft sowohl bei den Fans als auch bei den Sponsoren. Für den deutschen Motorsport wäre es wichtig, diese Plattform zu erhalten, auch um den Unterbau für den Nachwuchs zu sichern», sagte Naundorf.

Kontakte zu Berger oder der ITR gibt es noch keine. «Wir haben bei uns im Team entsprechende Fahrzeuge, die einsatzfähig wären, und auch viele Teammitglieder, die bereits DTM-Erfahrung haben. Außerdem verfügen wir über Partner, die sich für einen DTM-Einsatz begeistern könnten. Wir sind offen für Gespräche, denn wenn es im nächsten Jahr eine DTM mit GT3-Fahrzeugen geben sollte, dann würden wir das schon gerne machen.»

Naundorf geht davon aus, dass es den Fans relativ egal sein wird, welche Autos da am Ende auf der Strecke unterwegs sind. Mit GT3-Autos hätte man eine große Markenvielfalt und eine unterschiedliche Performance.

Die aktuellen Class-1-Autos von Audi und BMW sind praktisch auf einem Niveau. «Wenn ich aber einen Audi, einen Mercedes, einen Porsche, einen BMW und andere habe, dann ist jedes Fahrzeug anders konzipiert - und hat an unterschiedlichen Stellen der Strecke Vor- und Nachteile. Klar kann dadurch passieren, dass ein Auto auf einer Strecke besser funktioniert als das andere - trotz BoP. Das muss man aber akzeptieren», sagte Naundorf bei Motorsport.com.

Deswegen müsse die Balance of Performance auf die gesamte Saison für Ausgeglichenheit sorgen, so Naundorf: «Das funktioniert heute schon sehr gut. Die unterschiedlichen Stärken und Schwächen sorgen aber für viele Überholmanöver, die nicht dadurch erzeugt werden, dass jemand den Flügel flachstellt.»

Naundorf geht davon aus, dass ein reges Interesse besteht. «Und ich glaube sogar, dass das Interesse größer ist, als es die ITR-Verantwortlichen derzeit vermuten. Ich habe bereits eine Finanzierung und Partner im Hintergrund, die das gerne machen würden. Andere werden vielleicht versuchen, diese Finanzierung über Fahrer zu generieren», sagte er.

Er hofft allerdings, dass die ITR von einem Herstellerengagement weggeht und auf Teams setzt. Naundorf: «Das wäre ja das Schöne: eine gewisse Loslösung von den Herstellern - und mehr auf Teamsport zu setzen als auf reine Werksabteilungen.»


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