Günther Bauer (47): Lungenentzündung und Startverbot

Von Ivo Schützbach
Eisspeedway-WM
Für Günther Bauer ist die WM-Saison gelaufen, bevor sie begann

Für Günther Bauer ist die WM-Saison gelaufen, bevor sie begann

Das heutige Qualifikationsrennen im schwedischen Örnsköldsvik für den Eisspeedway-GP 2019 wird ohne Günther Bauer stattfinden: Der Bayer ist krank und erholt sich nicht.

Das Vorbereitungstraining in Russland musste Günther Bauer Anfang Dezember wegen einer Schleimbeutelentzündung abbrechen. Als er sich Ende Dezember in Schweden wieder auf seine spikebewaffnete Maschine schwang, konnte er das nur nach Einnahme von Schmerztabletten. «Das war die letzten Tage nicht super mit dem Bein, aber es ging zum Fahren. Am 1. und 2. Januar trainierte ich in Örnsköldsvik, da ging es recht gut. Da war ich zufrieden und es passte. Am dritten Januar ging es dann los und ich lag flach.»

Seit über einer Woche kämpft Bauer mit einer üblen Grippe, die Hälfte des Telefonats mit SPEEDWEEK.com hustete Deutschlands Eisspeedway-Ass heftig. Außerdem plagen ihn Schnupfen und Gliederschmerzen und eine Lungenentzündung.

«Ich war in Schweden im Krankenhaus beim Nachschauen, weil es gar nicht mehr ging», erzählte der 47-Jährige. «Am Mittwoch bin ich heimgeflogen zu meinem Doktor, weil mir die Aussagen im Krankenhaus zu unsicher waren. Am Freitag wollte ich dann wieder nach Schweden fliegen – weil ich dachte, dass mich mein Doktor wieder herrichtet. Ich habe in meinem Wahn geglaubt, dass ich fahren kann, bekam Infusionen und habe alles Mögliche probiert, aber es bringt nichts. Am Freitagnachmittag sagte er mir, dass ich es sein lassen soll. Das ist alles so anstrengend für mich… Ich habe jetzt Antibiotika bekommen, sonst wird das nichts mehr, meint der Doktor.»

Seit Freitagabend steht fest: Günther Bauer muss auf das heutige Qualifikationsrennen in Örnsköldsvik verzichten, der Grand Prix 2019 wird ohne ihn stattfinden.

«Das ist die Super-Katastrophe», hielt der Bayer fest. «Jetzt muss ich erst mal schauen, dass ich wieder frisch werde. Und dann ist mein Hauptziel, dass ich die Wildcard für den Grand Prix in Inzell bekomme und dort so gut wie möglich abschneide.»

Wie steht es um deine Teilnahme an der Team-WM am 16./17. Februar im russischen Togliatti? «Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht», grübelte Bauer. «Ich dachte, schlechter als letztes Jahr könnte es nicht mehr kommen, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Früher wäre ich in meiner wahnsinnigen Euphorie einfach gefahren, und wenn ich gestorben wäre. Aber das mache ich nicht mehr. Wenn der Doktor meint, dass es mit einer Lungenentzündung zu gefährlich ist, dann wird er schon recht haben. Das ist ein schlimmer Rückschlag, ich bin nicht gerade gut aufgelegt.»

Günther Bauer bleibt nur, vom heimischen Bett aus Sohn Luca die Daumen zu drücken. Um es in den Grand Prix zu schaffen, muss der Youngster das Rennen in Schweden in den Top-6 beenden. «Bei ihm ist das reine Kopfsache», analysierte sein Vater. «Wenn alles passt, dann kann er es schaffen. Im Training war er stellenweise saugut, da hat er sogar den Ledström gepackt, das hat mich sehr überrascht. Wenn er im Kopf frei ist, dann ist er super. Er hat auch mich im Training öfter geschlagen und war in guter Verfassung.»

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