Quo Vadis WEC 2013 und danach?

Kolumne von Guido Quirmbach
FIA WEC
Wall of Champions am Eingang von Sebring

Wall of Champions am Eingang von Sebring

Wo die WEC im kommenden Jahr starten wird, ist nach wie vor nicht entschieden. Von Tradition scheint aber nur noch wenig übrig zu sein.

Eigentlich sollte in Brasilien der WEC-Kalender für die kommende Saison verkündet werden. Dies wurde nun auf Bahrain vertagt, weil am 28. September der World Council tagt. Allerdings funktioniert das auch nur dann, wenn sich die Formel 1 bis dahin endgültig entschieden hat, wann und wo sie im kommenden Jahr fährt.

Anhänger der Tradition bei den Sportwagen sollten sich schon einmal auf eine Enttäuschung einstellen. Denn bei den «12 Stunden von Sebring» wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im kommenden Jahr nicht gefahren werden. Was trotz der Strecke und den vielen Autos eher an den Egos der in den Verhandlungen involvierten Parteien als der Vernunft scheitern wird. Wahrscheinlicher Austragungsort für den amerikanischen Lauf wird der neue Kurs in Austin. Mag sein, dass dort die FIA mehr zu sagen hat als in Daytona, Sebring oder Road Atlanta. Dem Sportwagensport hätte man damit, sollte es wirklich soweit kommen, sicher keinen Gefallen getan.

Allerdings zeigt die Geschichte im Sportwagensport, dass dort gerne Fehler wiederholt werden. Wie es nicht geht, haben in den letzten vier Jahrzehnten schon genug gezeigt und demnächst geht in Donington schon wieder eine WM endgültig zu Ende, die vor allem an Überschätzung der Serie seitens des Promoters leidete. Und wer einen seit den 1950er Jahren bestehenden Event mit weit mehr als 100.000 Zuschauer pro Jahr wegschmeisst, der scheint die gleichen Gedanken zu haben.

Vom Grundgedanken, die Klassiker wieder aufleben zu lassen, hat man sich jedenfalls schon lange entfernt. Wohl auch, weil man irrtümlich glaubte, in zwei Jahren 20 Jahre verbrannte Erde wieder zum Blühen bringen zu können, statt einem Event die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln.

Statt bei Klassikern fährt man schon 2012 in Sportwagen-Hochburgen wie Bahrain und Interlagos. Für das kommende Jahr sind von Motorsportfreunden bevorzugte Ziele wie Moskau und Neu Delhi in der Gerüchteküche. Korea fehlt mir noch in meiner Wunschliste.

Die Rennstrecken ausschliesslich nach den Zielmärkten der Hersteller auszuwählen ist mit einer der besten Wege, die Privatiers zu vergraulen und die WM in eine Sackgasse zu manövrieren. Eine WM kann nur mit einer soliden Basis aus gut besuchten und renomierten Klassikern funktionieren. Ein bis zwei neue Märkte sind durchaus in Ordnung. Wenn aber von den traditionellen Rennen nur noch Spa, Silverstone und Le Mans übrig bleiben, ist die solide Basis extrem gefährdet.

Wie gesagt, es ist noch nicht offiziell und die Hoffnung stirbt zuletzt. In jedem Fall bleibt ein kleiner Trost: Die «12 Stunden von Sebring» haben schon viele Hochs- und Tiefs überlebt. Das Rennen wird auch den Abzug der WEC verkraften und wahrscheinlich auch länger... ach nee, lassen wir das.

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