Horner sauer: «Zahlen viele Millionen an Renault»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Christian Horner

Christian Horner

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner konnte in Ungarn seinen Ärger über den Motorschaden von Max Verstappen nicht verbergen. Dafür gab es einen verbalen Seitenhieb auf Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul.

Als Max Verstappen seinen Red Bull Racing-Renner im Ungarn-GP am Streckenrand abstellen musste, liess er am Boxenfunk gleich einen ganzen Schwall von Flüchen vom Stapel. Die Journalisten im Pressesaal am Hungaroring scherzten angesichts der vielen Piepstöne, welche die unanständigsten Worte bei der Live-Übertragung ersetzten, dass der 20-Jährige damit einen neuen Rekord für den am stärksten zensierten Funkspruch aufgestellt habe.

Verstappen hatte allen Grund, sauer zu sein. Schliesslich hatte er sich gleich beim Start von der siebten auf die fünfte Position nach vorne gekämpft. Doch er kam nur fünf Runden und sechs Kurven weit, dann war sein Rennen gelaufen. «So wollte ich mich nicht in die Sommerpause verabschieden, das fühlt sich nicht an, als würde ich in den Urlaub fahren. Am liebsten würde ich wieder ins Auto steigen und ein gutes Ergebnis einfahren, doch das ist leider nicht möglich.»

Auch Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner stand der Ärger über die neuerlichen Sorgen mit der Renault-Antriebseinheit ins Gesicht geschrieben. Der Brite schimpfte noch während das Rennen lief im Live-TV-Interview mit Sky Sports F1: «Das ist bitter für Max, denn das war ein Motorschaden. Ich schätze, das ist für keinen hier eine grosse Überraschung.» Und er verriet: «Wir denken, es hängt mit der MGU-K zusammen.»

«Ich will das gar nicht gross kommentieren», winkte der 44-Jährige ab, und fügte spitz an: «Wir zahlen Renault viele Millionen für diese Motoren, die erstklassige Spitzenprodukte sein sollten. Es ist aber ziemlich klar, dass sie diese Erwartungen nicht erfüllen. Das ist natürlich sehr frustrierend.»

Horner konnte sich denn auch eine verbale Spitze gegen Renault-Sport-Chef Cyril Abiteboul nicht verkneifen. Über den Ingenieur aus Paris, der das Sportprogramm der Franzosen leitet, sagte der Red Bull Racing-Teamchef: «Ich überlasse es Cyril, hinterher die Ausreden dafür zu liefern.»

Immerhin sorgte der zweite Red Bull Racing-Star Daniel Ricciardo mit seiner Fahrt auf den vierten Rang dafür, dass sich der Schaden der roten Bullen in Grenzen hielt. Dieser fasste hinterher zusammen: «Wir hatten ein ziemlich gutes Auto und ich kam von Position 16, die ich nach der ersten Runde belegte, auf den vierten Platz.»

Der Australier, dessen Renner ganz zum Schluss des zwölften Saisonlaufs auf dem Hungaroring noch von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas beschädigt wurde, erklärte: «Ich wusste, dass sein Silberpfeil bereits von der Kollision mit Vettel beschädigt war, deshalb dachte ich auch, dass es ein Leichtes sein würde, ihn zu überholen. Aber er stach offensichtlich zu tief in die erste Kurve hinein. Ich konnte sein Auto nicht sehen, weil er im toten Winkel lag, deshalb liess ich ihm etwas Platz, doch dann erwischte er mich.»

«Zum Glück drehte ich mich nicht. Ich dachte mir schon, dass er dafür eine Strafe kassieren würde, aber ich wollte ihn unbedingt auf der Strecke überholen, und das habe ich in der letzten Runde auch getan. Ich bin happy, dass ich es ins Ziel geschafft habe und ein paar Punkte sammeln konnte», fügte Ricciardo an.

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