FP1 Spa: Bestzeit von Kimi Räikkönen, Crash von Massa

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Kimi Räikkönen sicherte sich in Belgien die erste Bestzeit des Wochenendes

Kimi Räikkönen sicherte sich in Belgien die erste Bestzeit des Wochenendes

Ferrari-Star Kimi Räikkönen drehte im ersten freien Training auf dem Circuit de Spa-Francorchamps die schnellste Runde. Teamkollege Sebastian Vettel war der Drittschnellste. Felipe Massa krachte in die Reifenstapel.

Die GP-Stars durften nach der Sommerpause bei Sonnenschein und 17 Grad Aussentemperatur auf den Circuit de Spa-Francorchamps ausrücken. Und die GP-Stars liessen sich nicht viel Zeit, nach vier Minuten hatten alle mindestens eine Installationsrunde gedreht. Lewis Hamilton war mit dem umstrittenen Halo-Kopfschutz unterwegs, genauso wie Marcus Ericsson und Stoffel Vandoorne. Alle drei liessen den Schutzring nach den ersten Minuten wieder abnehmen.

Es dauerte nicht lange, bis der erste Fahrer technische Probleme bekundete: McLaren-Honda-Zugpferd Fernando Alonso meldete Probleme mit seiner Antriebseinheit und schleppte sich zurück zur Box, wo sich die Mechaniker gleich über seinen Dienstwagen hermachten.

Noch schlechter lief der Start zum zwölften Rennwochenende des Jahres für Rückkehrer Felipe Massa. Der Brasilianer, der den Ungarn-GP wegen Schwindel verpasst hatte, setzte seinen Williams in Malmedy in die Leitplanken und sorgte damit für Schrott und die erste Unterbrechung des Tages. Der GP-Routinier funkte gleich, dass er die Kontrolle über seinen Dienstwagen auf den Randsteinen verloren hatte.

Hinterher berichtete der Rennfahrer aus Sao Paulo: «Mir geht es gut. Ich habe die Kontrolle über mein Heck verloren und geriet dann in die Auslaufzone und krachte in die Streckenbegrenzung. Das hat nichts mit meinen gesundheitlichen Problemen zu tun, ich habe mein Auto einfach auf den Randsteinen verloren. Dabei ging ziemlich viel kaputt.»

Pascal Wehrlein: Technische Probleme

Es dauerte neun Minuten, bis die Strecke wieder freigegeben wurde, weshalb die Rennleitung den Teams mitteilte, dass sie den zusätzlichen Reifensatz neun Minuten länger als gewohnt einsetzen durften. Auf der Zeitenliste hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt bloss Force India-Talent Esteban Ocon mit 1:48,962 min eine Rundenzeit notieren lassen.

Doch kaum konnten die GP-Stars wieder Gas geben, wurde der Mercedes-Nachwuchspilot durchgereicht. Nach der ersten halben Stunde des ersten Trainings führte Räikkönen die Zeitenliste mit 1:47,902 min an, doch auch der durfte sich nicht lange über die erste Position auf dem Zeitenmonitor freuen, denn erst setzte sich Red Bull Racing-Pilot Daniel Ricciardo an die Spitze, dann letzte Lewis Hamilton mit 1:47,419 min nach. Auch Max Verstappen schob sich mit 1:47,743 min vor den Iceman.

Hamilton war auf seiner schnellsten Runde wie Räikkönen auf den superweichen Reifen unterwegs, die beiden Red Bull Racing-Piloten hatten ihre Bestzeiten hingegen auf den ultraweichen Gummis gedreht. Vettel, dem nur sechs Zehntel auf Hamiltons Bestzeit fehlten, gab auf den weichen Reifen Gas.

Während sich die Stars der Szene an der Spitze des Zeitenmonitors abwechselten, musste sich Pascal Wehrlein in Geduld üben. Der Grund? «Die Ingenieure haben auf der Installationsrunde ein Problem festgestellt und mich ziemlich schnell angewiesen, langsam zu fahren», berichtete der Deutsche, der mit dem langersehnten neuen Unterboden hatte ausrücken dürfen.

Nico Hülkenberg: Heisser Hintern

Zur Halbzeit führte Hamilton die Zeitenliste mit 1:46,439 min und einem Vorsprung von knapp zwei Zehnteln auf Ricciardo an. Dahinter komplettierten Bottas, Räikkönen, Verstappen, Vettel, Ocon, Carlos Sainz, Sergio Pérez und Lokalmatador Vandoorne die Top-10. Dahinter hatten sich Lance Stroll, Nico Hülkenberg, Kevin Magnussen, Daniil Kvyat, Fernando Alonso, Romain Grosjean, Jolyon Palmer, Ericsson, Wehrlein und Crashpilot Massa ein.

Mit einem eigenartigen Problem hatte Renault-Hoffnungsträger Hülkenberg zu kämpfen. Der Deutsche klagte darüber, dass sein Sitz sehr heiss sei. Offenbar sorgte ein kleines Leck im Belüfungssystem für die Wallungen des Emmerichers. Zuvor hatte schon Magnussen wegen eines ungewöhnlichen Problems die Box ansteuern müssen: Die Cockpitverkleidung seines Haas-Renners löste sich bei freier Fahrt – genauso wie bei Hamilton in Baku.

Ein unliebsames Treffen mit der Streckenbegrenzung hatte auch Bottas, der sich erst mit 1:46,424 min an die Spitze setzte und in der folgenden Runde in Kurve 13 von der Strecke geriet. Der Finne hatte Glück im Unglück, er pflügte sich durchs Kies und touchierte die Reifenstapel nur leicht, weshalb sich der Schaden in Grenzen hielt. Einzig der Frontflügel seines Silberpfeils wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Bottas konnte aus eigener Kraft weiterfahren und steuerte gleich die Box an, während Alonso mit seinem DRS-System Mühe bekundete. Der Asturier schaffte es nicht, den Heckflügel flach zu stellen. Trotzdem bat ihn das McLaren-Team, auf der Strecke zu bleiben.

Mittlerweile hatte Bottas' Teamkollege Hamilton die Spitzenposition wieder übernommen. Der Brite drehte die neue Bestzeit auf der weichen Mischung und war mit 1:45,555 min knapp siebeneinhalb Zehntel schneller als der Verstappen, der sich den zweiten Platz vor seinem Teamkollegen Ricciardo gesichert hatte. Beide Red Bull Racing-Piloten hatten ihre Bestzeiten auf der ultraweichen und somit weichsten Mischung gedreht.

In der letzten Viertelstunde gab auch Vettel nochmals richtig Gas. Mit Erfolg: Der vierfache Champion reihte sich mit nur 92 Tausendstel Rückstand auf der zweiten Position ein. Wie die Red Bull Racing-Fahrer war auch der Ferrari-Star mit den ultraweichen Reifen ausgerückt. Auf der anderen Seite der Wohlfühlskala fand sich Daniil Kvyat wieder, der Motorenprobleme fürchtete.

Auch Hamilton blieb in den letzten Minuten nicht sorgenfrei. Der dreifache Weltmeister funkte, dass er auf seinem weichen Reifensatz mit Vibrationen zu kämpfen habe, weshalb er wieder die Box ansteuerte, nur um gleich darauf wieder auszurücken. Auch sein Teamkollege Valtteri Bottas war wieder auf der Bahn.

Knapp fünf Minuten vor dem Ende setzte sich Räikkönen mit 1:45,502 min an die Spitze. Der 37-Jährige blib damit 53 Tausendstel schneller als Hamilton, der den zweiten Platz vor Vettel, Verstappen, Ricciardo, Bottas, Sainz, Ocon, Kvyat und Vandoorne belegte. Palmer, Hülkenberg, Alonso, Pérez, Stroll, Magnussen, Grosjean, Ericsson, Wehrlein und Massa komplettierten die Zeitenliste.

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