Timo Glock: «Dürfen der DTM nicht noch mehr weh tun»

Von Andreas Reiners
DTM
Timo Glock mit seinem Teamchef Stefan Reinhold

Timo Glock mit seinem Teamchef Stefan Reinhold

In Zandvoort gab es nicht nur Action und Technik-Pannen, sondern auch ein neues Kapitel beim Thema BMW-Zugeständnisse. Für Timo Glock eine brenzlige Situation.

Der DMSB hat schnell einen Haken hinter das Thema gemacht. BMW, Audi und Mercedes hatten vor dem fünften DTM-Rennwochenende in Zandvoort einen Antrag gestellt, die vor der Saison eingeführten Zugeständnisse für BMW (Autos 7,5 Kilogramm leichter, Heckflügel 50 Millimeter breiter) teilweise wieder rückgängig zu machen. Die Sportbehörde lehnte den Antrag allerdings ab (Die Hintergründe zu dem Thema).

Damit bleiben die Zugeständnisse, die von so manchem sowieso schon kritisch beäugt wurden, ein Dauerthema, das für den Fan schwer zu durchschauen und kaum nachzuvollziehen ist.

Was sagen die Fahrer dazu?

Nun, was sollen sie groß sagen? Sie wollen in erster Linie vor allem das machen, wofür sie da sind: Rennen fahren. Es ist für einen Fahrer nie ganz einfach, sich in die sportpolitischen Entscheidungen der Serie einzumischen.

Einige finden diese Zugeständnisse eher suboptimal und äußern diese Kritik auch, anderen ist es egal oder sie tun zumindest nach außen hin so, wiederum andere verweisen auf die derzeit ausgeglichene Meisterschaft. «Ich muss mich auf das konzentrieren, was man mir zur Verfügung stellt und daraus das Beste machen», sagte BMW-Pilot Timo Glock.

Der frühere Formel-1-Pilot kann allerdings nicht nachvollziehen, dass es diesen Antrag gegeben hat. «Wir müssen aufpassen, dass wir der DTM mit solchen Dingen nicht noch mehr weh tun», stellte er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com klar und verwies auf die Zusatz-Homologation, die Mercedes 2014 zugestanden wurde. «Darüber hat sich niemand beschwert. Jetzt hat man uns ein Zugeständnis gemacht. Wenn man nun meint, man müsse das wieder rückgängig machen, ist das in meinen Augen sehr brenzlig», so Glock.

Denn im Grunde hat die Serie genau das erreicht, was erreicht werden sollte. Die DTM ist ausgeglichen und umkämpft wie nie. Spitzenreiter Marco Wittmann (BMW) und den Achten Mattias Ekström trennen keine 50 Punkte. Dass in den verbleibenden acht Rennen alles möglich ist, unterstreichen die Zahlen: Es gab bislang in zehn Rennen acht verschiedene Sieger, dazu schaffte es nur Jamie Green zweimal auf die Pole Position.

«Wir haben genau das erreicht, was wir erreichen wollten. Die DTM ist so ausgeglichen wie sonst fast nirgendwo. Ich weiß nicht, wo das Problem ist», sagte Glock. Nun ist es nicht von der Hand zu weisen, dass nicht nur die Zugeständnisse ihren Teil dazu beigetragen haben. Die Performance-Gewichte funktionieren um Längen besser als in der Vergangenheit. Daneben kommen auch Pech und Unvermögen hinzu.

«Wir sind nicht daran schuld, wenn Audi und Mercedes es nicht schaffen, ihre Punkte mitzunehmen», meinte Glock. Vor Zandvoort gab es bei Audi und Mercedes die Sorge, dass die Münchner in den Niederlanden so dominant auftreten würden wie im Vorjahr.

Stattdessen bestimmte Mercedes die Pace, hatte aber beispielsweise am Sonntag erwähntes Pech mit zwei Reifenschäden bei Robert Wickens und Christian Vietoris. Edoardo Mortara (Audi) wurde am Samstag Opfer eines technischen Problems mit der GPS-Messung in der Slow Zone, er verlor dadurch acht Punkte. Nutznießer war Marco Wittmann, der weiterhin an der Spitze steht. Der Meister von 2014 hält sich aus sämtlichen Scharmützeln raus, verbunden mit Geschick, Glück und Können steht man in der DTM dann an der Spitze.

«Marco speziell ist so konstant, er nimmt die Punkte eben mit. Wenn unser Auto so viel dominanter wäre, würde das Gewichtsreglement das Ganze sowieso aussortieren. Aber wir sind es ja nicht mehr», sagte Glock: «Ich habe schon oft gesagt, dass diese Meisterschaft so viel Potenzial hat. Da muss man aufpassen, was man macht.»

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