Kritik Sebastian Vettel (Ferrari): FIA gibt Lücken zu

Von Adam Cooper
Formel 1

​Ferrari-Star Sebastian Vettel hatte nach dem Grossen Preis von Spanien angedeutet: Es ist bei langsamer Fahrt in einer virtuellen Safety-Car-Phase möglich, zu tricksen. Nun gibt die FIA zu: Das stimmt.

Nach dem Grossen Preis von Spanien Mitte Mai hatte Ferrari-Star Sebastian Vettel gleich mehrfach Grund für einen dicken Hals: Kein idealer Boxenstopp, schlechtes Reifen-Management bei Ferrari, dazu unterstellte der vierfache Weltmeister – es ist in einer Phase des virtuellen Safety-Cars möglich, zu tricksen; wenn die Fahrer eine bestimmte Geschwindigkeit halten müssen, weil sich auf der Piste eine Gefahrenstelle befindet.

Vettel hatte im Mai festgehalten: «Die FIA hat ein System eingeführt, bei dem wir einer bestimmten Richtzeit folgen. Jeder muss 45 Prozent langsamer fahren als im normalen Speed. Aber jeder von uns weiss, dass man unter virtuellem Safety-Car schneller fahren kann. Das funktioniert, indem man einfach reine Strecke, also Distanz spart.»

Damals wurde Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting auf die Vorwürfe des Ferrari-Stars angesprochen. Der Brite meinte, er wisse nicht, wovon der Deutsche spreche.

Gemessen wird nicht auf die ganze Runde, sondern die Strecke wird vielmehr in kleine Sektoren eingeteilt. Wer die vorgeschriebene Zeit unterbietet, dem droht eine Strafe.

Vettel war im Mai überzeugt: «Wir haben in diesem System Schlupflöcher einer anderen Linienwahl. Wir alle tun das, das ist überhaupt kein Geheimnis. Aber es sollte doch möglich sein, ein kugelsicheres System zu finden.»

Nun gibt Charlie Whiting zu: Ja, es gibt wirklich Lücken. «Ich bin dem inzwischen auf den Grund gegangen», sagte Whiting in Montreal. «Die Berechnung basiert auf Distanzen, wenn du diese Distanzen verkürzt, ist ein Zeitgewinn denkbar. Wir sind darauf gekommen, dass wir hier von 1,5 Zehntelsekunden pro Runde sprechen. Das ist nicht viel, aber in der Formel 1 ist das etwas wert. Wir arbeiten daran, eine Software zu schreiben, die entsprechende Lücken schliesst.»

Für Sebastian Vettel lief der Spanien-GP nicht wie geplant. Der Ferrari-Star, der vom dritten Startplatz losfahren durfte, kam nach 66 Runden als Vierter über die Ziellinie – noch hinter Max Verstappen, obwohl der Red Bull Racing-Pilot den fünften Saisonlauf auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya vom fünften Startplatz aus in Angriff genommen hatte.

Denn Vettel musste bereits im 18. Umlauf an die Box abbiegen, um sich neue Reifen zu holen. Später steuerte er die Box noch einmal während der virtuellen Safety-Car-Phase an, die Esteban Ocon mit seinem Halt am Streckenrand ausgelöst hatte. Dort musste sich der Ferrari-Star 5,9 Sekunden gedulden, bevor er losfahren durfte, weil seine Boxencrew Mühe bekundete, den rechten Hinterreifen zu montieren.

«Insgesamt verlief das Wochenende ganz okay, wir müssen nur verstehen, warum wir uns mit den Reifen hier offensichtlich schwerer taten als die Konkurrenz. Ich denke, wir haben die gleichen Gummis auch in Frankreich und Silverstone, deshalb ist es wichtig, dass wir eine Antwort darauf finden.»

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