Neues Rätsel Racing Raritäten: Rudern hilft nichts

Von Mathias Brunner
Formel 1
​​​«Racing-Raritäten» zeigt einen Moment, in welchen viele Fans grosse Hoffnungen setzten: Finden Sie heraus, wer hier am Werk ist, wo und wann das Bild entstand – und gewinnen sie vielleicht einen kleinen Preis.

Aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir bekanntlich jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Die richtige Lösung vom letzten Mal: Wir sehen den Jaguar D-Type, den die beiden Belgier Freddy Rousselle (auf unserem Foto am Steuer) und Paul Frère in Le Mans 1957 zum vierten Schlussrang fuhren. Frère fuhr damals meist mit einem gelben Helm, Rousselle hingegen mit einem braunen.

Paul Frère wurde zu einem der wenigen Automobil-Journalisten, die es zu Weltruhm brachten. Als Kind schon verschlang er jede Autozeitschrift, sein Onkel nahm ihn nach Spa-Francorchamps mit, damit war das Fundament für eine lebenslange Leidenschaft gegossen.

Wie kein Zweiter verband Frère seine journalistische Arbeit mit der Rennerei. Er bestritt neben zahllosen Langstreckenrennen elf Formel-1-WM-Läufe, als Ferrari-Werksfahrer wurde er beim Heimrennen 1956 nur von seinem Stallgefährten Peter Collins geschlagen.

1955 und 1959 wurde er in Le Mans jeweils Zweiter, 1960 gewann er, erneut als Ferrari-Werkspilot, an der Seite seines Landsmannes Olivier Gendebien. Danach zog er sich aus dem Spitzenmotorsport zurück.

Einen Vollzeitjob als Rennfahrer wollte er nie haben – wegen Frau und Familie. Bis ins hohe Alter war Frère als Journalist tätig, seine Artikel und Fachbücher wurden millionenfach gelesen. Noch mit 87 drehte er mit jenem Audi Rennwagen Runden, der in Le Mans gewann. Mit 89 hatte er auf dem Nürburgring mit einem neuen Civic Type R einen schweren Unfall, von dessen Folgen er sich nie wieder komplett erholte. Frère starb im Alter von 91 Jahren am 23. Februar 2008 im südfranzösischen Saint-Paul-de-Vence. Im September 2008 wurde die zweite Stavelot-Kurve von Spa-Francorchamps umbenannt in «Curve Paul Frère».

Auf die Frage, wie er trotz seines Alters so bewundernswert fit sein konnte, sagte er einmal: «Mich hält die Leidenschaft für das Auto jung. Und regelmässig 500 Meter Schwimmen in meinem Pool, das hilft auch.»

Freddy Rousselle verstarb 2016 im Alter von 89 Jahren: 1956 und 1957 wurde er in Le Mans jeweils Vierter. Der Belgier aus Verviers hatte seine Karriere 1947 mit Motorradrennen begonnen. Bei Langstreckenfahrten wie Lüttich–Rom–Lüttich machte er sich auch im Auto einen Namen, bald holte ihn sein Landsmann Jacques Swaters in die von ihm gegründete «Écurie Francorchamps», die in der Regel mit gelb lackierten Rennwagen antrat.

Der Jaguar D-Type mit seiner markanten Heckflosse war der aufregendste und schnellste Sportwagen seiner Zeit. Das Auto wurde zwischen 1954 und 1957 gebaut. D-Type-Jaguar gewannen in Le Mans drei Mal in Folge – 1955, 1956 und 1957, jedes Mal im britischer Besetzung. Im Todesrennen von 1955 mit Mike Hawthorn und Ivor Bueb (Werkswagen), 1956 mit Ron Flockhart und Ninian Sanderson (Ecurie Ecosse), 1957 mit Flockhart und Bueb (erneut Ecurie Ecosse). Vom D-Type wurden 18 Werkswagen gebaut, 53 Fahrzeuge für Kunden sowie 16 XKSS-Versionen. Die Autos sind heute von unfassbarem Wert. 2016 wurde bei Sotheby’s ein 1955er Wagen für 19,8 Millionen Dollar versteigert!

Dieses Mal zeigen wir einen Fahrer, in den viele Fans grosse Hoffnungen setzten. Dieser Mann war am Rudern, aber aus den falschen Gründen.

Wer ist es?

Wo und wann ist das Bild entstanden?

Machen auch Sie mit – viel Spass beim Rätseln und viel Glück!

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