FP3 Spielberg: Schock, Schrott & Bestzeit von Vettel

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Sebastian Vettel war im dritten Training auf dem Red Bull Ring der Schnellste

Sebastian Vettel war im dritten Training auf dem Red Bull Ring der Schnellste

In der letzten freien Trainingsstunde auf dem Red Bull Ring sorgten die GP-Stars mit wilden Ritten über die Randsteine gleichermassen für Unterhaltung und Schrott. Sebastian Vettel drehte die schnellste Runde.

Obwohl die GP-Stars die letzte freie Trainingsstunde in Spielberg auf trockener Bahn in Angriff nehmen durften, dauerte es nicht lange, bis sich die erste Schrecksekunde ereignete: Vier Minuten nachdem die Ampel am Ende der Boxengasse auf Grün gesprungen war, gab es beinahe einen Zusammenstoss zwischen Haas-Pilot Romain Grosjean und einem Toro Rosso-Mechaniker. «Er kam aus der Box gerannt, als ich gerade einbog», meldete der Genfer über Funk.

Nicht alle Formel-1-Teams hatten es eilig, die Testarbeit aufzunehmen – trotz der dunklen Regenwolken, die sich über dem 4,318 km langen Rundkurs auftürmten. Nach zwanzig Minuten hatten neben dem Williams-Duo Sergey Sirotkin und Lance Stroll hatten auch die Force-India-Piloten Sergio Pérez und Esteban Ocon, das Sauber-Duo Marcus Ericsson und Charles Leclerc, die Red Bull Racing-Stars Max Verstappen und Daniel Ricciardo und Toro Rosso-Talent Pierre Gasly noch keine gezeitete Runde gedreht.

Der Letzte, der sich eine Rundenzeit notieren liess, war Verstappen, der kurz vor Halbzeit zum ersten Mal richtig Gas gab, nachdem er bereits zwei Installationsrunden gedreht hatte. Sein erster Versuch reichte, um sich mit acht Zehnteln Rückstand auf die Spitzenzeit von Valtteri Bottas auf der fünften Position des Zeitenmonitors einzureihen. Mit ein Grund für seinen Rückstand war die Tatsache, dass er bei seiner ersten schnellen Runde in den Verkehr geriet.

Sehr viel kleiner war der Zeitunterschied zwischen Bottas und Sebastian Vettel: Der Ferrari-Star reihte sich mit sechs Tausendsteln Rückstand auf der zweiten Position ein. Dahinter belegten Champion Lewis Hamilton, Kimi Räikkönen, Daniel Ricciardo, Max Verstappen, Romain Grosjean, Charles Leclerc, Carlos Sainz und Fernando Alonso die weiteren Top-10-Positionen.

Die zahlreich erschienenen Besucher bekamen erneut viele Ausritte zu sehen. Verstappen vertat sich in der vierten Kurve, weil sein RB14 in der Mitte untersteuerte und er nicht genug schnell vom Gas ging. Räikkönen pflügte sich in der siebten Kehre durchs Kies, weil auch sein roter Renner untersteuerte. Und Brendon Hartley liess in der neunten Kurve eine Frontflügel-Endplatte liegen, nachdem er über die gelben Randsteine gebrettert war. Einen Schaden am Frontflügel zog sich an gleicher Stelle kurz darauf auch McLaren-Pilot Vandoorne zu.

18 Minuten vor dem Ende setzte sich Vettel mit 1:04,070 min an die Spitze – so schnell hatte es noch kein Pilot im F1-Renner um den österreichischen Kurs geschafft. An diese Zeit kam auch Hamilton nicht heran, obwohl er kurz nach der schnellen Runde des Deutschen einen sehr starken letzten Sektor schaffte. Am Ende fehlten ihm nur 29 Tausendstel auf die Bestmarke seines Titelrivalen.

Keine zehn Minuten vor dem Ende sorgte Verstappen für entsetzte Gesichter auf jenen Tribünen, auf denen sich seine Fans versammelt hatten. Der Niederländer stellte seinen Dienstwagen in der fünften Kurve ab und funkte: «Der Motor stellte plötzlich ab.» Die Wiederholung der TV-Aufnahmen zeigte, dass er kurz vor seinem Ausfall in der vierten Kurve einen Ausritt ins Kies unternommen hatte. «Es kann sich eigentlich nur um ein Problem mit der Hydraulik oder der Elektronik handeln», lautete die Fernanalyse des ehemaligen GP-Piloten und heutigen Sky Sports F1-Experten Anthony Davidson.

Zum Schluss gab es noch gelbe Flaggen wegen Leclerc, der seinen Renner in der zweiten Kurve am Streckenrand abstellen musste, weil sein Motor spukte. «Das könnte das Getriebe sein», lautete die Vermutung von Davidson. So durfte sich Sebastian Vettel mit 1:04,070 min über die Bestzeit freuen. Hamilton, Bottas, Räikkönen, Verstappen, Ricciardo, Grosjean, Magnussen, Sainz und Leclerc belegten die weiteren Top-10-Ränge. Dahinter komplettierten Hülkenberg, Gasly, Ocon, Alonso, Pérez, Ericsson, Hartley, Vandoorne, Stroll und Sirotkin die Zeitenliste.

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