DTM: Die Tops und Flops zur Saison-Halbzeit

Von Andreas Reiners
DTM
Halbzeit-Meister Marco Wittmann

Halbzeit-Meister Marco Wittmann

Fünf Rennen sind absolviert. Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Wir haben die Tops und Flops zur Saison-Halbzeit.

Tops:

Youngster: Die jungen Wilden zeigen es den etablierten Piloten. Offenbar kommen die jungen Fahrer mit den neuen DTM-Autos besser klar als die Routiniers. Wir hatten uns im Juni bereits mit der Frage beschäftigt (Hier geht es zum Bericht). Ein junger Wilder ist Maxime Martin mit seinen 28 Jahren zwar auch nicht mehr, eine Überraschung war sein Sieg in Moskau als Rookie aber trotzdem. Genauso wie die konstante Saison von BMW-Pilot Marco Wittmann. Mit 24 Jahren tatsächlich ein Youngster.

Marco Wittmann: 70 Punkte, zwei Saisonsiege und Rang eins in der Gesamtwertung: Der BMW-Mann ist weiterhin die Überraschung der Saison. Wie ein alter Hase fährt er nach seinem inoffiziellen Titel «Rookie des Jahres 2013» in seinem zweiten Jahr dem Titel entgegen. Wie der 24-Jährige Punkte um Punkte sammelt, auch wenn das Auto mal nicht überragend läuft, ist bereits meisterlich. Nach fünf Rennen hat er 20 Zähler Vorsprung vor Mattias Ekström. Der hat bereits zwei DTM-Titel in seiner Vita stehen. Und feierte am Montag seinen 36. Geburtstag.

Audi: Die Halbzeit-Meister. Stark in der Breite. Allerdings trübte das Rennen in Russland das Gesamtbild etwas. Das «Friendly Fire» sorgte innerhalb der Mannschaft für Kritik und zudem dafür, dass sich einige Piloten wohl aus dem Titelrennen verabschiedet haben. Trotzdem - die Ingolstädter haben regelmäßig viele Autos vorne dabei. Was noch fehlt, ist ein Rennsieg.

Mattias Ekström: Der zweimalige Meister kann es noch. Beeindruckt regelmäßig durch imposante Aufholjagden und 2014 mit drei Podiumsplätzen. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Eine Aufholjagd wäre gar nicht nötig, wenn das Qualifying nach Plan verlaufen würde. Doch wer den Schweden kennt weiß, dass er vor Ehrgeiz brennt. Bei 20 Punkten Rückstand auf Wittmann ist noch alles drin.

Rennen: Ja, sie sind übersichtlicher geworden. Und nein, die Action hat nicht gelitten. Im Gegenteil. Nach den dritten Regeländerungen in Folge kann die DTM vorerst zufrieden sein. Die Rennen, durch nur noch einen Pflichtstopp und die Beschränkung der Optionsreifen im Grunde zwei in einem, sorgen für beste Unterhaltung. Recht machen kann man es sowieso nicht allen.

Flops:

Glorreiche Sieben: Mit diesem Punkt handeln wir gleich fünf Flops ab. Denn die zahlreichen Ex-Meister fahren in dieser Saison nur hinterher. Paul di Resta und Gary Paffett sind in derzeit nicht konkurrenzfähigen Mercedes chancenlos. Timo Scheide bleibt weiter vom Pech verfolgt. In Moskau musste er seinen Audi mal wieder mit einem Defekt abstellen. Martin Tomczyk hat sich mehr von seinem Wechsel von RMG zu Schnitzer versprochen als acht mickrige Punkte. Und Mike Rockenfeller schoss in Moskau nicht nur seinen Markenkollegen Adrien Tambay, sondern wohl auch sich selbst aus dem Titelrennen. Nur Mattias Ekström als Zweiter und Bruno Spengler als Dritter können noch ein Wörtchen mitreden im Titelkampf 2014.

Quoten: Die ARD hat vor der Saison den Experten getauscht. Der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug gibt nun seine Einschätzungen rund um die DTM zum Besten. Der gelernte Journalist macht seine Sache gut, wird während der Rennen allerdings nur ab und an zugeschaltet. Ansonsten kämpft sich Kommentator Philipp Sohmer alleine durch die zwar inzwischen übersichtlicheren, aber actionreichen Rennen. Was Vorberichterstattungen angeht, hat sich im Ersten nicht viel geändert. Die Quoten bleiben deshalb nicht wirklich überraschend auf einem konstant enttäuschenden Niveau und pendeln knapp jenseits der Million.

Kalender: Die DTM wollte unbedingt zurück nach China. In den für die Hersteller so wichtigen asiatischen Markt. Internationalisierung ist da das Stichwort. Doch der Schuss ging nach hinten los. Erst die Probleme mit Guangzhou, dann gescheiterte Verhandlungen mit Plan B Zhuhai. Nun greift Plan C. Auch wenn der Rückzug aus China nicht das beste Licht auf die Serie wirft: Über die Rückkehr nach Zandvoort freuen sich wohl alle.

Tops und Flops:

Mercedes: Es ist erschreckend, wie chancenlos Mercedes unter normalen Bedingungen seit Saisonbeginn ist. Teilweise über eine Sekunde beträgt der Rückstand auf die Konkurrenz. Beeindruckend ist es auch, wie die Fahrer, zumindest nach außen hin, mit der Situation umgehen, dass sie im Grunde nur um die goldene Ananas fahren. Genauso beeindruckend ist es aber auch, wie Christian Vietoris und Robert Wickens die Chancen genutzt haben, als im Regen von Oschersleben und auf der «Mercedes-Hausstrecke» Norisring ein Rennsieg möglich war. Zwei Erfolge haben die Stuttgarter bereits auf dem Konto. Sind immerhin zwei mehr als Audi.

Zuschauer: 33.000 Zuschauer in Budapest, 50.000 beim zweiten Auftritt in Moskau. Mit den internationalen Auftritten kann die DTM zufrieden sein. Etwas Sorgen bereiten die Läufe auf heimischem Terrain. Beim Auftakt in Hockenheim waren es 12.000 Fans weniger, in Oschersleben 5500. Dafür können sich die Verantwortlichen auf den Norisring verlassen. Das Spektakel auf dem Stadtkurs holt traditionell Zuschauerzahlen jenseits der 100.000. Zahlen, von denen die DTM auf den anderen Strecken aber noch träumt.

Strafen: Bilden weiterhin eine Kontroverse. Einiges ist besser geworden (Blaue Flaggen), manches bleibt trotzdem weiterhin fragwürdig wie die Zwei-Sekunden-Strafen, die auf der Strecke abgesessen werden. Die Action auf der Strecke und der Zeitdruck der Rennkommissare sorgen nicht immer für Gerechtigkeit. Es ist im Vergleich zum vergangenen Jahr aber zumindest besser geworden. Mattias Ekström übte allerdings zuletzt harsche Kritik am Strafenkatalog (Hier geht es zum Bericht).

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