Mario Illien (Ilmor): Motor 2021, wenn Kosten stimmen

Von Adam Cooper
Formel 1
Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner mit Ilmor-Gründer Mario Illien

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner mit Ilmor-Gründer Mario Illien

​Der Schweizer Mario Illien (67) ist nicht abgeneigt, zur Saison 2021 hin wieder einen Formel-1-Motor zu bauen. Allerdings will der Ilmor-Firmengründer einen Partner finden, der ein solches Projekt finanziert.

Der Engländer Ross Brawn, bei «Formula One Management» (FOM) für die Entwicklung der Formel 1 zuständig, möchte künftig wieder unabhängige Motorhersteller im GP-Sport erleben. Firmen wie Cosworth oder Ilmor. Ilmor-Gründer und –Mitbesitzer Mario Illien (67) hat den Kontakt zur Formel 1 nie verloren. Er war für verschiedene F1-Motorhersteller beratend tätig und sass bei den jüngsten Projektsitzungen, bei welchen es um die Formel-1-Motoren ab 2021 geht.

Mario Illien sagt: «Wir spüren das Bestreben, unabhängige Hersteller in den Sport zurück zu bringen. Das ist einer der Gründe, wieso ich an diesen Sitzungen teilnehme. Ich will wissen, ob sich das in eine Richtung entwickelt, welche für die Unabhängigen gangbar ist. Um das zu erreichen, brauchen wir Vereinfachung. Wir brauchen niedrigere Kosten. Wir müssen den Sport verbessern, und das schliesst mit ein, den Sound zu verbessern.»

«Um den unabhängigen Motorherstellern eine Chance zu geben, müssen die Kosten runter, nicht nur für das Konzept, sondern auch bei der Entwicklung. Wir könnten beispielsweise einen standardisierten Turbolader für alle einführen, das würde den finanziellen Aufwand verringern. Wir müssen Mittel und Wege finden, dass nur noch kleine Entwicklungsschritte möglich sind.»

«In der kommenden Saison müssen die Rennställe pro Fahrer und Saison mit drei Antriebseinheiten auskommen. Das macht den Sport nicht kostengünstiger, sondern teurer! Denn um eine solche Standfestigkeit zu erreichen, braucht ein Hersteller sehr viele Stunden auf den Prüfständen. Ich finde selbst vier Motoren zu wenig. Schaut euch doch den Stand an verbrauchten Motorteilen an – wir haben Halbzeit, und die Hälfte des Feldes ist in Schwierigkeiten!»

Illien, mit Roger Penske IndyCar- und Indy-500-Sieger, mit Mercedes Formel-1-Weltmeister geworden, sagt weiter: «Selbst wenn wir, sagen wir zwei Kunden hätten, so würde das nicht reichen, um ein solches Projekt alleine zu stemmen. Die Entwicklungskosten müssten von einer anderen Firma getragen werden, am besten von einem Autohersteller. Aber es kann auch ein anderes Unternehmen sein, Red Bull Racing lässt seine Triebwerke auch TAG nennen.»

Illien ist der Überzeugung, dass sich die Formel 1 mit der Einführung der Turbomotoren 2014 auf dem Holzweg befindet: «Serienrelevanz ist nicht so wichtig. Wir bräuchten besseren Sport. Klar kann die Serie von den Erfahrungen aus dem Motorsport profitieren. Aber das sollte zweitrangig sein. Wenn die Menschen den Fernseher abschalten, weil sie von der Formel 1 nicht gefesselt werden, dann nützt die ganze Serienrelevanz wenig.»

«Ein gutes Beispiel für ein viel zu teures Teil ist der elektrische Generator am Turbolader, die so genannte Energierückwinnung MGU-H. Vielleicht sollten wir sogar in Betracht ziehen, die kinetische Energierückgewinnung zu behalten, aber zu Saugmotoren zurückzukehren. Ich weiss, das liegt derzeit nicht auf dem Verhandlungstisch, aber die Fans würden es lieben. Wenn die Autowelt zunehmend in die Bereiche Hybrid und Elektrik vorstösst, dann braucht der Sport vielleicht einen Kontrapunkt – etwas, das keiner zuhause in der Garage stehen haben kann.»

Das Thema Lärm ist gemäss Illien äusserst knifflig: «Das grundlegende Problem besteht darin, dass wir die Motoren immer effizienter machen. Das aber würgt guten Sound ab. Wir müssen da Zugeständnisse machen. Die MHU-H wegzulassen, das hilft bereits ein wenig. Wir müssen uns auch den Ladedruck ansehen. Je mehr Energie am Auspuff absorbiert wird, desto weniger Krawall kommt eben heraus.»

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