Ferrari & Mercedes: Details entscheiden Spitzenkampf

Von Rob La Salle
Mattia Binotto und Aldo Costa

Mattia Binotto und Aldo Costa

Ferrari-Technikchef Mattia Binotto und Mercedes-Konstruktionsleiter Aldo Costa sind sich einig: Der Maranello-Renner und der Silberpfeil liegen in diesem Jahr leistungsmässig sehr nahe beieinander.

Die Formel-1-Fans dürfen sich auf einen spannenden zweiten Teil der diesjährigen Saison freuen – zumindest wenn es nach den Technik-Verantwortlichen der Spitzenreiter-Teams Mercedes und Ferrari geht. Denn auf dem Circuit de Spa-Francorchamps hat die Mannschaft aus Maranello bewiesen, dass man in der Sommerpause bei der Motor-Performance einen wichtigen Schritt nach vorne machen konnte.

Nach der 44-Runden-Hatz auf der Highspeed-Achterbahn in den Ardennen, die WM-Leader und Polesetter Lewis Hamilton als Zweiter hinter seinem Ferrari-Kontrahenten Sebastian Vettel beendet hatte, hielt Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff denn auch gewohnt offen fest: «Ferrari war heute einfach schneller als wir, Lewis Hamilton hatte keine Chance.»

Auf die Frage, in welchen Bereichen die Roten stärker als die silberne Konkurrenz sind, erklärte Ferrari-Technikchef Mattia Binotto in Monza: «Ich schaue mir lieber das Gesamtpaket an und versuche nicht, verschiedene Faktoren einzeln zu betrachten. Denn auch bei der Entwicklung fokussieren wir uns nicht nur auf einen Bereich, sondern auf alle Aspekte des Autos. Ich denke, insgesamt war der Unterschied zwischen uns und Mercedes letztlich klein. Sie hatten im Quali die Pole erobert und waren damit in dieser Disziplin offensichtlich die Stärksten. Und im Rennen glaube ich, dass wir ziemlich gleich stark waren. Es wird also sehr schwierig, genau herauszufinden, wo die kleinen Unterschiede liegen.

«Unser Gesamtpaket funktioniert ganz gut, sowohl was die Aerodynamik und das Chassis als auch was die Mechanik und die Antriebseinheit angeht», fügte der Italiener stolz an, und betonte: «Wir sind im Vergleich zum Vorjahr sicherlich stärker geworden, in Spa waren wir etwa vor zwölf Monaten noch nicht so konkurrenzfähig wie in dieser Saison.»

«Seit dem ersten Vorsaison-Test haben wir immer gesagt, dass wir das Auto auf mittelschnellen und schnellen Kursen verbessern wollen und das ist uns offenbar auch gelungen. Denn auf jenen Kursen, auf denen die Effizienz des Renners eine grosse Rolle spielt, wie etwa Silverstone oder eben Spa, haben wir gute Resultate erzielt. Und meines Erachtens ist das eine gute Basis für die verbleibenden Rennen in diesem Jahr. Das Auto ist sicherlich effizienter als sein Vorgänger.»

Trotzdem bleibt Binotto mit Blick auf den restlichen Saisonverlauf vorsichtig. Er mahnt, dass die Saison noch lange nicht zu Ende ist: «Es liegen noch acht Rennen vor uns, der Weg ist also noch lang und ich erwarte einen schwierigen Spitzenkampf.» Das sieht Mercedes-Konstruktionsleiter Aldo Costa ähnlich. Der Landsmann von Binotto bestätigte: «Wie Mattia gesagt hat, sind die beiden Autos leistungsmässig sehr, sehr nahe beieinander, der Abstand ist kleiner als in der Vergangenheit.»

«Wir hoffen natürlich, dass wir wie im Vorjahr im zweiten Teil der Saison wieder zulegen können. Aber Ferrari wird wohl alles daran setzen, das zu verhindern», weiss Costa, der auch klarstellt: «Es ist ein sehr enger Spitzenkampf, der sich mit jedem Rennen wieder neu entfaltet. Und wir werden bis zum letzten Saisonlauf neue Teile ans Auto bringen, um die Performance so gut wie möglich zu verbessern.»

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