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Vettel-Strafe: Mario Andretti zornig, FIA wehrt sich

​Die Strafversetzung von Sebastian Vettel vor dem Grossen Preis von Österreich gibt zu reden. Die US-Rennlegende Mario Andretti ist über die FIA-Kommissare verärgert. Rennleiter Charlie Whiting wehrt sich.

Formel 1

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Ferrari-Star Sebastian Vettel am Red Bull Ring um drei Ränge nach hinten verschoben, nur sechster Startplatz, weil er Renault-Fahrer Carlos Sainz nicht gesehen hatte – die FIA-Rennkommissare kannten am Samstag keine Gnade. Die US-amerikanische Rennlegende Mario Andretti hat für diese harte Strafe kein Verständnis. Der Formel-1- und IndyCar-Champion meldet sich so zu Wort: "Liebe Rennkommissare. Eine von euch ausgesprochene Strafe sollte keine Auswirkung auf den WM-Verlauf haben, so lange das Vergehen nicht ungeheuerlich ist. In diesem Falle war es das glasklar NICHT."

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Der 78jährige Andretti steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Viele Fans sind der Ansicht: Die Strafe von Österreich ist zu hart für Vettel, die Strafe von Frankreich hingegen war vielleicht zu milde. Dort hatte der Ferrari-Star für den Schubser gegen Valtteri Bottas eine Fünfsekundenstrafe erhalten. Das Rennen des Mercedes-Fahrers war ruiniert. Vettel wurde nach einer Aufholjagd noch Fünfter, Bottas mit beschädigtem Auto Siebter.

FIA-Starter Charlie Whiting gibt zu, dass die Rennkommissare vielleicht umdenken müssen. "Normalerweise ziehen die Kommissare die Konsequenzen eines Fouls nicht in Betracht, obschon das unterbewusst eine Rolle spielt. Hätte Vettel in Frankreich fast ohne Zeitverlust weiterfahren können, während Valtteris Rennen ruiniert ist, dann wären sie vielleicht zu einem anderen Urteil gekommen."

So mancher Formel-1-Fan wird sich die Frage stellen: Ist die Strafe von Österreich zu einem Teil Kompensation für das zu milde Urteil von Le Castellet? Die FIA-Kommissare sind nicht dieser Ansicht. In ihrer Urteilsbegründung zum Fall Vettel–Sainz beteuern sie, dass drei Ränge zurück jenem Verdikt entspreche, zu dem die Rennpolizei in vergleichbaren Fällen gekommen sei.

Whiting sagt weiter: "Es gibt auch Fälle, bei welchen ein Foul begangen wird, der fehlbare Pilot aber selber zurückfällt, sich also gewissermassen selber bestraft hat. Dann kann argumentiert werden: Die Strafe ist hinfällig, er hat sich ohnehin selber eine Grube gegraben. Wir diskutieren das gegenwärtig alles mit den Kommissaren."

Fans gaben ferner zu bedenken: Vettel hat in Frankreich eine Fünfsekundenstrafe erhalten, Max Verstappen für seinen Rempler gegen Vettel in China aber zehn Sekunden – wieso? Antwort von Charlie Whiting: "Weil das im Rennen passiert ist. Wir sehen Vorfälle in der ersten Kurve oder in der ersten Runde aus einer leicht anderen Perspektive. Wir akzeptieren, dass es in einer ersten Kurve sehr eng werden kann, nach zehn Runden oder so haben sich die Wagen aber aussortiert."

Ob ein Pilot als Wiederholungstäter gilt oder eher als Unschuldslamm, das darf gemäss Whiting keine Rolle spielen: "Was früher passiert ist, darf keine Rolle spielen. Dafür ist das Strafpunktesystem da."

Die FIA hat 2016 ein System geführt, in welchem jeder Zwischenfall reich dokumentiert wird, auch mit Videomaterial. Dieses Archiv steht allen Kommissaren zur Verfügung. Whiting: "Jeder Kommissar kann im Detail den Vorfall verfolgen und die Entscheidungsfindung seiner Kollegen nachvollziehen. Der Hintergrund – die Urteile sollen konstant fair sein. Die Kommissare sollen schnellen Zugriff haben auf Daten früherer Vorfälle, um bei einem neuen Vergehen das Richtige zu tun."

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