Die Ducati-Niederlage in Thailand: Gigi Dall’Igna mit einer Analyse
Nach dem enttäuschenden MotoGP-Saisonstart in Thailand, meldete sich Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna zu Wort, um die Ereignisse einzuordnen. Die Stärke der Konkurrenz überraschte ihn allerdings nicht.
Ducati erlebte beim MotoGP-Saisonauftakt in Thailand eine schmerzhafte Niederlage. Das erste Mal seit 88 Rennen war kein Desmosedici-Fahrer auf dem Podest. Dabei konnte der Hersteller aus Borgo Panigale die letzten drei Grands Prix auf dem Chang International Circuit noch für sich entscheiden – mit den Siegern Jorge Martin (2023), Pecco Bagnaia (2024) und Marc Marquez (2025).
Die Konkurrenz hat über den Winter sehr gut gearbeitet. Am stärksten präsentierte sich Aprilia in Buriram – der Rivale aus der italienischen Heimat. Im Grand Prix landeten alle vier Fahrer in den Top-5, ein überlegener Marco Bezzecchi siegte. Hätte «Bez» im Sprintrennen keinen Fehler gemacht, hätte er vermutlich auch diesen gewonnen. Dennoch waren am Samstag drei RS-GP-Fahrer in den Top-5.
Dazu kamen weitere Faktoren: Nach seiner im Indonesien-GP 2025 erlittenen Schulterverletzung ist Champion Marquez noch nicht in Topform – er kann die GP26 noch nicht so fahren, wie er möchte. Und bei Pecco führten auch Fehler bei der Abstimmung dazu, dass dieser am vergangenen Wochenende mit den Spitzenplätzen nichts zu tun hatte. Die Satellitenfahrer strauchelten ebenfalls.
Gigi Dall’Igna gratuliert der Konkurrenz
«Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch an unsere Gegner, die sich mit vollem Verdienst durchgesetzt haben. Ihre Wettbewerbsfähigkeit ist nicht überraschend; wir haben sie insbesondere in der Schlussphase der letzten Saison und noch mehr während der Tests vor der Saison gesehen», fand Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna auf seinem LinkedIn-Account lobende Worte für die Konkurrenz. «Die Statistiken zeigen, dass wir nach 88 Rennen in Folge nicht mehr auf dem Podium standen und zum ersten Mal in 102 Grand Prix unsere Marke nicht unter den Top-5 vertreten ist. Das bedeutet, dass wir den Rückstand schnell aufholen müssen, aber wir sind uns dessen bewusst, ohne in Panik zu geraten.»
Der erfahrene Ingenieur betonte zugleich, dass dieser Tag früher oder später kommen musste. «Es ist ein natürlicher Zyklus, dass es zu Leistungseinbußen kommen kann, insbesondere nach einer so langen Phase anhaltender Erfolge», musste Dall’Igna zugeben. «Unsere Bemühungen zielen nun darauf ab, die Daten zu analysieren und in den kommenden Rennen Verbesserungen am Setup vorzunehmen, um sicherzustellen, dass unsere Fahrer wettbewerbsfähiger sind. Es gibt sicherlich noch viel zu tun, aber wir sind uns bewusst, dass dies nur das erste Rennen der Saison war. Der Kalender ist lang und umfasst verschiedene Strecken; erst nach den nächsten paar Rennen werden wir ein echtes Gefühl dafür haben, wo wir im Vergleich zur Konkurrenz stehen.»
Dall’Igna: «Fragwürdige Entscheidung der MotoGP-Stewards»
Dall’Igna ging insbesondere auf das durchwachsene Rennwochenende von Marc Marquez ein: «Es war ein Grand Prix, von dem wir wussten, dass wir ihn klug angehen mussten. Marc hat genau das getan und sich mit ganzem Herzen und Verstand eingesetzt. Allerdings hatte er wirklich Pech: Zunächst im Sprintrennen, wo ihm eine fragwürdige Entscheidung der MotoGP-Stewards den Sieg gekostet hat, und dann im GP selbst, wo trotz einiger Schwierigkeiten ein Podiumsplatz in greifbarer Nähe war, bevor er zur Aufgabe gezwungen wurde.»
«Auf geht’s Ducati!», schrieb Dall’Igna am Ende seines Postings. Begonnen hatte er es mit den Worten: «Diese Weltmeisterschaft verspricht anspruchsvoll und spannend zu werden!» Den Fans würde es gefallen, wenn es eine enge Saison mit unterschiedlichen Herstellern an der Spitze werden würde. Dem Ducati-Mastermind wäre es lieber, wenn es anders wäre. Die nächsten Grands Prix werden es zeigen.
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