Grand Prix Miami: Vertrag bis 2038 auf dem Tisch!

Von Adam Cooper
Formel 1
Grand Prix von Miami 2003 – damals für IndyCars

Grand Prix von Miami 2003 – damals für IndyCars

​Ein Ausschuss der Stadt Miami behandelt kommende Woche einen ungewöhnlichen Punkt: Ein 20-Jahre-Abkommen zur Austragung eines Formel-1-WM-Laufs. Der Vertrag würde bis einschliesslich 2038 gelten!

Viele Fans haben sich gefragt: Wieso haben wir eigentlich noch kein Formel-1-Programm für die kommende Saison? Hatten wir 2017 nicht schon im Juni ein Programm fürs darauffolgende GP-Jahr erhalten? Der Grund für die Verzögerung ist einfach: Die Formel-1-Führung um Liberty Media weiss noch nicht, ob der geplante Stadt-GP von Miami zustande kommt. In der Woche vor dem Ungarn-GP wird ein Ausschuss der Stadt über einen entsprechenden Vorschlag abstimmen.

SPEEDWEEK.com-Leser erinnern sich an die Entwicklung im vergangenen Mai: Obwohl sich einiger Widerstand gegen die Idee eines Strassen-GP in Miami formiert hatte, sprachen sich sowohl der Stadtrat als auch die Kommission für Wirtschaftsentwicklung und Tourismus einstimmig dafür aus, die Verhandlungen über ein neues Formel-1-Rennen offiziell aufzunehmen. Dies taten die fünf Mitglieder des Stadtrates, nachdem die Befürworter und Gegner des geplanten GP in einer öffentlichen Anhörung ihre Sicht der Dinge geschildert hatten.

Die Stadt hatte sich dabei eine Frist vom 1. Juli gesetzt, doch dieser Termin kam und verstrich – ohne Vertrag, denn der war noch nicht fertig formuliert. Mit drei Wochen Verspätung kommt das Geschäft nun auf den Tisch, denn inzwischen ist das Abkommen bereit. Es handelt sich um einen Vertrag für zehn Jahre mit Option für weitere zehn, wie eine Stadtbekanntmachung bestätigt, welche kommende Geschäfte von Kommissionen und Räten auflistet.

Da heisst es, das Abkommen drehe sich um «einen Zehnjahresvertrag zur Austragung eines Formel-1-Grand Prix von Miami, der ein Fan-Festival am Bayfront Park 2018 einschliesst, dazu das richtige Rennen von Oktober 2019 bis 2029 mit der Möglichkeit einer Verlängerung um weitere zehn Jahre».

Wie wird die Abstimmung der Kommission am 26. Juli ausgehen? Vier von fünf Mitgliedern müssen zustimmen. Bürgermeister Francis Suarez, ein glühender Anhänger des Miami-GP, hat dabei keine Stimme.

Es ist überhaupt nicht garantiert, dass der Vorschlag zum Formel-1-Rennen einfach abgenickt wird. Die Anwohner leisten erheblichen Widerstand. Und die haben, ebenso wie Geschäftsinhaber, an diesem 26. Juli die Möglichkeit, ihre Bedenken bei der Stadt zu begründen.

Ein Stadtkurs mitten durch die Stadt, das brachte zahlreiche Anwohner in Aufruhr. Seit Jahren versuchen Besitzer teurer Eigentumswohnungen an der wunderschön gelegenen Küste, lauten Nachtklubs und Strassenfesten den Riegel zu schieben. Miami gibt sich weltoffen, aber alles hat seine Grenzen. Als im März 2015 die Formel E nach Miami kam, erhielt die Veranstaltung tüchtig Prügel – wegen Verkehrsumleitungen und Verschandelung von Grünflächen. Das Rennen war vom Stadtrat auf fünf Jahre ausgelegt worden, wurde aber nur einmal ausgetragen und verschwand erklärungsfrei aus der Formel-E-Welttournee.

Seither hat sich viel getan Downtown. In Miami spriessen Eigentumswohnungen schneller als Pilze. Die wohlhabenden Besitzer machen ihren ganzen politischen Druck spürbar, eine saubere, friedliche und ruhige Wohngegend zu kultivieren. Ende März 2018 musste der Musikklub Heart schliessen. Ein HipHop-Festival wurde auf Druck der Anwohner aus dem Bayfront Park verschwinden.

Parallel dazu ist die Allianz für ein besseres Florida gegründet worden. Die haben in Zeitungen wie dem «Miami Herald» Anzeigenkampagnen geschaltet und offen zum Widerstand gegen die Formel 1 aufgerufen. In der Anzeige steht: «Sagt Nein zur Formel 1. Hier werden auf Kosten des Steuerzahlers Strassen in eine Rennstrecke verwandelt. Die Strassen gehören uns, nicht dem Rennsport. Wir erhalten monatelange Bauarbeiten, geschlossene Strassen, Lärm, das alles bedeutet Kopfschmerz für unsere Gemeinde. Daher: Sagt dem Bürgermeister und den Stadträten Nein zu einem Formel-1-Rennen in unserer Nachbareschaft. Steuergelder sollten zum Wohl der Gemeinde verwendet werden, nicht für ein Autorennen.»

Einen Grand Prix von Miami gab es seit den 80er Jahren bis ins neue Millennium, als Sportwagenrennen, später als Lauf zur IndyCar-Serie. Damals waren die Auflagen zur Austragung eines Autorennens lascher, und die ganzen neuen Stadtteile existierten nicht.

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