Ferrari-Duell um Sauber 2018: Leclerc – Giovinazzi

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Ferrari-Präsident Sergio Marchionne hat ein Problem: Er hat zwei vielversprechende Junioren, aber nur einen davon wird er 2018 bei Sauber unterbringen. Daher liess Ferrari die beiden zum Duell antreten.

Ferrari-Chef Sergio Marchionne hat kein Geheimnis daraus gemacht: Die Verlängerung des Abkommens als Motorenlieferant von Sauber schliesst mit ein, dass Ferrari bei den Schweizern einen Piloten unterbringen kann. Der Fiat-Chrysler-Geschäftsleiter sagte in Ungarn: «Die Motoren für Sauber sind auch eine Gelegenheit, eine Art Junior-Team zu erzeugen und Platz für unsere jungen Fahrer zu schaffen. Wir haben zwei tolle junge Talente, aber um die Zukunft von Ferrari zu sichern, müssen wir auch die Möglichkeit haben, sie irgendwo auszubilden.»

Diese beiden Talente heissen Charles Leclerc, 19 Jahre alt, aus Monaco, und Antonio Giovinazzi, 23 Jahre jung, aus Italien.
Antonio ist 2017 dritter Fahrer von Ferrari, 2016 wurde er Gesamtzweiter in der GP2-Serie (heute Formel 2). Charles wurde GP3-Champion 2016 und fährt 2017 in der Formel 2 die Gegner in Grund und Boden.

Was gegen Giovinazzi spricht: Der Italiener neigt unter Druck zu Fehlern. Er schrottete als Wehrlein-Ersatzmann bei Sauber in China zwei Mal das Auto, er zerlegte in Ungarn im freien Training den Haas-Renner von Kevin Magnussen.

Beide Piloten haben innerhalb von Ferrari ihre Fankreise. Das Problem von Marchionne – nur einen davon wird er in den Sauber setzen können. In den Werksautos werden auch 2018 Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen sitzen, bei Haas ist kein Platz für einen Ferrari-Jungspund, Romain Grosjean und Kevin Magnussen bleiben.

Wie also soll sich Ferrari entscheiden?

Es ist bestimmt kein Zufall, das beim jüngsten Pirelli-Test, den Ferrari auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya gefahren hat, für je einen Tag Giovinazzi und Leclerc aufgeboten worden sind. Der berühmteste Rennstall der Welt hat die Pirelli-Tests kurzerhand zum Duell der beiden Junioren umfunktioniert. Die Ferrari-Techniker erhielten auf diese Weise den direkten Vergleich – was bei einem normalen Formel-1-Test nicht möglich gewesen wäre.

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