Franz Tost: «Wofür soll ich mich entschuldigen?»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Franz Tost: «Wir sind auch nicht happy mit der Situation»

Franz Tost: «Wir sind auch nicht happy mit der Situation»

Toro Rosso hat bei Motor-Partner Renault mit einer Medienmitteilung für rote Köpfe gesorgt. Teamchef Franz Tost erklärt gewohnt offen: «Wir sind auch sauer!»

Die Formel-1-Saison neigt sich dem Ende zu und der WM-Kampf ist entschieden, doch an Dramen fehlt es auch im Fahrerlager von Brasilien nicht. Jüngstes Gesprächsthema: Die Medienmitteilung von Toro Rosso, die auf ein Interview von Cyril Abiteboul Bezug nimmt. Darin deutete der Renault-Sport-Chef an, dass die jüngsten Sorgen mit der MGU-H-Einheit, die der Motorkunde aus Faenza erlitten hat, eher auf die Arbeit des Teams als auf die Renault-Antriebseinheit zurückzuführen seien.

Das ärgerte Toro Rosso-Teamchef Franz Tost derart, dass sich der sonst so coole Österreicher eine Reaktion darauf nicht verkneifen konnte. In einer Medienmitteilung stellte das Team klar, dass man nichts an den Einbau-Prozeduren verändert habe. Und man hielt fest: «Wir dürfen nicht vergessen, dass sie (Renault, Anm.) gegen Toro Rosso in der Team-WM kämpfen. Wenn Herr Abiteboul meint, die Situation sei kein Zufall, dann liegt es jedenfalls nicht am Auto von STR.»

Das wiederum sorgte bei Renault für rote Köpfe, denn die Franzosen wollten sich nicht vorwerfen lassen, ihren Motor-Kunden absichtlich mit schlechtem Material zu beliefern, nur um in der WM-Tabelle einen Rang nach vorne zu rücken. Fakt ist: Toro Rosso liegt in der Markenwertung mit 53 Punkten auf dem sechsten WM-Platz. Dahinter folgt auf Rang 7 Renault (48), die Franzosen haben ihrerseits das Haas (47) im Nacken.

Der Ärger bei Renault soll sogar so gross sein, dass sich die Franzosen überlegen, Red Bull-Nachwuchsschmiede ab sofort nicht mehr mit Motoren zu beliefern – schliesslich wird Toro Rosso ab 2018 ohnehin auf die Honda-Antriebseinheiten setzen. Doch Tost bleibt angesichts solcher Drohungen cool.

Im Sky Sports F1-Interview stellt der Tiroler klar: «Sie haben einen Vertrag und ich sehe nicht, wo wir diesen gebrochen haben sollen. Wir haben einen Vertrag, sie bekommen sehr viel Geld und müssen uns mit Motoren beliefern. Da mache ich mir keine Sorgen.»

Und Tost hält auf den Einwand, bei Renault sei man aber richtig sauer, fest: «Wir sind auch nicht happy mit der Situation. Fakt ist, dass wir keine neuen Teile bekommen und deshalb müssen wir die Teile von einer alten Antriebseinheit in die jeweils nächste einbauen. Deshalb haben wir Probleme mit der Standfestigkeit. Das ist auch logisch, man kann in dieser Situation nicht erwarten, dass die Standfestigkeit auf einem hohen Niveau ist.»

Deshalb denkt er auch nicht dran sich zu entschuldigen. Auf die entsprechende Frage erwidert Tost: «Wofür denn? Für alle Schäden, die wir hatten? Und wer hat denn mit diesem ganzen Unsinn angefangen? Das war Cyril mit seinem dummen Interview gestern. Was hätten wir sagen sollen? Super, das akzeptieren wir, alles ist gut? Nein, wir akzeptieren das nicht, deshalb haben wir unser Statement veröffentlicht.»

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