Maurizio Arrivabene: «Jammern ist nicht Ferrari-Stil»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Maurizio Arrivabene (Zweiter von rechts) mit seinen Piloten und F1-Operationsleiter Gino Rosato

Maurizio Arrivabene (Zweiter von rechts) mit seinen Piloten und F1-Operationsleiter Gino Rosato

​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene (60) versucht, die Wogen zu glätten. Aber Fakt ist, dass Ferrari seit Ende Mai die Möglichkeiten des guten Fahrzeugs zu wenig genutzt hat, aus unterschiedlichen Gründen.

Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt: Die italienischen Medien befinden sich auf Wolke 7, wenn Ferrari gewinnt. Aber nach vier Grands Prix ohne Sieg rauscht es unüberhörbar im Blätterwald südlich der Alpen. Der «Corriere dello Sport» stellt fest: «Ferrari durchlebt keine gute Phase. Mercedes erobert die Übermacht der Vergangenheit zurück, während Ferraris Leistungen allmählich schwächer werden.»

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es ist nicht so, dass Ferrari schwächer geworden ist. Es ist eher so, dass Mercedes stärker geworden ist. Mercedes-Teamchef Toto Wolff: «Wir haben im Umgang mit den Reifen dazugelernt. Wir schaffen es nun besser, die Möglichkeiten der Reifen zu nutzen.»

Der «Corriere della Sera» findet: «Nicht einmal die Pessimisten unter den Maranello-Fans hätten mit einer derartigen Serie von Misserfolgen gerechnet. Keine Panik – doch in Maranello ist jetzt vieles zu überdenken.»

Pessimisten fürchten, dass Ferrari in ein altes Muster zurückfällt, wonach es an Weiterentwicklung mangelt. WM-Leader Sebastian Vettel und Publikumsliebling Kimi Räikkönen beteuern das Gegenteil: «Die ganzen Verbesserungen passen.»

Aber der vierfache Formel-1-Champion Vettel hat in England einen Satz gesagt, der auf alle vier Rennen im Juni und Juli zutrifft: «Heute wäre mehr möglich gewesen.»

Ferrari ist seit Ende Mai in Monaco ohne Sieg. In Kanada wurde der Frontflügel von Vettels Wagen beschädigt, nach einer Berührung mit dem Auto von Max Verstappen. In Baku verlor Sebastian die Nerven – Rammstoss gegen Lewis Hamilton, Strafe, wie in Montreal nur Rang 4. In Österreich verpasste Vettel die Pole um Haaresbreite, bis heute ist Sebastian davon überzeugt, dass der Grundstein zu Bottas’ Sieg ein Frühstart des Finnen gewesen ist. Vettel kämpfte mit Reifenproblemen (Blasenbildung) und wurde Zweiter hinter Valtteri Bottas.

Vettel nach dem Reifenschaden von England, der ihn auf Platz 7 zurückwarf: «Natürlich ist das enttäuschend, auch wenn wir nicht vergessen sollten – das Jahr ist noch lang.»

Was sagt Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene? Der 60jährige Italiener versucht, die Wogen zu glätten: «Jammern, das ist nicht Ferrari-Stil. Jeder hat sehen können, was in England passiert ist. Gewiss, wir haben in beiden Weltmeisterschaften wichtige Punkte verloren. Jetzt müssen wir uns aufrappeln, in Demut und mit Entschlossenheit.»

Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat in seiner Rede vor der Rennabteilung eine «starke Reaktion» gefordert. Ob Ferrari dazu in der Lage ist, werden wir am 30. Juli in Ungarn sehen.

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