Sebastian Vettel: «Kopf hängen lassen, geht nicht»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel in Kanada

Sebastian Vettel in Kanada

​WM-Leader Sebastian Vettel ist bester Laune nach Frankreich gereist. Er führt in der WM nach seinem Sieg in Kanada mit 121:120 gegen Lewis Hamilton. Aber er weiss auch: Das ist in Le Castellet wenig wert.

Ein Glas-halb-voll-Mensch würde festhalten: Ferrari hat in Kanada die Konkurrenz dominiert, jedenfalls mit Sebastian Vettel, also dürfen sich die Tifosi auf das GP-Wochenende von Frankreich freuen. Statistiker werfen zudem ein – Ferrari ist in Frankreich zuletzt bärenstark gewesen, 2008 beim letzten Frankreich-GP, den Felipe Massa in Magny-Cours gewann, darüber hinaus 1990 mit Alain Prost in Le Castellet, als letztmals ein WM-Lauf auf der Rennstrecke des Apéritiv-Königs Paul Ricard stattfand.

Aber Sebastian Vettel ist zu lange im Geschäft, um sich von solchen Zahlen blenden zu lassen. Lieber nimmt der vierfache Formel-1-Weltmeister mit einem Scherz ein wenig Druck vom Kessel: «Alain Prost hatte es damals leicht, denn er hatte doppelt so viele Zylinder zur Verfügung!»

Vettel weiss: Vergangene Erfolge helfen am aktuellen GP-Wochenende kein bisschen, auch jener von Kanada nicht. 2008 hilft nichts, weil die Formel 1 damals mit ganz anderen Autos und Reifen gefahren ist, auf einer anderen Rennstrecke zumal, und 1990 ist gemessen am heutigen Entwicklungstempo gefühlt so weit entfernt wie die Kreidezeit.

Vettel meint: «Was ich in diesem Jahr schön finde – egal, ob ich von der Pole-Position ins Rennen gehe oder von Startplatz 6, alle Fahrer von den drei Top-Teams haben eine Siegchance. Wie sich das Rennen dann entfaltet, ist eine andere Frage. Klar wäre es schön, wenn wir die Siegesserie von Ferrarin Frankreich fortsetzen könnten. Aber die Realität sieht so aus, dass wir in den kommenden Wochen ein ziemlich stressiges Programm haben. Wir nehmen jedes Rennen, wie es kommt. Heute würde ich nicht wagen vorherzusagen, wer hier die Nase vorne haben wird.»

Ferrari hätte zwischen Bahrain und Kanada einige Rennen gewinnen können, andere sogar gewinnen müssen. Wir gross war innerhalb des Ferrari-Teams die Erleichterung, dass es in Montreal endlich wieder mal geklappt hat? «Für uns war das schon wichtig. Die Rennen zuvor waren nicht so gut gelaufen, wie wir gedacht hatten. Auch wenn wir immer wussten, dass es Gründe für die Niederlage gab, auch wenn wir in den meisten Rennen konkurrenzfähig waren, so tut ein Sieg halt trotzdem gut. Das hilft, das Tempo hochzuhalten, das ist immer eine Genugtuung. Wenn wir gewinnen, dann kommt jeder Mitarbeiter am Montag gleich doppelt motiviert zur Arbeit. Es gibt ja auch die Tradition, dass wir am Werk nach einem Sieg eine weitere Flagge hochziehen, ein starkes Signal für alle Angestellten. Das macht uns auf der Piste nicht schneller, ist aber ganz wichtig für die Moral.»

In Spanien ist die Formel 1 mit den gleichen Reifen gefahren wie sie hier in Südfrankreich verwendet werden. Damit kam Ferrari in Barcelona schlecht zurecht. Macht das Seb Sorgen? «Kopf hängen lassen, geht nicht. Es wäre ein wenig seltsam, wenn wir herreisen würden und an eine Niederlage denken. Wir glauben an unsere Stärken, wir wissen, dass wir ein gutes Paket geschnürt haben. Niemand weiss genau, was auf uns zukommen wird. Wenn die Anderen das wissen, dann haben sie uns etwas voraus.»

«Es wird sich am Freitag in den ersten beiden Trainings schnell zeigen, wie gut wir unterwegs sind. Und auch damals in Spanien waren wir nicht das ganze Wochenende schlecht. Um genau zu sein, sah es im Training ziemlich gut aus, am Sonntag waren wir aus verschiedenen Gründen zu wenig schnell. Zum Glück hatten wir gleich im Anschluss einen Test in Barcelona und konnten unsere Schlüsse ziehen. Seither verstehen wir auch den Wagen besser und können auf allfällige Probleme flinker reagieren. Ich bin zuversichtlich.»

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