Ivan Capelli: «Was Ferrari mit Lewis Hamilton macht, ist überraschend»
Der Italiener Ivan Capelli ist 1992 für Ferrari Grands Prix gefahren, heute arbeitet er für die italienische Sky. Beim Bahrain-Test sagt der Mailänder, was er bei Ferrari und Hamilton nicht versteht.
Ivan Capelli ist als F1-Experte der italienischen Sky nach Bahrain gereist. Was er in Arabien gesehen hat, das hat ihn aus verschiedenen Gründen tief beeindruckt, wie er unserer Kollegen der Gazzetta dello Sport erklärt hat.
Der 62-jährige Italiener sagt: «Was mich am meisten beeindruckt hat – wie die Ingenieure der verschiedenen Teams trotz eines strengen Reglements das Konzept der Wagen auf sehr unterschiedliche, teilweise gegensätzliche Weise interpretiert haben. Das wird den Saisonstart spannend machen, denn wir werden je nach Strecke unterschiedliche Kräfteverhältnisse erleben.»
Capelli: Lob für Ferrari
Klar wird der Mailänder auf den Stolz der ganzen Nation angesprochen, auf Ferrari. Capelli ist 1992 für Ferrari gefahren, leider hat er damals ein Jahr erwischt, in dem die Scuderia nicht konkurrenzfähig war.
Der 93-fache GP-Teilnehmer über Ferrari: «Das Auto hat mich beeindruckt, weil man sieht, dass es eine durchgehende Logik hat, von der Front bis zum Heck. Das ist ein sehr harmonisches Konzept. In der Vergangenheit gab es Autos, die mir zerstückelt vorkamen, fast als würden die Teile nicht miteinander kommunizieren, aber das ist hier nicht der Fall.»
«Ich empfand die Stimmung bei Ferrari entspannt. Schon bei den ersten Bahrain-Tests haben sie alle gewünschten Informationen gesammelt und die Programme ohne Probleme oder Hindernisse abgeschlossen.»
Capelli über Ferrari mit Hamilton: «Unverständlich»
Der WM-Siebte von 1988 spricht dann über die Merkwürdigkeit, dass Lewis Hamilton für die neue Saison noch keinen festen Renningenieur hat. Ivan meint: «1992 erlebte ich eine ähnliche Situation. Ich habe meinen Renningenieur erst im Flugzeug auf dem Weg zum ersten Rennen kennengelernt.»
«Das ist nicht hilfreich. Die Vertrautheit mit dem eigenen Ingenieur muss mit der Zeit aufgebaut werden, und nur so kann man in den stressigen Momenten des Wettkampfs auf Automatismen und gegenseitiges Vertrauen zählen. Es überrascht mich, dass in all diesen Monaten noch keine geeignete Person für diese Rolle rechtzeitig für Hamilton gefunden werden konnte.»
Capelli: «Nervosität bei Aston Martin»
Wer wirkt für Capelli nervös? «Ganz sicher Aston Martin. Die Erwartungen sind extrem hoch, weil die Kombination aus Newey und Honda für viel Aufmerksamkeit sorgt, aber momentan ist der Wagen, wie ich höre, um 30 kg zu schwer, sie haben Probleme mit dem Motor und auch mit dem neuen Getriebe. Trotzdem bin ich überzeugt, dass das Konzept eines der interessantesten im Feld ist – es gibt also eine wichtige Basis, auf der man aufbauen kann.»
Knifflige Frage für Ivan Capelli, den Formel-1-Kommentatoren: Wie schwierig wird es sein, die Komplexität dieser Autos dem Fan zu vermitteln? «Das stimmt, auch für uns ist es im Moment sehr schwierig zu erkennen, was ein Fahrer im Auto mit diesen Wagen macht. Aber ich vertraue auf die Arbeit, die Liberty Media leistet, um durch grafische Inhalte klar zu erklären, was auf der Strecke passiert.»
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