FIA Hall of Fame: Das sagen Andretti, Vettel, Alonso

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die FIA hat in Paris eine Ruhmeshalle für Rennlegenden eröffnet. Wir haben uns angehört, was Rennlegenden wie Mario Andretti, Alain Prost, Jackie Stewart und viele mehr dazu zu sagen haben.

Lieber spät als gar nie. Nun hat auch der Automobil-Weltverband FIA seine «Hall of Fame». In die Ruhmeshalle der besten Racer sind vom FIA-Chef Jean Todt in einem ersten Schritt die 33 Formel-1-Champions aufgenommen worden, 2018 folgen die Rallye-Artisten, 2019 dann die Helden der Langstrecke.

An der Ehrung in Paris nahm auch die US-amerikanische Rennlegende Mario Andretti teil. Der 77-Jährige wurde 1978 Weltmeister, mit einem Lotus 79. Auf die Frage, welcher Erfolg ihn in all den Jahren seiner Karriere am stolzesten gemacht habe, meint Andretti, Amerikaner mit italienischen Wurzeln: «Am stolzesten bin ich wohl darauf, dass ich im gleichen Jahr die Grossen Preise der USA und von Italien gewinnen konnte.» (Das war in der Saison 1977.)

Andretti fuhr in der CART-Serie auch an der Seite eines anderen Formel-1-Champions, Nigel Mansell. Die beiden galten bei Newman/Haas nicht als Busenfreunde. Episch auch die Duelle von Kämpfer Mansell mit anderen Stars wie Alain Prost und Ayrton Senna. Nigel meint: «Ich fuhr neben drei Weltmeistern, und alle hatten sie eines gemeinsam – ihr Hunger nach Erfolg.»

Wenn wir schon bei Stallgefährten sind, gibt uns Nigel Mansell als Williams-Fahrer die Brücke zu Damon Hill. Damon, erster Sohn eines Weltmeisters (Graham Hill), der ebenfalls Weltmeister wurde, nahm in Paris die Ehrung auch für seinen Vater entgegen, der 1962 und 1968 Weltmeister wurde: «Hat mein alter Herr das nicht fabelhaft gemacht? Ich für meinen Teil reibe Jackie Stewart immer unter die Nase – hey, die Familie Hill hat so viele WM-Titel wie du.»

Wenn die Leute auf das Duell Graham Hill gegen Jim Clark zurückblicken, ist immer wieder davon die Rede, dass Clark das natürliche Talent war, Graham hingegen der unermüdliche Arbeiter. Findet Damon, dass seinem Vater Unrecht getan wird? Immerhin hat Graham Hill als bislang einziger Fahrer die Formel-1-WM gewonnen, beim Indy 500 triumphiert und ebenfalls in Le Mans – etwas das Fernando Alonso derzeit versucht. Damon Hill: «Ich finde es schön, dass sich Fernando von den Leistungen von Dad inspirieren lässt. Ich glaube, damals waren die Fahrer einfach vielseitiger, sie waren an fast jedem Wochenende im Einsatz, mit allen erdenklichen Renngeräten. Dad hat natürlich Talent gehabt, sonst wären all diese Erfolge nicht möglich gewesen, aber er war eben auch ein zum allem entschlossener Kämpfer.»

Graham Hills früherer BRM-Stallgefährten und WM-Rivale Sir Jackie Stewart sagt: «Was die FIA hier auf die Beine gestellt hat, ist grandios. Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass der Motorsport weltweit nie reichhaltiger und weitreichender gewesen ist. Ich sah noch Fangio, Ascari und Farina gewinnen. Da war ich ein Knirps und träumte davon, selber Rennfahrer zu sein.»

Der vierfache Formel-1-Champion Alain Prost erklärt: «Wenn ich weiss, was ich alles erreichen durfte und mich dann heute im Spiegel sehe, dann denke ich oft – das bin ich gar nicht. Meine Ausgangslage war nicht grossartig. Wir kamen aus bescheidenen Verhältnissen, ich hatte eine gebrochene Nase und war Franzose. Die Leute schauten mich an und sagten: Du siehst nichts schnell aus und dein Fahrstil wirkt auch nicht schnell. Und doch hat es zu vier Titeln gereicht! Ich bin gegen formidable Gegner gefahren – Ayrton, Keke, Nigel. Wir sind alle Mitglieder einer Familie, welche die Geschichte dieses tollen Sports mitgeschrieben haben. Ich bin sehr stolz, Teil dieser Geschichte zu sein.»

Der Kanadier Jacques Villeneuve (Weltmeister 1997) ergänzt: «Ich wuchs auf mit all diesen legendären Namen, ich sah ihre Rennen. Ich schaffte es sogar, gegen einige meiner Jugendvorbilder Rennen zu fahren. Ich fuhr gegen Emerson Fittipaldi, gegen Mario Andretti, gegen Nigel Mansell, das war zu meiner Zeit in der CART-Serie. Es kam mir vor als sei ich ein Knirps an der Seite von Erwachsenen.»

Fernando Alonso: «Es ist eine Ehre für mich, an der Seite so fabelhafter Racer stehen zu dürfen. Sie waren Inspiration für mich, selber Rennfahrer zu werden.»

Dann erlaubt sich der Asturier einen Scherz: «In zwei Jahren werden die Langstrecken-Stars in die Ruhmeshalle erhoben? Dann habe ich ja noch zwei Jahre, um in Le Mans zu gewinnen!»

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