Franz Zorn schikaniert: «Warum tue ich mir das an?»

Von Jan Sievers
Eisspeedway-GP
Franz Zorn im Fahrerlager von Astana

Franz Zorn im Fahrerlager von Astana

Nach Problemen an der Grenze war das russische Visum von Franz Zorn abgelaufen, das Eisspeedway-Ass wurde Opfer der Willkür eines Zöllners. Erst seit Montag weiß der Österreicher, dass er wieder einreisen darf.

Insgesamt zwölf Stunden kämpfte Franky Zorn mit dem russischen Zoll, um auf dem Weg zum ersten Eisspeedway-GP in Kasachstan einreisen zu dürfen. Zahlreiche Dokumente in der Menge eines gut gefüllten Schulordners sind vonnöten, um nach Russland einreisen zu dürfen. Neben Versicherungen sind auch Fahrzeugpapiere für die Motorräder notwendig, obwohl es diese für die Spezial-Eismaschinen in Europa nicht gibt.

«Wir hatten bereits den ersten Einreisestempel im Pass, als der russische Zoll mich wieder nach Lettland schickte, um ein fehlendes Dokument zu besorgen», sagte Österreichs Eisspeedway-Star zu SPEEDWEEK.com. «Ich bin dann zu Fuß rüber, die Letten fühlten sich nicht zuständig und ich lief zurück zu meinem Auto auf der russischen Seite. Da gab es den zweiten Stempel und mein Visum war damit für die nächste Einreise nicht mehr gültig. Mit meinem Visum darf ich nur zwei Mal ein- und ausreisen, es war aber nichts zu machen. In der russischen Botschaft in Astana wurde ich unfreundlich abgewiesen, es sei nicht möglich für mich ein Visum zu bekommen, ich muss zurück nach Österreich fliegen und in Wien in der Botschaft eines besorgen.»

Neben den zusätzlichen Kosten und dem Stress nach Wien zu fliegen, ist das nächste Problem sein Auto: «Ich kann meinen Mechaniker nicht nach Russland zurückschicken, da sie mein Auto als gestohlen beschlagnahmen würden. Es ist auf mich zugelassen und sollte ich nicht im Auto sitzen, würde es an der kasachischen Grenze in Gewahrsam genommen werden.»

Bereits am Freitag muss Zorn jedoch wieder in Westsibirien sein zum Team-WM-Finale in Shadrinsk. Um sich den Flug nach Österreich zu sparen, musste er, anstatt sich vollends auf den Grand Prix zu konzentrieren, alles in die Wege leiten, um doch noch ein russisches Visum in Kasachstan zu bekommen.

Am Montag konnte er aufatmen: Mit einem Schreiben der russischen Föderation ging er zur österreichischen Botschaft in Astana, die ihm ein Schreiben für die russische Botschaft ausstellten. Mit den richtigen Papieren ging alles schnell. Zorns Glück war, dass der GP in der Hauptstadt war, wo alle Auslandsvertretungen ansässig sind.

«Innerhalb von zehn Minuten habe ich mein Visum doch noch bekommen», erzählte Zorn. «Bei allen diesen Hürden frage ich mich, warum ich mir das noch antue. Eigentlich sind die FIM und auch die russische Föderation dafür zuständig, uns all diese Reibereien zu ersparen und jeglichen Papierkram zu erledigen, damit wir nicht schikaniert werden. Wir wollen nur Sport betreiben und an der Weltmeisterschaft teilnehmen.»

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