Wehrlein vor DTM-Titel: «Es muss viel schief gehen»

Von Andreas Reiners
DTM
Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein

Pascal Wehrlein wird sich erst einmal selbst beschenken. Eine Uhr wird es werden. Mal wieder.

«Ich stehe auf Uhren, hab mindestens 20 Stück davon! Wenn ich ein gutes Rennen hatte, bin ich spendabel und gönn mir auch mal eine neue Uhr, wenn ich schlecht gelaunt bin, gibt’s nichts. Wenn ich den Titel gewinne, weiß ich schon, welche ich mir hole!», sagte der Mercedes-Pilot der Bild.

Doch natürlich hat er sich da bereits mit dem Titelgewinn das größte Geschenk gemacht. Wehrlein kann sich am letzten DTM-Rennwochenende zum jüngsten Champion in der Geschichte der Tourenwagenserie krönen. Entweder am Samstag noch mit 20, oder aber am Sonntag, an seinem 21. Geburtstag. 37 bzw 38 Punkte Vorsprung hat er auf seine Verfolger Edoardo Mortara und Mattias Ekström (beide Audi).

Und Wehrlein weiß natürlich: «Es muss viel schief gehen, dass ich den Titel nicht gewinne. Aber im Motorsport kann alles passieren.» Vor allem kann es passieren, dass er mit dem Titel abtritt. Denn Wehrlein steht auf dem Sprung in die Formel 1, im Grunde ist es nur die Frage wann dieser Sprung erfolgt.

Er selbst ist da ganz anders als auf der Strecke, eher defensiv. «Das könnte theoretisch möglich sein. Es gibt vielleicht die Option», sagte er dem SID. Seit 2014 ist er Ersatzfahrer der Silberpfeile, doch sowohl dort als auch bei den Kundenteams sind die Cockpits besetzt – bis auf die Hinterbänkler von Marussia, die ab der kommenden Saison von Mercedes mit Motoren beliefert werden.

Ehrgeizig wie er ist, wäre ihm der Titel mit 20 am liebsten. Auch wenn es natürlich das Wichtigste sei, überhaupt den Titel zu holen. «Und nach Hockenheim sehen wir dann, was geschehen wird.» Es ist dieser Ehrgeiz, der ihn neben dem Talent überhaupt erst in diese Position gebracht hat. Der Tunnelblick, die Fähigkeit, sich auf den Punkt zu konzentrieren. Seine Konstanz war in diesem Jahr dann auch ausschlaggebend für die Tabellenführung.

«Ich habe schon oft gehört, dass ich beim Rennen ganz anders bin, weniger lache, weniger Witze mache. Vielleicht wirke ich deshalb manchmal nicht so sympathisch. Aber seit ich acht Jahre alt war, ist Motorsport das Wichtigste für mich und ich werde alles dafür tun, dass meine Rennen so erfolgreich wie möglich sind», sagte er.
Nach dem Funkspruch-Skandal, als Timo Scheider ihn von der Strecke geschoben hat, hatte er angekündigt, sportlich zu antworten.

Was er auch tat. Unmittelbar danach gewann er in Moskau und fuhr seitdem immer in die Punkte. Die verbalen Sticheleien mit Scheider gingen allerdings weiter. «Nachdem er mich in Spielberg von der Strecke geschoben hat, war ich extrem sauer auf ihn. Dann hat er mir irgendwann Leid getan, viele Kommentare auf seiner Facebook-Seite gingen gar nicht. Aber er will offenbar nicht aufhören zu streiten und hat letzte Woche ja nochmal via Facebook nachgelegt. Ich lasse mir jedenfalls nichts gefallen, auch nicht als 20-jähriger von einem 37-jährigen», sagte Wehrlein.

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