Mehr Risiko? «Hinterher ist man immer schlauer»

Kolumne von Marco Wittmann
DTM
BMW-Rookie Marco Wittmann

BMW-Rookie Marco Wittmann

Mit meiner Ausbeute von zwei Punkten bei meinem Heimrennen auf dem Norisring kann ich generell zufrieden sein. Mit ein wenig mehr Risiko wäre vielleicht mehr drin gewesen.

Die Vorfreude auf mein Heimrennen am Norisring war riesig. Ich habe die Tage herunter gezählt, denn die Pause war schon sehr lang. Sehr viele Freunde und Bekannte sowie meine Familie waren vor Ort, ich habe rund 70 Karten organisiert. Es war toll zu sehen, dass alle dort waren um mich zu unterstützen. Von daher war es etwas sehr Spezielles für mich. Ich habe mir jetzt zwei Punkte erkämpfen können, vor allem ich habe mir aber mehr ausgerechnet.

Es war sehr extrem, als ich in der Startaufstellung stand. Als ich die vollen Tribünen gesehen habe, die Atmosphäre, die Fans, die auf diesem Kurs noch näher dran sind als bei einer permanenten Rennstrecke, gab mir das bei meinem Heimrennen noch einen extra Motivationsschub. Da macht das Fahren doppelt Spaß.

Im Qualifying bin ich allerdings in Q2 hängen geblieben. Vom Setup her waren wir an unserem Limit angelangt. Das zeigt uns aber, dass wir noch viel lernen müssen: Wenn wir im freien Training nicht von Anfang an vorne mitfahren, laufen wir auch, was die Setup-Arbeit angeht, noch hinterher. Da fehlte uns das glückliche Händchen, den richtigen Schritt zu finden.

Das Rennen kam anders als erwartet. Kollisionen, Turbulenzen, Saftey-Car-Phasen und Blaue Flaggen: Es war sowohl für mich als auch wohl für den Zuschauer schwer zu durchblicken. Letzten Endes war der neunte Platz das Maximum. Natürlich hat man gewisse Strategien im Vorfeld: Was ist wenn ein Safety Car in einer bestimmten Runde kommt? Aber man rechnet nicht unbedingt mit zwei Safety-Car-Phasen in der Anfangsphase des Rennens.

Beim zweiten Safety Car stand es aber nicht zur Diskussion, dass ich in die Box komme, da ich auf Platz fünf gut unterwegs war. Da ist dann die Frage: Riskiert man solch eine Aktion? Das kann ja auch in die Hose gehen. Die, die hinten fuhren, sind das Risiko eingegangen und wurden teilweise auch dafür belohnt. Hätten wir in diser Safety-Car-Phase unseren zweiten Stopp eingelegt, hätten wir wohl auch viel weiter vorne landen können. Im Nachhinein ist man aber immer schlauer. Generell kann ich trotzdem zufrieden sein.

Ich schaue jetzt positiv und mit Vorfreude in Richtung Moskau. Dort fängt jeder Fahrer bei Null an und gerade ich als Rookie habe da vielleicht sogar einen kleinen Vorteil, weil die erfahrenen Jungs auch keine Erfahrung auf der Strecke haben. Wie ich mich vorbereite? Es gibt für einen ersten Überblick Videomaterial von den Formel-Klassen, die dort schon gefahren sind. Die richtige Vorbereitung findet effektiv aber erst am Donnerstag und Freitag vor Ort mit der Streckenbegehung an. Da kann ich mir ein erstes Bild machen, in welchem Zustand die Strecke ist.

Rookie Marco Wittmann stieg vor der Saison vom Test- zum Stammfahrer auf und fährt in seinem ersten DTM-Jahr für Titelverteidiger BMW. Der 23-Jährige schreibt als Kolumnist regelmäßig für SPEEDWEEK.com.

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