Alejandro Agag: «Keine F1-Probleme in der Formel E»

Von Vanessa Georgoulas
Formel-E-Boss Alejandro Agag hat aus den Fehlern der Formel 1 gelernt

Formel-E-Boss Alejandro Agag hat aus den Fehlern der Formel 1 gelernt

Obwohl gleich mehrere Autokonzerne in der Formel E mitmischen werden, erwartet Serienboss Alejandro Agag keine politischen Spielchen im Stil der Formel 1. «Das ist bei uns gar nicht möglich», sagt er.

Während die Formel 1 seit Jahren darum kämpft, wieder mehr Hersteller für sich zu begeistern, stehen die Autokonzerne bei den Formel-E-Verantwortlichen Schlange. Das ist für die Bosse der rein elektrischen Serie zwar erfreulich, gleichzeitig könnten die vielen wirtschaftlichen Schwergewichte, die dabei sind oder in Zukunft mitmischen wollen, auch bedeuten, dass die Formel E bald von den gleichen Problemen wie die Formel 1 gequält wird.

Denn mehr Hersteller bedeutet auch immer mehr Politik, mehr Interessenskonflikte und mehr Diskussionen. Doch Formel-E-Oberhaupt Alejandro Agag macht sich diesbezüglich keine Sorgen, wie er im Gespräch mit SPEEDWEEK.com betont.

«Es stimmt, dass die Formel 1 genau diese Probleme hat, und wir haben das auch bei der Gründung der Serie berücksichtig. Als langjähriger Formel-1-Kenner ist mir natürlich bewusst, welche Konflikte auftauchen können. Deshalb haben wir ein paar Regeln aufgestellt, die das verhindern sollen. Ob sie funktionieren, werden wir sehen. Aber ich bin da zuversichtlich.»

Um etwa eine Kostenexplosion zu verhindern, wurde die Entwicklung auf den Antrieb reduziert. Der Spanier erklärt: «Die Hersteller haben eine Menge Geld, und das wollen sie auch ausgeben. Und um kein Ungleichgewicht zu schaffen, haben etwa die Regel aufgestellt, dass jeder Hersteller seinen Antriebsstrang bis zu zwei privaten Teams zur Verfügung stellen soll – und dafür dürfen sie maximal eine bestimmte Summe ausgeben. Das sorgt dafür, dass auch in Zukunft unabhängige Teams wie Techeetah einsteigen können. Die sind ja mit Renault-Power unterwegs und führen derzeit die WM an.»

Und Agag stellt klar: «Es ist sicherlich besser, neun statt drei oder vier Hersteller an Bord zu haben. Denn sollte sich einer verabschieden, fällt das bei vielen Werksteams nicht mehr so stark ins Gewicht.» Der 47-Jährige aus Madrid hält auch gleich fest: «Wir brauchen auch eine Kostenbremse, wie etwa eine Budget-Obergrenze. Denn bei uns ist die Entwicklungsfreiheit auf den Antriebsstrang beschränkt, das Chassis und die Batterie sind bei allen Teams einheitlich. Geld ausgeben können die Teams also nur bei Elektromotor, Getriebe und einigen Teilen der Bremsanlage.»

Innovative Ideen können also nur in diesem Bereich geschehen, aerodynamisch ist etwa nichts Bahnbrechendes zu erwarten. Das ist auch gewollt, wie Agag beteuert: «Bei der Aerodynamik gibt es kein Limit, du kannst unfassbar viel Geld ausgeben, wie das Beispiel Formel 1 zeigt. Und deswegen gibt es das bei uns auch nicht. Es geht bei uns um Elektromobilität, dort wollen wir die Entwicklung sehen. Dafür braucht es keine Aerodynamik.»

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