Versagte FIA im Mexiko-GP? Charlie Whiting wehrt sich

Von Mathias Brunner
Formel 1
Charlie Whiting

Charlie Whiting

​Fahrer und Fans finden: Die Rennkommissare hätten beim Mexiko-GP keine gleichmässigen Strafen ausgesprochen. Charlie Whiting, Rennleiter der Formel 1, nimmt in Brasilien dazu Stellung.

Klar schwappten die Ereignisse des turbulenten Mexiko-GP bis nach Brasilien. Charlie Whiting – Rennleiter der Formel 1, Starter, Sicherheitsdelegierter und Ansprechpartner von Teams und Piloten – nahm in Brasilien Stellung zu einigen Fragen, die nach dem vergangenen Rennen offengeblieben waren.

Wieso erhielt in Mexiko Max Verstappen eine Strafe fürs Geradeausfahren im Duell mit Sebastian Vettel, Lewis Hamilton aber für ein vergleichbares Manöver zu Beginn des Rennens nicht?

Die Antwort darauf ist ganz einfach: Wir kamen zum Schluss, dass Max dadurch einen Vorteil erhalten hatte, er behielt die Position gegen Vettel; dass Hamilton aber keinen Vorteil hatte, denn als das Safety-Car auf die Bahn kam, war jeder markante Vorsprung weg.

Wieso kam es für Vettel zu einer Strafe wegen Verteidigens der Position gegen Daniel Ricciardo?

Dazu muss ich ein wenig ausholen. Wir hatten in Ungarn einige Vorkommnisse zwischen Räikkönen und Verstappen, also wurde das in der Fahrerbesprechung von Hockenheim diskutiert. Die Mehrheit der Piloten war sich einig, dass etwas unternommen werden sollte gegen das Neupositionieren des Autos in der Bremszone. In Japan dann hatten wir eine vergleichbare Situation mit Verstappen vorne und Hamilton hinten, und Lewis musste in den Notausgang ausweichen. Das führte zu weiteren Dikussionen in der Fahrerbesprechung von Austin und zu einer FIA-Direktive, in welcher wir klarmachten – wer seinen Hintermann durch dieses Defensiv-Verhalten in Gefahr bringt, der wird bestraft. Die logische Folge davon war die Strafe für Vettel in Mexiko. Die Videobilder und auch die Daten aus dem Auto belegen eindeutig, dass sich Vettels Ferrari in der Bremszone seitlich bewegt hatte und dass Ricciardo ausweichen musste. Damit war für uns der Tatbestand erfüllt.

Wir haben bei jedem Rennen andere Rennkommissare. Führt das nicht zu ungleichmässigen Strafen?

Nein, der Meinung bin ich nicht. Denn jeder Zwischenfall ist nun mal anders. Niemand sollte unterschätzen, wie viele Informationen wir zur Verfügung haben, um zu einem Urteil zu gelangen – Videos, Daten aus den Rennwagen und so weiter. Die meisten davon könnt ihr nicht einsehen. Wenn ich mir die Strafen anschaue, dann sind sie auch gerechtfertigt, aufgrund der Informationen, welche die Rennkommissare haben.

Wieso hat Max Verstappen eine Fünfsekundenstrafe erhalten, Sebastian Vettel aber eine Zehnsekundenstrafe?

Das Strafmass obliegt den Rennkommissaren. Sie haben eine stattliche Bandbreite von Möglichkeiten – fünf Sekunden, zehn Sekunden, Durchfahrtsstrafe, Stop-and-go und so weiter. Der Unterschied zwischen Vettel und Verstappen ergab sich daraus, dass die Kommissare das Vergehen von Sebastian als gravierender einstuften.

Was ist mit der Schimpftirade von Sebastian Vettel gegen Sie?

Nun, es nicht das erste Mal, dass in der Formel 1 geflucht worden ist. Es war ein wenig bedauerlich, dass ich die Zielscheibe war, aber es gibt verschiedene Faktoren, welche die Frustration von Sebastian in dieser Situation erklären. Vettel kam sofort nach Rennschluss zu mir und hat sich entschuldigt. Mir reichte das, um die ganze Sache zu vergessen. Dinge passieren nun mal in der Hitze des Gefechts. Für mich ist die Angelegenheit damit bereinigt.

Sollten die Strecken nicht umgebaut werden, um das Geradeausfahren an gewissen Stellen unattraktiv zu machen?

Wir tun das bereits. Ich denke da an die zweite Schikane von Monza, an die letzte Kurve in Montreal, an Kurve 2 in Russland. Überall dort sind die Fahrer gezwungen, nach dem Geradeausfahren eine gewisse Route einzuhalten, um wieder auf die Bahn zurück zu gelangen. Dabei sind sie langsamer. Wir haben ins Auge gefasst, an einigen Stellen in Mexiko das Gleiche zu tun.

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