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Vijay Mallya (Force India): Schuldspruch in Indien

​Der Oberste Gerichtshof von Indien sieht es als erwiesen an: Der in England festsitzende Geschäftsmann Vijay Mallya hat sich nicht an Anordnungen gehalten. Es geht um viel Geld für Mallyas Kinder.

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Schuldspruch in Indien: Der Oberste Gerichtshof hat geurteilt, der Unternehmer Vijay Mallya habe eine Anweisung des Gerichts missachtet. Ihm war verboten worden, 40 Millionen Dollar aus einer Abfindung des Getränkekonzerns Diageo an seine Kinder zu überweisen. Stattdessen hätte das Geld gemäss Anordnung des Gerichts zum Abbau des Schuldenbergs verwendet werden müssen.

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Das Oberste Gericht hat den derzeit ohne Pass in England festsitzenden Mallya aufgefordert, sich im Juli vor dem Gericht zu verantworten und dort seine Strafe zu empfangen (die noch nicht feststeht).

Mehr als ein Jahr hatte das Kräftemessen zwischen dem Diageo-Konzern und Mallya im Ringen um die Kontrolle über die milliardenschwere "United Breweries Group" angedauert.

Schliesslich zog sich Mallya aus der Führungsriege zurück. Der Deal: Diageo musste ihm für seinen Rückzug 75 Millionen Dollar bezahlen. Was Mallya noch viel wichtiger war: Der Konzern verzichtete darauf, dem 61jährigen Inder finanzielle Unregelmässigkeiten, die bei internen Untersuchungen angeblich aufgetaucht waren, weiter zu verfolgen. Mallya selbst zeigte sich zufrieden. Das Erbe seiner Kinder sei gesichert, ausserdem plane er ohnehin, seine Zukunft in England zu verbringen.

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Nachdem eine Gruppe von 17 Banken (mit der "State Bank of India" als Anführer) das Höchste Gericht von Neu-Delhi gebeten hatte, den indischen Unternehmer Vijay Mallya verhaften zu lassen und seinen Reisepass sicherzustellen, musste General-Staatsanwalt Mukul Rohatgi kurz darauf zugeben – leider zu spät, der Unternehmer hatte das Land bereits anfangs März verlassen. Und zwar komplett legal.

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Die Entrüstung unter den Gläubigern war gross: Wie konnte es passieren, dass man sich den Mitbesitzer des Force-India-Rennstalls durch die Lappen gehen liess? Finanzminister Arun Jaitley in der Zeitung "The Hindu": "Die Banken hätten viel früher bei den Behörden vorstellig werden müssen, um zu ihrem Geld zu kommen."

Mallya hatte sich für seine Kingfisher-Airline sehr viel Geld geliehen, die Rede ist von einer Milliarde Euro. Es ist also kein Wunder, dass die Bank Ansprüche beispielsweise auf jene Abfindung Mallyas erhebt, die ihm seitens Diageo zugesprochen worden ist.

Am 18. April 2017 stellte sich Mallya in England, der Druck war ihm offenbar zu gross geworden. Der Haftrichter des Amtsgerichts Westminster legte eine Kaution in Höhe von 650.000 Pfund fest (773.000 Euro), die Mallya bezahlte. Der Force-India-Mitbesitzer ist heute deshalb auf freiem Fuss, weil er das Land ohnehin nicht verlassen kann: kein Reisepass.

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Mallya gibt zwar zu, dass er verschiedenen Banken einen Betrag im Bereich von umgerechnet 710 Millionen Euro schulde, aber er beteuert bis heute, er habe nichts falsch gemacht und werde für seine Schulden geradestehen. Wie er das genau machen will, hat er nie thematisiert.

Am 8. Februar 2017 ist aus Indien offiziell ein Auslieferungsantrag eingegangen. Seither liegt der Ball beim britischen Innenministerium. Am Amtsgericht Westminster ist auf 17. Mai 2017 eine Anhörung geplant. Vorher wird es keine Auslieferung geben.

Sollte Mallya zurück nach Indien reisen müssen, erwartet ihn eine ganze Serie von Prozessen, Kern ist der Konkurs seiner früheren Fluggesellschaft Kingfisher 2012. Die Altlasten dieser Milliardenpleite sind bis heute nicht aufgeräumt. Aber es geht nicht nur um Schulden, es geht auch um den Vorwurf des Betrugs und der Geldwäscherei. Und nun um Missachtung einer richterlichen Anordnung.

Und was ist mit der Formel 1? Mallya hat seit Beginn der finanziellen Schräglage beteuert, die erheblichen Schwierigkeiten in anderen Geschäftsbereichen hätten mit der Formel 1 nichts zu tun, der Rennstall stehe auf eigenen Füssen.

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