Mitsprache: DTM-Piloten planen Fahrer-Gewerkschaft

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Glock und Timo Scheider

Timo Glock und Timo Scheider

Es tut sich was in der DTM. Denn die Kritik war zuletzt immer die Gleiche: Die Fahrer können sich nicht genug einbringen, was die Zukunft der Serie angeht.

In der Regel wurden Neuerungen und Reglements-Änderungen zwischen den Herstellern Audi, BMW und Mercedes sowie ITR und DMSB entschieden. Die Piloten mussten mit dem, was letztendlich beschlossen wurde, leben.

Das führte regelmäßig zu Kritik vonseiten der Piloten, die einen Teil der Regeln nicht nachvollziehen konnten. Nach dem Rennen auf dem Norisring hatte zum Beispiel Mattias Ekström Kritik am Strafenkatalog geübt (Zum Bericht).

Das soll sich nun ändern. Die Fahrer planen eine Art Gewerkschaft, um in Zukunft bei wichtigen Entscheidungen mitreden zu können. Und so die Zukunft der DTM mitgestalten zu können. Die Idee entstand durch Diskussionen der Fahrer untereinander über grundsätzliche Probleme der Serie. Eine kleine Gruppe, eine Mischung aus erfahrenen und jüngeren Fahrern, hat sich der Idee konkret angenommen.

«Da diskutiert man drüber und kommt in so einen Strudel, dass man sagt: Uns fragt eh keiner und hat noch nie einer gefragt. Es wird entschieden und so gemacht und wir sind diejenigen, die es dann ausbaden. Aber wir sind nicht die, die es mit entscheiden. So entstand die Idee», erklärte Audi-Pilot Timo Scheider SPEEDWEEK.com.

Beim Saisonfinale 2013 in Hockenheim schob Scheider das Thema weiter an, brachte alle Fahrer an einen Tisch. Und die waren offenbar angetan. «Wir haben eine gewisse Vorbereitungszeit gebraucht. Es gibt von den verschiedenen Herstellern Fahrersprecher. Und es gibt am Ende das Ziel, uns in das gesamte System einzubringen und gehört zu werden. Weil wir glauben, dass wir aus Fahrersicht die Möglichkeit haben, Dinge noch einmal anders zu bewerten. Und wenn wir es schaffen, ein offizielles Mitglied des Zirkels zu werden, dann haben wir die Chance, aktiv an der Zukunft der DTM mitzuwirken», so Scheider, der selbst Audi-Fahrersprecher ist.

Der Antrag läuft

Also soll eine Art Fahrergewerkschaft gegründet werden? «Da soll die Reise hingehen. Wir hoffen, schon beim nächsten Rennen in Moskau oder den folgenden Rennen etwas präsentieren zu können. Es ist noch nicht alles abgesegnet, der Antrag läuft», so Scheider.
Das heißt, Hersteller, ITR und DMSB müssen den Vorschlag erst noch abnicken.

«In den Regelbüchern gibt es gewisse Abläufe und Obrigkeiten, die Entscheidungen mittragen und zulassen müssen, damit wir in den Kreis mit aufgenommen werden», so Scheider. Wichtig dabei: Die Idee ist komplett von den Herstellern abgekoppelt. Es soll also nicht dazu führen, politisch Einfluss zugunsten des eigenen Arbeitgebers zu nehmen.

«Können mehr helfen»

«Von der Fahrerseite aus können wir schon mehr helfen», bestätigt auch Timo Glock. «Und natürlich macht es Sinn, wenn du vor allem erfahrene Fahrer dabei hast. Junge Fahrer wie mein Teamkollege Antonio (Felix da Costa) haben auch gute Ideen. Der Mix aus Jung und Alt ist kein Nachteil», so Glock, der im Gegensatz zu Scheider noch etwas zurückhaltender ist. «Wir sind schon relativ weit. Wir müssen abwarten, wie die nächsten Schritte sein werden und dass wir uns noch einmal zusammensetzen und dann noch einmal diskutieren können.»

Doch der BMW-Pilot ist sich grundsätzlich auch bewusst: «Wenn wir die Regeln machen würden, gäbe es wahrscheinlich genauso viel Negatives und da würde auch nicht immer alles richtig sein.»

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