DTM-Änderungen 2014: Vor allem an die Fans denken

Von Andreas Reiners
DTM
Die DTM will mit bedacht Änderungen einführen

Die DTM will mit bedacht Änderungen einführen

Die Hersteller wollen hinsichtlich der neuen DTM-Saison beim Reglement vor allem an Stellschrauben drehen. Bestes Beispiel: der Fußball.

Änderungen bringen immer auch Kritik mit sich. War auf der einen Seite die Freude groß über mehr Überholmanöver und Action, herrschte vor allem bei den Fans Frust über zeitweises Chaos, undurchsichtige Strafen oder Blaue Flaggen. Die Liste der Baustellen ist lang, doch eine Operation am offenen Herzen, sprich während der laufenden DTM-Saison, kam nicht infrage.

Grundsätzlich sind sich die Motorsportchefs von Audi, BMW und Mercedes sowieso einig, dass die DTM keine großen Änderungen oder gar Revolutionäres braucht. An Stellschrauben soll gedreht, Kleinigkeiten verbessert werden. Vor allem die Fans sollen durch neuerliche Änderungen nicht verwirrt werden.

«Das Spektakel hat sich insgesamt erhöht. Ein paar Ungereimtheiten kann man aber sicher nicht ignorieren. Vor allem bei den Penaltys hatte ich den Eindruck, dass sich die Fahrer und Fans erst einmal daran gewöhnen mussten», räumte Audis DTM-Leiter Dieter Gass ein. «Das sind alles keine einfachen Themen, wo es keine einfachen Lösungen gibt. Man muss sehen, welche Änderungen gemacht werden. Wir müssen aber vorsichtig vorgehen, denn es müssen am Ende wirkliche Verbesserungen sein», gibt sich Gass zurückhaltend.

Mahner Marquardt

Auch BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt hält den Ball flach, wenn es um das Thema geht. «Ich bin kein Freund davon, etwas zu ändern, nur um es zu ändern. Kleine Anpassungen sind besser, damit das Ganze endlich mal wieder verstanden werden kann», so Marquardt. Jüngst hatte beispielsweise Thomas Betzler, Vorstandsmitglied des DTM-Dachverbandes ITR, einen ganz neuen Vorschlag gemacht: Die Rückkehr zu zwei getrennten Läufen.

Doch Marquardt entpuppt sich beim Thema Änderungen als Mahner und zieht als Vergleich den Fußball heran. Den mache die Tatsache populär, dass sich die Basisregeln kaum geändert hätten. «Bedacht ist da definitiv ganz gut», mahnt er. Was genau er mit Stellschrauben meint, wird am Beispiel des Rennens aus dem Norisring deutlich. Stichwort Blaue Flaggen: «Ich weiß nicht, ob das neue Reifenreglement und die blauen Flaggen optimal zusammenpassen. In der Winterpause werden wir uns zusammensetzen und uns Gedanken machen.» Als weitere Verbesserung ist die Öffnung des DRS-Fensters drei Runden vor dem Ende des Rennens angedacht.

Die drei Hersteller sind sich einig, dass eine Hauruck-Aktion nicht bringen würde. Gemeinsam an einem Tisch soll ein Konsens gefunden und Fehler, die erneut zu Diskussionen führen würden, vermieden werden. «Wir sind alle zu lange miteinander unterwegs, als dass wir Try and Error bräuchten», erklärte Marquardt.

Kooperation muss besser werden

SPEEDWEEK.com hat sich umgehört: Wie stehen denn die Fahrer zu möglichen Änderungen und Verbesserungen? «Die Kooperation zwischen den leitenden Organisationen, dem DMSB und der ITR zu den Fahrern muss verbessert werden. Vor allem um verständlicher zu machen, in welche Richtung wir mit manchen Regeländerungen gehen wollen. Ich habe das Gefühl, dass teilweise Regeln geändert, oder neu aufgestellt werden und nach ihrer Umsetzung scheinen sie irgendwie unpassend zu sein», fordert Mercedes-Pilot Gary Paffett.

Der Brite ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. Der 32-Jährige hatte bereits während der Saison regelmäßig Kritik geübt. Manchmal war es des Guten zu viel, aber meist traf Paffett den Punkt. «Meiner Meinung nach müssten alle mehr zusammen arbeiten, und versuchen die Serie zu verbessern. Denn mit all den Regeln scheint es, dass die Fans den Überblick verlieren. Natürlich wollen alle Fahrer faires Racing und legen viel Wert auf Sicherheit, aber wir müssen einen Weg finden, der weniger verwirrend ist und den die Fans somit besser verstehen können», so der Champion von 2005.

Sein Teamkollege Christian Vietoris sieht zwei größere Baustellen. «Am Racing kann noch gearbeitet werden. Außerdem müssen die Regelungen noch verständlicher für die Zuschauer werden. Ebenso sollte man den Fahrern zugestehen den ein oder anderen Kontakt zu haben. Das wollen die Zuschauer und dafür zahlen sie ja schließlich auch Eintritt oder sitzen vor dem Fernseher. Mehr Zweikämpfe, weniger Strategie. Meiner Meinung nach müsste also hauptsächlich am Racing und an den Regeln gearbeitet werden», so Vietoris.

Rockenfeller: An Details arbeiten

DTM-Champion Mike Rockenfeller ist vor allem ein Freund der Detailarbeit. «Ich bin nicht der Meinung, dass man jedes Jahr alles immer wieder aufs Neue umschmeißen sollte. Man hat in dieser Saison Erfahrungen mit den neuen Regeln gemacht. Das sollte man jetzt alles genau analysieren und dann an Details für das kommende Jahr arbeiten», so der Audi-Mann.

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