Investor Lawrence Stroll: Seine Pläne mit Force India

Von Mathias Brunner
Lawrence und Lance Stroll

Lawrence und Lance Stroll

​Der kanadische Milliardär Lawrence Stroll (59) hat vor der Force-India-Belegschaft in Silverstone seine Antrittsrede gehalten. Wie der Milliardär die zweimaligen WM-Vierten vorwärtsbringen will.

Lawrence Stroll hat Force India gerettet, zusammen mit einer Gruppe von Investoren, darunter der kanadische Geschäftsmann Andre Desmarais, Jonathan Dudman (Monaco Sports und Management), Unternehmer John McCaw, der Finanzexperte Michael de Picciotto, der Modeunternehmer John Idol und Strolls Geschäftspartner Silas Chou. Es ist nicht bekannt, wie die neuen Force-India-Besitzer den Besitz des Rennstalls unter sich aufgeteilt haben.

Vor dem Belgien-GP hat Stroll vor der Force-India-Belegschaft seine Antrittsrede gehalten. «Ich habe mich den 400 Angestellten gesagt, welch tollen Job sie in den vergangenen Jahren gemacht haben. Die Firma ist nur so stark wie ihre Mitarbeiter, und es ist ein Privileg, diese Reise mit so talentierten Leuten zu beginnen. Ich bin in der glücklichen Lage, zahlreiche Geschäfte aufgebaut zu haben, aber der Rennstall ist von all meinen Projekten wohl die aufregendste Herausforderung. Mit den anderen Teilhabern werden wir in neue Ressourcen investieren und zusätzliche Fachkräfte bringen. Force India ist von echtem Racer-Geist beseelt, und ich freue mich darauf, das Team auf die nächste Stufe zu heben.»

Lawrence Stroll – am 11. Juli 1959 als Lawrence Sheldon Strulovitch geboren – ist seinem Vater in die Bekleidungsindustrie gefolgt. Leo Strulovitch hatte seinem Sprössling vorgelebt, wie man Selfmade-Millionär wird, indem er einige der bekanntesten Modemarken der Welt nach Kanada brachte. 1990 ging Lawrence Stroll mit Silas Chou aus Hong-Kong ein Bündnis ein, was zur Gründung der Firma «Sportswear Holdings» führte. Die beiden investierten ihr Geld in eine damals wenig bekannte Firma namens Tommy Hilfiger – heute eines der renommiertesten Mode-Labels der Welt, Partner von Mercedes-Benz und Lewis Hamilton. Auch Chou ist ein Schwergewichtler: Seiner Familie gehört eines der grössten Textilfabrikations-Netzwerke von ganz Asien. Stroll und Chou inhalierten den Schmuckhersteller Asprey, sie mieteten sich in New York im Trump Tower ein.

Strolls Vermögen bewegt sich im Bereich von zwei Milliarden Euro, der Börsengang der Marke Michael Kors katapultierte ihn unter die 1000 reichsten Menschen der Welt. Stroll ist bekennender Rennfan, seine Sport- und Rennwagensammlung besteht aus zahlreichen Ferrari wie ein wundervoller 250 GTO, er ist Ferrari-Händler in Québec und besitzt darüber hinaus die Rennstrecke von Mont-Tremblant bei Montreal.

Was für diesen Mann mit Benzin im Blut zu spät kommt, erlebt er durch seinen Sohn Lance: eine Rennkarriere. Der 19jährige Lance Stroll, der 2018 mit Williams hinterherfährt, soll sobald als möglich in einem Force-India-Renner sitzen.

Ende 2005 verkaufte Team-Gründer Jordan seinen in Silverstone sesshaften Rennstall, daraus wurde Midland, dann Spyker, schliesslich Force India. Übergangsmässig heisst das Team derzeit «Racing Point Force India». Das wird sich ändern. Der neue Teamchef Otmar Szafnauer: «Wir haben nach der Rettung des Rennstalls jetzt Zeit zu entscheiden, wie das Team 2019 heissen soll. Um den Namen erneut zu ändern, brauchen wir eine angemessene Bezeichnung, ein Name, der dauerhaft bleiben wird, und dazu ist die Zustimmung der Formel-1-Kommission vonnöten. Wir haben einige Monate Zeit für die Nennung 2019, da können wir uns das in Ruhe überlegen.»

Fest steht nur: Die Worte Force India werden verschwinden.

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