Heim-GP für Max Verstappen in Zandvoort machbar!

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen träumt von einem Heim-GP auf der traditionsreichen Zandvoort-Rennstrecke. Eine Studie in den Niederlanden belegt nun: Die Rückkehr der Formel 1 ist machbar.

Jubel-Trubel im vergangenen Mai auf der niederländischen Rennstrecke Zandvoort: Im Rahmen des Fan-Festivals «Jumbo Racedagen» pulverisierte Red Bull Racing-Pilot Max Verstappen den Rundenrekord. Max grinste nach der Demofahrt: «Ich dachte, ich könnte es mal versuchen.»

Es ist ein wenig wie im Kino: Füllt ein Film die Kassen, dann brauchen wir nicht lange auf eine Fortsetzung zu warten. Genau so verhält es sich auch mit den Zandvoort-Renntagen, die 2016 von Max Verstappens Sponsor Jumbo (Supermärkte) in Zusammenarbeit mit Red Bull erstmals durchgeführt wurden: An zwei Tagen kamen jeweils 50.000 Fans zum letztmals 1985 als GP-Rennstrecke verwendeten Kurs. Nach 100.000 Besuchern würde sich mancher Grand-Prix-Veranstalter die Finger lecken.

Max Verstappen hat es genossen, mit einem Saugmotor-Renner von altem Schrot und Korn unterwegs zu sein: «Der V8-Motor klingt einfach toll, es ist immer schön, in solch einem Auto zu sitzen. Zandvoort kenne ich aus meiner Formel-3-Zeit. Inzwischen ist aber ein frischer Asphalt gelegt worden, und du hast mehr Grip. Viele Buckel sind auch nicht mehr da. Die Strecke ist alte Schule, die Auslaufzonen sind markant kleiner als wir es gewohnt sind. Umso aufregender ist es, mit einem GP-Renner auf die Suche nach dem Limit zu gehen.»

Kann sich Max vorstellen, eines Tages wieder einem Heim-GP zu haben? «Ich hoffe es! Klar ist es bis dahin ein weiter Weg, aber für mich wäre es eine fabelhafte Sache, und ich bin sicher, für die Fans wäre es das auch. Aber die Rahmenbedingungen müssen halt stimmen, die Infrastruktur muss verbessert werden, das Budget muss passen. Da gibt es viel Arbeit.»

Zuletzt war die Königsklasse des Motorsports am 25. August 1985 in Zandvoort zu Besuch. Niki Lauda gewann damals vor Alain Prost und Ayrton Senna. Insgesamt gab es von 1952 bis 1985 dreissig Formel-1-WM-Läufe auf dem Dünenkurs an der Nordseeküste.

Die Formel-1-Grossaktionäre von Liberty Media wollen den Sport auf dem Kernmarkt Europa stärken. Ihnen ist nicht entgangen, wie viele niederländische Fans zu Rennen wie Barcelona und besonders Spa-Francorchamps reisen. Die US-Amerikaner wissen: Dank Max Verstappen hätte ein Grosser Preis der Niederlande in Zandvoort eine Ausverkaufsgarantie.

Im vergangenen Frühling haben die Betreiber der Zandvoort-Rennstrecke eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Projekt- und Management-Firma Decisio kommt zum Schluss: «Die Rückkehr eine Grossen Preises auf der Rennstrecke von Zandvoort ist realistisch. Wir erkennen keine unüberwindlichen Hürden bezüglich Technik, Organisation oder Logistik.»

Die Studie besagt, dass bei einem Formel-1-Rennen mit rund 250.000 Fans an vier Tagen gerechnet werden kann und dass eine Neuauflage des Traditions-GP rund 57 Millionen Euro ins Land spülen würde. Allerdings wird auch betont, dass die Strecke von Zandvoort für rund 10 Millionen Euro erneuert werden müsste, um das FIA-Gütesiegel «Grade 1» zu erhalten. Nur Strecken mit dieser Lizenz dürfen Formel-1-Rennen durchführen. Der Bau einer neuen Boxenanlage wäre dabei unerlässlich, möglicherweise muss zusätzliches Land erworben werden. Es wird ferner geschätzt, dass eine Antrittsgebühr von rund 20 Millionen Euro budgetiert werden sollte.

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