Force India ohne Stallorder: Risiken & Nebenwirkungen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Esteban Ocon vor Sergio Pérez

Esteban Ocon vor Sergio Pérez

​Sergio Pérez verlangt von der Force-India-Teamführung, dass in Brasilien und Abu Dhabi auf Teamorder verzichtet werde. Der Mexikaner spürt, dass Esteban Ocon immer ungemütlicher wird.

Esteban Ocon hat einen tollen Lauf: Der Mercedes-Junior ist 2017 in 18 Rennen 17 Mal in die Punkte gefahren (nur in Monaco nicht, da wurde er Zwölfter) und in den letzten sechs Rennen vier Mal unter die besten Sechs: Sechster in Monza, Sechster in Japan, Sechster in Texas, nun gar Fünfter in Mexiko. Weil Sergio Pérez ebenfalls fleissig punktet, hat Force India in Mexiko-Stadt vorzeitig Rang 4 im Konstrukteurs-Pokal sichergestellt.

Seither verlangt Sergio Pérez lautstark, dass Force India auf eine Stallorder verzichten solle, wenn die Formel 1 nach Brasilien und Abu Dhabi reise. Klar fordert Sergio das, denn der Mexikaner steht mit dem Rücken zur Wand: In den letzten drei Rennen ist der Franzose Ocon vor ihm ins Ziel gekommen, im WM-Klassement ist Pérez zwar noch Siebter, mit 92 Punkten, aber Ocon ist bis auf 9 Zähler herangerückt!

Force India ohne Stallorder, war da nicht was? Ach ja, Kleinholz, so wie in Baku, Ungarn oder in Belgien.

Sky-GP-Experte standen beim Pérez-Ocon-Duell hinunter zur Eau-Rouge-Senke in Belgien die Haare zu Berg: «Pérez und Ocon sind zum Arbeiten wirklich ein Traum, immer zugänglich und nett. Als ich wegen gesundheitlicher Probleme den Ungarn-GP auslassen musste, war Sergio einer der wenigen Fahrer, die sich die Mühe machten, sich nach meinem Zustand zu erkundigen. Und Esteban ist bei jedem Gespräch das reinste Vergnügen.»

«Wie es jedoch diese beiden Fahrer nun schon fast bei jedem Rennen schaffen, sich in solche Aggressoren zu verwandeln, ist mir schleierhaft. Ohne Zweifel sind sie ungefähr gleich schnell. Ocon ist wild entschlossen, sich vor den Augen seiner Mentoren von Mercedes zu etablieren. Und Pérez ist keine Schnecke, im Zweikampf kann der Mexikaner brutal werden.»

«Der ganze Stunk zwischen den beiden geht zurück auf den Kanada-GP. Ocon war dank einer anderen Strategie schneller, durfte aber nicht an Pérez vorbei. In Baku fuhren sich die beiden in die Kiste, ebenso in Ungarn. Dann sogar zwei Mal in Spa-Francorchamps. In Belgien hätten Teile der Force-India-Autos leicht Streckenposten oder Fans treffen können, ein Fahrzeug hätte beim Kontakt aufsteigen können.»

Bob Fernley, der stellvertretende Teamchef, sowie Geschäftsleiter Otmar Szafnauer machten den beiden Heissköpfen klar: Noch einmal so eine Nummer und ihr guckt ein Rennen lang zu, quasi auf der Strafbank. Und im Übrigen sagt künftig der Kommandostand, wer vorne fährt und wer hinten. Genau das will Pérez nun aushebeln.

Sergio: «Uns wurde gesagt, es gibt Stallorder, bis Rang 4 in der WM sichergestellt ist. Das ist nun der Fall. Jetzt liegt es an Esteban und mir, dem Team zu zeigen, dass sie uns vertrauen können.»

Otmar Szafnauers Logik: «Für die Fans ist es toller, wenn die beiden frei kämpfen können. Für unsere Jahresrechnung ist es besser, wenn etwas weniger Kohlefaserteile fliegen. Immerhin stehen wir nach Abu Dhabi auch noch im Testeinsatz. Wir werden uns das alles von Brasilien in Ruhe anschauen.»

Ebenfalls auf der Traktandenliste bei Force India: Gewisse Entwicklungen für 2018 vorziehen und schon an den GP-Wochenenden testen. Sollte das zu einem verpatzten Training führen – dann halt. Auf den WM-Schlussrang hätte das keinen Einfluss, auf den Erfahrungsschatz für 2018 schon.

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