Mike Conway: «Der Toyota fährt sich ähnlich wie 2016»

Von Martina Müller
FIA WEC

SPEEDWEEK.com verabredete sich mit Toyota-LMP1-Pilot Mike Conway, um mit ihm über die Saison in der Sportwagen-WM (FIA WEC) zu sprechen. In Teil 1 des Interviews geht der Blick zunächst auch auf seine IMSA-Auftritte.

Herr Conway, Ihr Toyota-LMP1 für FIA WEC trägt 2017 mit TS050 Hybrid die selbe Bezeichnung wie im Vorjahr. Gleiche Namen, doch die Wagen unterscheiden sich natürlich. Können Sie die Unterschiede aus Fahrersicht skizzieren?

«Das Reglement wurde angepasst, was eine Reduzierung des Downforce-Levels zur Folge hatte. Doch unsere Techniker haben versucht, dies wieder aufzufangen. Somit fährt sich der neue TS050 eigentlich ähnlich zum letztjährigen Modell. Ich denke, dass auch Michelin sehr gute Arbeit mit den Reifen geleistet hat. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass wir nur noch vier Reifensets einsetzen dürfen - also Double-Stints fahren müssen. Auch der Motor ist gut, so dass wir in Bezug auf Rundenzeiten manchmal sogar schneller unterwegs sind. Doch an anderen Stellen, die uns durch die technischen Änderungen getroffen haben, müssen wir noch arbeiten. Aber ja, der Wagen fährt sich so ziemlich ähnlich wie der vom letzten Jahr. Es ist doch immer so, dass aller Anfang ein wenig schwieriger ist, weil man sich daran gewöhnen muss. Hat man diesen erst einmal in Angriff genommen, nähert man sich dann Schritt für Schritt an die Neuerungen an.»

In Daytona und in Sebring sind Sie mit dem Cadillac DPi ebenfalls einen rot/weißen Rennwagen gefahren. Worin liegt denn der Unterschied zwischen einem LMP1 und einem DPi aus Sicht eines Fahrers?

«Eigentlich sind die Fahrzeuge ähnlich zu fahren. Am Ende sind es Rennautos, die für Langstrecken ausgelegt sind. Die Bereifung macht jedoch einen Unterschied aus, an den man sich gewöhnen muss. Es gibt zum Beispiel keine Reifenwärmer und teilweise sehr kalte Nächte. Da kommen schon einige schwierige Fahreigenschaften auf einen zu, aber auch an die gewöhnt man sich recht schnell. Der DPi ist grundsätzlich aber ähnlich zum LMP1. Die Motorisierung passt und es gibt nicht diese Benzin-Durchfluss-Restriktionen, wie wir sie aus der LMP1 kennen. Es hat mir viel Spaß gemacht, dort zu fahren. Ich habe enorm viele Erfahrungen gesammelt. Gerade in Daytona war es aufgrund des allgemein schlechten Wetters ein sehr schwieriges Rennen. Aber ich wollte dort schon immer einmal antreten. Deswegen bin ich dankbar für die mir gebotene Möglichkeit.»

Das hört sich ja danach an, dass der DPi letztendlich ein LMP1 ohne Hybrid-System ist?

«Nein. Das ist definitiv nicht so. Der DPi fährt sich schon anders. Durch die fehlende Hybridtechnologie, die den Fahrer ja auch reglementiert, kann man einfacher fahren. Beide Modelle lassen sich nicht gleich pilotieren, aber so unterschiedlich voneinander sind sie natürlich auch nicht - da es ja beides Prototypen sind. Jeder Wagen hat seine ganz eigene Charakteristik, die ihn auch ausmacht. Und die Bereifung spielt halt auch immer eine große Rolle dabei. Die Michelin-Pneus des LMP1 sind ganz anderes als die Reifen von Continental für die IMSA.»

Sie haben international große Erfahrungen gesammelt und dabei schon den ein oder anderen Rennplatz gesehen. Was ist denn Ihre liebste Rennstrecke und warum?

«Silverstone ist sicherlich eine meiner liebsten Strecken. Aber auch Spa-Francorchamps und Le Mans, obwohl Le Mans für mich noch sehr neu ist. Dort bin ich bisher erst drei Mal gefahren. In Silverstone war ich dagegen bestimmt schon über 40 Mal unterwegs – nicht immer in einem Rennauto. Und dann gibt es in den Staaten noch Rennstrecken, die ich sehr gerne mag, wie Long Beach oder St. Petersburg – die Stadtpisten im Allgemeinen. Es gibt immer neue Strecken, die ich in meiner Karriere erkunde. Das ist natürlich sehr aufregend.»

Werden wir Sie auch beim ’Petit Le Mans’ in einem DPi sehen?

«Ja. Ich glaube schon, dass ich da sein werde. Ich freue mich auf dieses Rennen. Neben Le Mans ist das ebenfalls eine Rennstrecke, die ich kaum gefahren bin. Road Atlanta ist eine schnelle Strecke mit vielen blinden Kurven.»

Neben Daytona, Sebring und dem PLM ist Watkins Glen der vierte große IMSA-Klassiker. Sind Sie da auch dabei?

«Nein. Das ist nur ein 6-Stunden-Rennen, das man auch gut mit zwei Fahrern bestreiten kann. Da habe ich dann mal ein Wochenende frei. Aber das ist sowieso ganz merkwürdig. Manchmal wünscht man sich ein freies Wochenende und dann ist es da und man wünscht sich, auf der Rennstrecke zu sein.»

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