Training für Jorge Martin mehr als eine Notwendigkeit: «Ich bin besessen!»
Ex-MotoGP-Weltmeister Jorge Martin gibt interessante Einblicke in sein Training und seine Psyche und erklärt, welchen Stellenwert das Training in seinem Leben einnimmt.
Körperliche Fitness ist in der modernen MotoGP eine Grundvoraussetzung für Erfolg. Während sich die Motorrad-Helden der 1970er- und 1980er-Jahre regelmässig dem Genuss hingaben und sich teilweise mit Bier und Zigarette präsentierten, herrschen heute Disziplin und Professionalität.
Aprilia-Werkspilot Jorge Martin zählt zu den fittesten Fahrern im Feld. Der spanische Ex-Weltmeister liebt das harte Training und gilt bei der Auswertung seiner Einheiten als absoluter Datenfreak.
MotoGP körperlich deutlich anspruchsvoller als die Formel 1
Im Rahmen des MotoGP-Wochenendes in Misano gewährte Martin spannende Einblicke in sein Training und tauschte sich dabei mit Formel-1-Pilot Lando Norris aus. Der Brite mischte sich beim Rennwochenende im September unter die MotoGP-Stars und blickte hinter die Kulissen der Königsklasse.
Martin berichtete, dass Norris vor allem von den körperlichen Belastungen im Motorradrennsport überrascht war. «Lando war beeindruckt, wie hoch meine Herzfrequenz im Rennen ist. Er erzählte mir, dass er sehr entspannt ist beim Fahren. Zudem meinte er, dass er lediglich seinen Nacken trainiert und ein bisschen Ausdauersport betreibt, aber nicht viel.» Der Unterschied zwischen den beiden Disziplinen sei enorm, erklärte der Spanier.
Während ein Formel-1-Pilot vergleichsweise ruhig im Cockpit sitzt, arbeitet der Körper eines MotoGP-Fahrers permanent am Limit. «Ich hatte beinahe 200 Schläge pro Minute, das gesamte Rennen über. Deshalb mache ich sehr viel Ausdauersport», so Martin. Diese extremen Werte seien für ihn ein klarer Beleg, wie wichtig gezieltes Training ist.
Hinzu komme die größere Eigenverantwortung auf dem Motorrad. «In der Formel 1 erhalten die Fahrer sehr viel Unterstützung von der Box. Deshalb war es für ihn beeindruckend, wie wir selbstständig die Mappings wechseln und so weiter.» Auch das verlange mentale und körperliche Frische bis zur letzten Runde.
Martin offenbart: Herzfrequenz im Rennen konstant im Bereich von 200!
Martin verriet, wie hoch die Belastung tatsächlich sein kann: «Mein bisher höchster Wert beim Fahren waren 203 Schläge. Diesen Wert erreichte ich beim Training mit der Panigale in Misano.» Für Martin ist klar: «Man muss sich also in einer wirklich guten körperlichen Verfassung befinden. Oder man sorgt dafür, dass das Motorrad körperlich weniger anstrengend zu fahren ist.»
Der 27-Jährige lebt diese Einstellung konsequent und studiert die Auswertungen seiner Fitness-Gadgets regelmäßig. «Ich schaue mir die Daten jeden Tag an. Ich bin wirklich besessen, was meine körperliche Verfassung angeht. Das ist mein Lebensstil.»
Training, Ernährung und Regeneration gehören für ihn untrennbar zusammen. «Ich mag das Training. Ich mag es, Sport zu treiben. Ich mag es, mich gut zu ernähren. Ich will fit bleiben.» Deshalb gehe er bis ins Detail: «Ich bin richtig besessen und zähle jede Kalorie, die ich esse und verbrenne, damit ich auf einem hohen Level bleibe.» Für Jorge Martin steht fest: Ohne diesen Einsatz abseits der Strecke wären Spitzenleistungen in der MotoGP nicht möglich.
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