Spanien-GP: Weisse Renner mit V10-Sound verblüffen

Von Mathias Brunner
​Perplexe Zuschauer fragen sich am Circuit de Barcelona-Catalunya: «Ist die FOM jetzt unter die Rennställe gegangen?» Tatsächlich hat Formula One Management in Spanien eine eigene Box eingerichtet.

Wir kennen das seit Jahren aus Australien. Am Morgen brauchen wir in der Nähe des Albert-Parks jeweils keinen Wecker, sondern wir werden vom wunderbaren Sound eines V10-Saugmotors geweckt – dem Herzen des Minardi-Zweisitzers, der in Melbourne jeweils die Gäste um den Stadtkurs pfeffert.

In diesem Jahr übersah der sonst so aufmerksame Sebastian Vettel in Melbourne, dass bei der Pressekonferenz sein Mikro schon offen war. Er raunte Daniel Ricciardo zu: «Hörst du den Minardi draussen? Toll, nicht?» Der Australier nickte zustimmend.

Vettels früherer Teamchef Christian Horner sagte den Journalisten: «In Sachen Motoren müssen wir uns wirklich etwas einfallen lassen. Den besten Sound bietet ausgerechnet jenes Auto, das vor zwölf Jahren das Langsamste im Feld war – ein Minardi mit dem V10-Sauger im Heck. Wenn du die Gesichter der Fans siehst, dann weisst du, was das Heulen für sie bedeutet.»

Liberty Media, die neuen Formel-1-Grossaktionäre, wollen die Formel 1 den Fans näherbringen, die US-Amerikaner sind der Überzeugung, dass der langjährige F1-Serienpromoter Bernie Ecclestone gewisse Tendenzen verschlafen hat. Startschuss ist das so genannte Fan-Fest in Spanien, mehr zum Fan-Fest von Spanien finden Sie im roten Link.

Einige GP-Fans meldeten sich ein wenig verwundert auf den sozialen Kanälen: «Ist die FOM nun ein Team?» Tatsächlich hat Formula One Management am Circuit de Barcelona-Catalunya eine eigene Box eingereicht, um den Fans ein wenig zu erklären, was die GP-Teams dort so alles treiben. Und dort stehen eben auch zwei Exemplare der lässigen Zweisitzer.

Der frühere Minardi-Besitzer Paul Stoddart liess vor Jahren acht solcher Renner bauen, als Basis diente ihm in Sachen Design ein Tyrrell 026. Die FOM hat einen Teil dieser Formel-1-Taxis übernommen und weitgehend weiss lackiert.

Im Neudeutsch von Liberty Media ist eine Fahrt im Zweisitzer ein «Highlight der f1experience», das Grand-Prix-Wochenende soll als Erlebnis für die ganze Familie wahrgenommen werden. Für die Fans ist sogar eine eigene Webpage eingerichtet worden.

Die Fans können dabei nicht nur Eintritte in den exklusiven Paddock-Klub gewinnen, sondern auch Fotogelegenheiten mit Teams und Piloten – und eben einen 300-km/h-Ritt im Zweisitzer.

Am Lenkrad sitzen zwei alte Bekannte: Die beiden früheren Minardi-Fahrer Zsolt Baumgartner (36) aus Ungarn sowie Patrick Friesacher (ebenfalls 36) aus Österreich. Baumgartner, noch immer der einzige GP-Fahrer aus seinem Land, fuhr 2004 für den Minardi-Rennstall (aus dem Toro Rosso hervorging), Friesacher nahm 2005 an elf WM-Läufen für Minardi teil, dann ging ihm das Geld aus.

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