Rätsel Racing Raritäten: Das war kein Silberpfeil

Von Mathias Brunner
Formel 1

​​​​​«Racing-Raritäten» zeigt einen Fahrer, der den besten Piloten der Welt die Stirn bot. Aber im vermeintlichen Silberpfeil lief gar nichts. Wer ist es? Wo und wann ist das Bild entstanden? Machen auch Sie mit!

Aus dem Archiv unserer Partner der britischen Foto-Agentur LAT stellen wir bekanntlich jede Woche ein kleines Stück Motorsporthistorie vor. Das Vorgehen ist kinderleicht – sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis. Bitte Namen, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der laufenden Woche, 24.00 Uhr.

Die richtige Lösung vom letzten Mal: Wir sehen den Italiener Riccardo Patrese in einem Procar-Alfa Romeo 164 bei einem Schaulauf in Monza 1988. Der damalige Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone wollte die Procar-Serie (1979 und 1980 mit identischen BMW M1) aufleben lassen, in leicht geänderter Form: Antreten sollten richtige Wölfe im Schafspelz, also Formel-1-Autos mit Silhouetten von Strassenautos. Als geeignet wurden Fahrzeuge anerkannt, die in einer Produktion von mindestens 25.000 Einheiten pro Jahr gefertigt werden. Abgesehen von einem diskreten Heckflügel waren alle aerodynamischen Hilfsmittel tabu, Felgen und Reifen (von Michelin) wurden der gewaltigen Power angepasst.

Ecclestone liess einen Brabham aufbauen mit Alfa Romeo 164-Silhouette und V10-Motor der Mailänder Autofirma, die Zeche bezahlten die Italiener. Probefahrten fanden mit dem langjährigen Fiat- und Lancia-Testfahrer Giorgio Francia sowie mit Riccardo Patrese statt, zunächst auf dem Alfa-Testgeländer von Balocco, später in Monza.

Mit den 750 Kilo des Autos hatten die 630 Pferdchen des 3,5-Liter-Saugmotors von Alfa leichtes Spiel: Von 0 bis 100 beschleunigte der Wagen in knapp zwei Sekunden, als Topspeed erreichte das Fahrzeug 350 km/h!

Ein ganzes Startfeld solcher Autos wäre atemraubend gewesen, leider zeigten die anderen Autohersteller Alfa Romeo und Ecclestone die kalte Schulter. Niemand wollte mitmachen, und so blieb dieses Fahrzeug ein Exot des Renntourenwagen-Baus. Die Fingerübung soll Alfa mehr als 350.000 Dollar gekostet haben, das entspricht heutigen 670.000 Euro! Hauptgrund für das zögerliche Verhalten: Der Wagen war Formel-1-Technik mit Serienhülle. Für dieses Geld konnte leicht ein richtiger GP-Renner aufgebaut werden.

Ab und an ist der Wagen bei Veranstaltungen historischer Rennfahrzeuge zu sehen, als vielbestaunte Rarität. Gefahren wird überaus vorsichtig: Der Geradeauslauf war naja, das Kurvenverhalten pfui. Der Wagen war komplett übermotorisiert und baute viel zu wenig Anpressdruck auf für eine vernünftige Kurvenfahrt.

Damit zum neuen Rätsel: Nicht alles, was silbern ist, ist auch ein Silberpfeil. Dieser Einsatz verlief er unter den Erwartungen und warf hohe Wellen.

Wer ist es?

Wo und wann ist das Bild entstanden?

Machen auch Sie mit – viel Spass beim Rätseln und viel Glück!

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