Mika Salo zu Ferrari: Kimi Räikkönen ist die Nummer 2

Von Rob La Salle
Formel 1

​​So ändern sich die Zeiten. Ex-Ferrari-Fahrer Mika Salo sagte 2016 über seinen finnischen Landsmann Kimi Räikkönen: «Ich sehe Kimi nicht als Nummer 2.» Heute behauptet Salo genau das Gegenteil.

So schnell bringt den «Iceman» nichts aus der Fassung. Schon gar nicht das anhaltende Gerücht, wonach er bei Ferrari ein Auslaufmodell sei und in der kommenden Saison ein anderer Fahrer in seinem Wagen sitze. Wir hören das seit Kimis Rückkehr nach Maranello. «Ich habe mich an solche Geschichten gewöhnt», sagt der 37jährige Räikkönen.

Kimi hat im Testwinter einen Aufwärtstrend fortgesetzt. In Monaco stellte er seinen Ferrari auf seine erste Pole-Position seit 2008 in Frankreich. Kimis Landsmann Mika Salo war immer unter jenen Experten, die sich weigerten, Kimi abzuschreiben, auch als sein Speed zu wünschen übrig liess. Der heute 50-Jährige – 1999 als Ersatzfahrer für den verletzten Michael Schumacher WM-Zehnter mit Ferrari – hielt vor einem Jahr auf dem finnischen TV-Sender MTV fest: «Grundsätzlich sehe ich Kimi bei Ferrari nicht als Nummer 2. Aber eines muss auch klar sein. Will Räikkönen nochmals an den Titel denken, muss er zunächst mal an Sebastian Vettel vorbei.»

Auf die Dauerfrage, ob Kimi in seiner vielleicht letzten GP-Saison stehe, meinte Salo: «Das ist schwer zu sagen. Aber ich finde es clever von Ferrari, mit diesen beiden Piloten weiter zu machen. Kontinuität in einem Top-Team ist ganz wichtig. Und es spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, wie gut die beiden Fahrer miteinander auskommen.»

Doch was zuletzt beim Monaco-GP passiert ist, hat beim 110fachen GP-Teilnehmer Salo zu einem Umdenken geführt. Mika, der nicht nur als TV-Experte arbeitet, sondern regelmässig auch das FIA-Rennkommissar, stellt fest: «Sebastian Vettel hat eine gute Chance, Formel-1-Weltmeister zu werden. Er macht gegen Hamilton einen hervorragenden Job. Kimi liegt bereits um eine beträchtliche Anzahl WM-Punkte zurück.»

Um genau zu sein, reist Sebastian Vettel als WM-Leader mit 129 Punkten nach Kanada, es folgen im Zwischenklassement Lewis Hamilton (104), Valtteri Bottas (75), erst dann Kimi Räikkönen (67).

Mika Salo weiter: «In dieser Situation ist Kimi in den Augen der meisten Leute die Nummer 2. Klar wird Kimi Räikkönen so lange an den Titel glaube, wie ein WM-Sieg mathematisch möglich ist. Aber die Interessen des Rennstalls bedeuten, dass Kimi wohl zweiter Fahrer ist.»

Mika Salo kennt sich damit aus: 1999 musste er in Hockenheim seine beste Möglichkeit auf einen GP-Sieg preisgeben, um die WM-Chancen seines Ferrari-Stallgefährten Eddie Irvine zu wahren. Salo hat sich damals als Mannschaftsspieler ausgezeichnet, später sprach er davon, dass er das bereut.

Zurück zu Kimi. Mika Salo ist der Ansicht, dass in Sachen Ferrari-Stallorder noch Einiges auf uns zukommt: «Ich könnte mir vorstellen, dass wir etwas Anderes sehen werden als Boxenstrategie. Wenn Vettel weiter Leader ist und Kimi am einen oder anderen Ort schneller fährt, kann es durchaus sein, dass wir einen Platzwechsel erleben.»

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