Lewis Hamilton: Instagram-Wirbel, Rat von Toto Wolff

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton unmittelbar nach seinem Sieg in Hockenheim

Lewis Hamilton unmittelbar nach seinem Sieg in Hockenheim

​Formel-1-Champion Hamilton hat sich auf Instagram über die Berichterstattung zu seiner Person beschwert und diesen Post später gelöscht. Was ihm Mercedes-Teamchef Toto Wolff rät.

Und wieder Wirbel um Lewis Hamilton auf den sozialen Netzwerken. Der Hockenheim-Sieger hat sich auf Instagram über die Berichterstattung im Fernsehen beklagt, ausgerechnet von jenem Sender, auf dem er eine zentrale Rolle spielt – von der britischen Sky. Der WM-Leader stellte einige Zeilen auf Instagram, nachdem er sich offenbar eine Aufzeichnung des Grossen Preises von Deutschland angeschaut hatte: «Ich sehe die Rennen ja selber nie, aber ich bin eben nach Hause gekommen und habe Sky geguckt. Ich finde es schon erstaunlich, wenn ich da früheren Rennfahrern zuhöre, und kein kann auch nur ein gutes Wort finden. Was immer der Grund dafür ist, es ist okay, ich vergebe euch. Positivität und Liebe gewinnen immer – egal, welche Worte ihr wählt, um mich zu untergraben. Ich bin auf den 14. Platz losgefahren und habe gewonnen. Gott ist gut, zu jeder Zeit.»

Nach einiger Zeit war dieser Post verschwunden. Seither wird gerätselt, wen Hamilton gemeint hat. Seinen früheren Stallgefährten Nico Rosberg sicher nicht, der als Formel-1-Experte für die britische Sky sowie für RTL im Einsatz war. Rosberg lobte die Siegesfahrt von Hamilton über den Klee. «Mit Lewis Hamilton muss man immer rechnen, wie tief er auch gefallen zu sein scheint. Das hat er in Hockenheim einmal mehr bewiesen. Er hat sich von dahin hinten nach vorne gekämpft, das war eine grosse Fahrt.»

Für Sky arbeiten auch Weltmeister Damon Hill, GP-Sieger Johnny Herbert, Le-Mans-Sieger Martin Brundle und DTM-Champion Paul di Resta.

Teamchef Toto Wolff hat seinem Star den Rat gegeben, sich von der Berichterstattung nicht deprimieren zu lassen. «Ich habe mit Lewis über solche Dinge gesprochen. Manchmal lässt du deinen Schutzschild runter, du bist zuhause, du bist vielleicht überschwänglich, dann stellst du den Fernseher an, und da sagt ein Kommentator etwas Negatives über dich. Das kann dir schon unter die Haut gehen.»

Nach dem Heimrennen in Silverstone hatte sich Lewis Hamilton über Leute aufgeregt, die ihn als schlechten Verlierer hinstellten – weil er sich über die Kollision mit Kimi Räikkönen beklagt hatte. Im Rahmen des Deutschland-GP meldete er sich nach dem Defekt im Qualifying ausführlich auf Instagram zu Wort. Ganz offensichtlich ist es dem vierfachen Weltmeister wichtig, sich mitzuteilen. Auch nach dem Hockenheim-GP hörte er gar nicht mehr auf zu reden – zum Glück für Fans und Bericherstatter. Denn nichts ist schlimmer als emotionsarme, einsilbige Antworten.

Toto Wolff sagt weiter: «Lewis trägt sein Herz auf der Zunge, und das finde ich gut so. Er spricht die Dinge offen und ehrlich an. Wir sind alle Menschen, wir haben Gefühle, und natürlich werden wir davon beeinflusst, was Andere über uns sagen. Auch ich nehme Dinge persönlich, obschon eine bestimmte Meinung für mich vielleicht gar nicht relevant ist. Ich respektiere, dass jemand eine andere Ansicht vertritt, aber wenn ein Wochenende zu einer erschöpfenden Achterbahnfahrt wird, dann ist das alles nicht mehr so einfach.»

«Gleichzeitig brauchen wir Kontroversen. Wir brauchen polarisierende Ansichten. Wir sollten nicht alles glattfönen.»

Klar war in der Medienrunde mit Wolff nach dem packenden Hockenheim-GP auch die Strafe für Lewis ein Thema – knapp drei Stunden lang musste Hamilton zittern, ob er seinen Sieg behalten durfte. Dann zeigten die Rennkommissare fürs Überfahren der weissen Linie bei der Boxeneinfahrt lediglich die gelbe Karte.

Toto Wolff: «Denkt ihr, der Elfmeter im Fussball-WM-Finale war gerechtfertigt? Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass selbst bei eingehender Analyse des Schiris am Ende die Menschen sagen – das war fifty-fifty. Ich glaube, die Entscheidung bei Hamilton war korrekt. Die Kommissare hätten ihm eine Fünfsekundenstrafe geben können, es lag in ihrem Strafmass, aber dann wäre der Sieg futsch gewesen, das wäre für den Sport nicht richtig gewesen. Aber könnte ich behaupten, dass ich mit den Strafen für Vettel in Frankreich oder für Räikkönen in England zufrieden gewesen bin? Nein, das war ich nicht.»

Zurück zu Lewis Hamilton. Nach dem Rennen sprach der 66fache GP-Sieger davon, dass er in Deutschland viel Negativität gespürt habe. «Wenn du nach England reist und dich dort bewegst, dann buht kein Fan. Wir haben in England ziemlich gute Formel-1-Anhänger. Hier gab es eine Menge Buhrufe. Das Merkwürdige ist: Ich habe mich darüber diebisch gefreut. Das ist ungewöhnlich. Es ist schräg, aber es hat mich glücklich gemacht. Denn ich sah in diesem roten Flaggenmeer auch einige Union Jacks. Du hast Menschen aus Mexiko, aus England, aus Nigeria, sie tragen Hamilton-Shirts, das sticht aus dem Rot heraus. Das war das Positive für mich. Und deshalb habe ich nach dem Rennen gesagt – Liebe überwindet alles.»

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