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Jean Todt (FIA) wütend über Halo-Kritik: «Kindisch»

Von Rob La Salle
​FIA-Präsident Jean Todt (72) ist verärgert: Er versteht gewisse Reaktionen von Piloten und Teamchefs auf den Kopfschutz Halo nicht. Der Franzose wirft Kritikern vor, ein mieses Gedächtnis zu haben.

Medientermin mit Jean Todt. Der 72jährige Präsident des Automobil-Weltverbands tut sich schwer mit der Kritik einiger Grand-Prix-Fahrer am Kopfschutz Halo (Heiligenschein).

Im Rahmen der Barcelona-Wintertests meinte Weltmeister Lewis Hamilton auf die Frage, ob er an seinem Silberpfeil etwas ändern wolle: «Du meinst, abgesehen vom Halo?» Damit hatte der Engländer die Lacher auf seiner Seite.

Kevin Magnussen schimpfte: «Der Halo ist hässlich und störend, er nervt und ist peinlich.»

Jean Todt ist wenig amüsiert und verweist auf einen Brief der Formel-1-Fahrervereinigung Grand Prix Drivers’ Association: «Einige Fahrer scheinen ein schlechtes Gedächtnis zu haben, immerhin waren sie es, die uns gebeten haben, in Sachen Kopfschutz zu handeln. Am 16. Dezember 2015 habe ich einen Brief der GPDA erhalten, unterzeichnet von den Direktoren Jenson Button, Sebastian Vettel und Alex Wurz. Sie haben uns in diesem Schreiben dazu gedrängt, in Sachen Kopfschutz zu handeln. Ich habe geantwortet – wir sind da, wir hören zu.»

«Wir haben dann die Entwickung des Halo vorangetrieben, und als wir Ende Juli das Konzept vorstellten, waren es die Fahrer, die zu uns gesagt haben: Lasst nicht nach, respektiert, worum wir euch in Sachen Sicherheit gebeten hatten.»

«Von den jüngsten Aussagen bin ich überrascht. Ich liebe die Formel 1, aber diesen Teil der Formel 1 hasse ich. Die Leute sollten zu ihrem Wort stehen. Für mich ist das einer der grössten Werte im Leben: Loyalität, Wort halten, Respekt zeigen. Wir haben das getan, aber einige scheinen das vergessen zu haben.»

Todt ist auch nicht angetan von Teamchef Toto Wolff, der bei der Präsentation des neuen Silberpfeils in Silverstone scherzte, man solle ihm eine Kettensäge geben, um den Halo zu entfernen. Todt: «Ich gehe nicht darauf ein, was er gesagt hat. Das sind doch kindische Spielchen. Aber ich halte es für unangemessen, etwas zu kritisieren, das in der Formel 1 bereits eingeführt worden ist. Mit konstruktiver Kritik kann ich leben, weil sie dich im Leben vorwärtsbringt. Aber öffentliche Schelte sind nicht gut für den Sport – ich erkenne keinen Nutzen darin.»

«Ich bin auch überrascht davon, wie einige argumentieren, der Rennsport müsse doch gefährlich sein. Und wenn der Tod vorbeikomme, dann sei es eben so. Aber wenn wir das Risiko vermindern sollen, wieso sollen wir dann nicht Leben schützen? Ich verstehe, dass der Mensch keine Veränderungen mag. Aber können Sie sich vorstellen, wie wir uns fühlen würden, wenn etwas passiert, und wir hätten den Halo gehabt, leider aber nicht ans Auto gesetzt?»

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