BMW-Setup bremste Danilo Petrucci (10.) ein: «Das hat für Frust gesorgt»
Gelungene Superpole, ernüchterndes Rennen: Danilo Petrucci erlebt auf Phillip Island einen durchwachsenen ersten Superbike-WM-Renntag mit BMW – und nennt klare Baustellen.
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Danilo Petrucci erlebte beim Auftakt der Superbike-WM 2026 auf Phillip Island einen Samstag mit Licht und Schatten. Beim Debüt als BMW-Werkspilot überraschte der Italiener mit Startplatz 6, im ersten Rennen folgte jedoch Ernüchterung: Platz 10 und 22,250 Sekunden Rückstand auf Sieger Nicolo Bulega (Ducati) spiegelten nicht ganz das wider, was sich Petrucci nach einem starken Qualifying erhofft hatte. Zudem musste er sich teamintern Miguel Oliveira geschlagen geben, der vom letzten Startplatz aus bis auf Rang 8 nach vorne fuhr.
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Petrucci zog ein gemischtes Fazit: «Ich bin happy, aber nicht komplett zufrieden. Ein Top-10-Ergebnis war das Ziel und das konnten wir erreichen.» Der Grundstein für das gute Qualifying wurde bereits am Samstagmorgen gelegt. «Am Morgen war ich ziemlich happy. Im dritten Training haben wir etwas gefunden. Das ermöglichte den Sprung in die Top-10. Dann lief es in der Superpole noch besser als erwartet. Ich fühlte mich sehr gut. Mit frischen Reifen habe ich ein gutes Gefühl. Für das Rennen erwartete ich ehrlich gesagt mehr.» Zu konservative Abstimmung ruinierte Petruccis Rennen Im Rennen selbst zeigte sich jedoch schnell, dass das Setup der BMW noch nicht perfekt war – vor allem im Hinblick auf die letzte Kurve und den Topspeed. «Unsere Abstimmung für die letzte Kurve war zu konservativ, was den Reifenverbrauch angeht. Das wurde zu einem großen Problem, weil mir auf der Geraden der Schwung fehlte. Deshalb konnten mich viele Fahrer auf der Zielgeraden überholen.»
Petrucci wurde durchgereicht und konnte im kurvigen Teil nicht zum Konter ansetzen. «Ich wurde aufgehalten, bevor eine Runde später ein weiterer Fahrer auf der Geraden überholen konnte. Das hat für Frust gesorgt. Ich konnte mich im späteren Rennverlauf in einer Gruppe behaupten. Doch es reichte nicht, um auf der Geraden zu überholen – selbst dann nicht, wenn ich nah dran war.»
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«Selbst im Windschatten war ich nicht schnell. Die Fahrer hinter mir erhalten einen sehr intensiven Windschatten. Deshalb können sie sich vor mir behaupten. Das wurde zu einem richtigen Problem, denn in einigen Kurven war ich deutlich schneller. Doch dort konnte ich nicht überholen», ärgerte sich der Italiener.
Topspeed zu gering: Ist Petrucci zu groß? Dass ihm auf den Geraden entscheidende km/h fehlten, machte sich im Rennverlauf besonders bemerkbar. «Ich konnte im kurvigen Teil mit den Spitzenfahrern mithalten, doch auf der Geraden wurde ich jedes Mal vom hinter mir Fahrenden überholt. Nach sechs oder sieben Runden hoffte ich, dass es keine weiteren Fahrer hinter mir gibt. Ich hatte Angst, dass ich noch vom Safety-Car überholt werde», scherzte Petrucci in seiner gewohnten Art. Er ist jedoch überzeugt, dass die Probleme lösbar sind: «Wir kennen das Problem und werden es für morgen lösen. Dann können wir sicher konkurrenzfähiger sein.» Auch mit Blick auf seine Qualifying-Leistung blieb er realistisch: «Ein Top-10-Ergebnis ist ein gutes Resultat. Natürlich wollte ich mehr. Ich bin ein bisschen überrascht, dass ich im Qualifying Sechster wurde.»
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Als zentrale Baustelle identifizierte der BMW-Neuzugang vor allem den Topspeed. «Auf Grund meiner Größe müssen wir noch ein bisschen am Topspeed arbeiten. Doch auch die BMW-Piloten der Vergangenheit – Redding, Toprak und Van der Mark – waren nicht klein und erreichten dennoch gute Topspeeds. Wir müssen etwas ändern, hauptsächlich bei der Abstimmung der Elektronik.»
Teaminterne Niederlage für Petrucci: Oliveira von 21 in die Top-8 Besonders im Fokus stand zudem das interne Duell mit Teamkollege Miguel Oliveira. «Ich konnte mir mit Miguel einen tollen Zweikampf leisten. Sicher haben wir nicht die Ergebnisse erreicht, die wir uns wünschen. Doch es war das erste Rennen», so Petrucci. Dass Oliveira ihn trotz Start vom letzten Platz noch abfangen konnte, überraschte Petrucci: «Mir war klar, dass er mich einholt. Doch ich erwartete nicht, dass er mich so zeitig einholt. Als wir zusammen fuhren, hatten wir mehr oder weniger das gleiche Renntempo», ist «Petrux» überzeugt.
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Ganz zufrieden war der Italiener mit diesem Ausgang naturgemäß nicht: «Natürlich bin ich nicht happy, dass Miguel vor mir landete. Sein Sturz im Qualifying tut mir leid, doch ich wollte vor ihm sein, vor allem weil er vom letzten Startplatz ins Rennen ging.» Mit Blick auf den Sonntag zeigte sich Petrucci kämpferisch und zuversichtlich: «Wir haben viele Daten und Informationen. Die Entschlossenheit ist jetzt noch größer, näher an die Spitzenfahrer heranzukommen. Ich bin noch hungriger und will in den ersten Runden aggressiver zu Werke gehen.»
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