Gipfeltreffen: Vettel, Verstappen, Rosberg, Hamilton!

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mit dem Verbremser von Lewis Hamilton nahm das Unheil seinen Lauf

Mit dem Verbremser von Lewis Hamilton nahm das Unheil seinen Lauf

​Heute kommt es am Rande der Interlagos-Rennstrecke in São Paulo zu einem brisanten Treffen: FIA-Rennleiter Charlie Whiting trifft auf die Mexiko-Hitzköpfe Vettel, Verstappen, Rosberg, Ricciardo und Hamilton!

11.00 Uhr heute Lokalzeit am Autódromo José Carlos Pace ist ein Pflichttermin für alle Berichterstatter des Brasilien-GP: Im Rahmen der üblichen Pressekonferenz des Autoverbands FIA kommt es zum Gipfeltreffen der Mexiko-Streithähne. 14.00 europäischer Zeit (nicht vergessen: drei Stunden Zeitverschiebung!) nehmen dort jene Fahrer Platz, die sich nach dem Rennen in Mittelamerika angegiftelt hatten wie selten zuvor – Sebastian Vettel, Max Verstappen, Nico Rosberg, Daniel Ricciardo und Lewis Hamilton!

Ausnahmsweise gesellt sich dieser Runde auch Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting hinzu er wird über die Hintergründe zu den ausgesprochenen Strafen im und nach dem Mexiko-GP Stellung nehmen.

Es kam knüppeldick für den vierfachen Formel-1-Champion Sebastian Vettel in Mexiko: Nach dem Ärger im GP über Verstappen und Ricciardo die Freude über Rang 3, dann viel Medienschelte und schliesslich das Hammerurteil der FIA-Rennkommissare – Rang 3 futsch!

Damit hatten wir die kuriose Situation: Max Verstappen wollte aufs Podest und wurde zurückgepfiffen (Fünfsekundenstrafe wegen Abkürzens). Sebastian Vettel stand auf dem Podest, hat den dritten Platz aber verloren (Zehnsekundenstrafe wegen seines Fahrverhaltens gegen Verstappen). Und Daniel Ricciardo, am Ende Dritter war, kam erst spät am Abend in die Nähe des Siegerpodests – im Rahmen einer improvisierten Siegerehrung. Das hat es so noch nie gegeben.

Die britischen Medien stellten Ferrari-Star Sebastian Vettel gnadenlos an den Pranger. Sie fanden die Verwendung des Wortes «fuck» im Funkverkehr inakzeptabel und forderten vom Autoverband FIA eine Disziplinarstrafe.

Sebastian Vettel hatte sich zum Schluss des Mexiko-GP fürchterlich über die Fahrweise von Max Verstappen aufgeregt. Der Niederländer war im Duell mit dem Ferrari-Star geradeaus über die Wiese gefahren, Vettel erwartete, dass Max ihm diesen Platz hergibt. Aber das passierte nicht.

Als ihm das Team ins Auto funkte, man habe Rennleiter Charlie Whiting bereits darauf aufmerksam gemacht, dass Max seine Position zurückgeben müsse, schäumte Vettel daraufhin am Funk: «Hier ist eine Nachricht für Charlie – fuck off! Fuck off!»

Nach dem Rennen schämte sich Vettel für sein Verbal-Foul: «Klar war ich fuchsteufelswild, und da ruscht einem vielleicht auch mal was heraus, das man lieber nicht hätte sagen sollen. Daher war es mir wichtig, dass ich nach dem Grand Prix gleich zu Charlie gehe und mich für meine Worte entschuldige.»

Vettel entschuldigte sich später auch noch schriftlich und entging somit einer möglichen Rennsperre für Brasilien.

Nach dem Mexiko-GP lagen sich alle in den Haaren.

Max Verstappen hatte kein Verständnis für seine Strafe: «Ich denke, es war das Gleiche, wie in der ersten Kurve der ersten Runde passiert ist. Lewis war neben der Strecke und hatte einen Riesenvorteil, und Rosberg hatte auch einen klaren Vorteil. Wenn man Rosberg keine Strafe für die Szene nach dem Start gibt, darf man mir das auch nicht geben. Ich hatte nicht einmal was davon, ich war vorne, als ich bremste und als ich zurückkam, war das der gleiche Vorsprung wie zuvor – das ist einfach lächerlich.»

Nico Rosberg wunderte sich über die ruppige Fahrweise von Verstappen in der ersten Kurve: «Im Fernsehen sieht das ganz sachte aus, aber die Berührung war schon heftig, ein massiver Schlag. Ich dachte, mein Rennen sei vorbei. Meine Lenkung war nachher auch krumm. Was die Strafe von Max angeht, will ich das nicht weiter kommentieren, das ist Sache der Rennkommissare.»

Daniel Ricciardo wetterte über Hamilton und Vettel: «In letzter Zeit hat sich jeder über Spurwechsel auf der Bremse aufgeregt. Vettel hat aber genau das gemacht. Auch wenn ich den dritten Platz nachträglich zugesprochen bekam, ist es einfach nur eine Schande. Was ich von Lewis Hamilton am Start gesehen habe, schien das Gleiche zu sein wie bei Verstappen. Ich denke, auch er hätte eine Strafe verdient.»

Zu Vettel sagte Verstappen: «Wenigstens weiss ich, wie man auf der Bremse die Spur wechselt. Denn er scheint das nicht zu wissen. Es ist lächerlich, was er gemacht hat. Daniel war an seiner Seite, er lenkt ihm ins Auto und schreit am Funk nur rum. Ich weiss gar nicht, wie viele schlimme Wörter er gesagt hat, offenbar muss er noch einmal in die Schule, um richtig reden zu lernen.»

Vettel ätzte zurück: «Ich glaube, ich war länger in der Schule als Max Verstappen.»

Lewis Hamilton wiederum maulte: «Ich war vor dem Verbremser Erster und nachher auch, also habe ich nichts gewonnen. Wieso sollte ich dafür eine Strafe erhalten?»

Das wird Charlie Whiting heute erklären.

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