Max Verstappen: «Wie will Hamilton das bitte wissen?»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen

Max Verstappen

​Der entgangene dritte Platz von Monza wurmt Max Verstappen: «Ich kann an der Strafe nichts ändern. Aber das muss nicht heissen, dass ich sie gutheisse.» Und er wundert sich über Aussagen von Lewis Hamilton.

Max Verstappen kreuzte als Dritter die Ziellinie von Monza. Aufs Siegerpodest durfte der Red Bull Racing-Pilot nicht. Die Rennkommissare sahen es als erwiesen an, dass er seinem Rivalen Valtteri Bottas im Zweikampf zu wenig Raum gelassen hatte. Das setzte eine Fünfsekundenstrafe, und damit fiel der 20jährige Niederländer hinter Bottas und Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel zurück. Das wurmt den vierfachen Grand-Prix-Sieger noch immer, wie er im Fahrerlager von Singapur betont.

«Ich habe mich beruhigt, aber wenn ich mich unfair behandelt fühle, dann werde ich wütend – so wie in Monza. Gut, ich hätte Bottas vielleicht ein paar Millimeter schenken können. Aber ich fand, das war genügend Raum für ihn. Ich habe Videos von früher angeschaut. Das Gleiche passierte zwischen Stroll und Massa. Felipe war clever und ist dem anderen nicht ins Auto gefahren wie Bottas mir. Absicht war das natürlich keine, bei Tempo 340 und innerhalb von Millisekunden ist das ganz schwierig. Aber meine Aufgabe besteht nicht darin, meinen Gegnern das Leben leicht zu machen. Ganz im Gegenteil. Die Strafe war sehr hart. Und andere Piloten sind sich in Italien ins Auto gefahren, mit beschädigten Fahrzeugen und dem ganzen Programm, bei uns hatten die Wagen so gut wie nichts. Dennoch kam diese Strafe.»

«Ich kann die Entscheidung nicht ändern. Aber mir bleibt doch gar nichts Anderes übrig, als mich mit Zähnen und Klauen zu verteidigen, wo ich diesen Power-Nachteil habe. Ich sehe auch keinen Grund, an meinem Fahrstil irgend etwas zu ändern. Wenn ich die Chance auf einen dritten Platz erkenne, dann will ich den bis ins Ziel behalten.»

Sind wir nicht am Punkt, an welchem wir permanente Rennkommissare brauchen? Max: «Ja, aber hier ist das Problem – wenn das dann Offizielle sind, die dich im Visier haben, dann bist du echt geliefert. Das Ganze ist nicht einfach, es ist auch für die Rennpolizei nicht einfach. Ich will nur, dass die Strafen fair und gleichmässig sind.»

Was rechnet sich Max fürs kommende Wochenende aus? Verstappen: «Wenn wir unsere Situation realistisch betrachten, dann ist unser Power-Rückstand grösser als vor einem Jahr. Im letzten Jahr fehlten uns drei Zehntelsekunden auf Vettel. Das wird hart. Aber unser Auto liegt sehr gut, ich hoffe, wir können ein wenig mehr aus dem Motor kitzeln.»

«Vor einem Jahr brachten wir ein grosses Update nach Singapur, das half eine Menge. In diesem Jahr ist das Auto von der Basis her besser, aber unterm Strich wird unsere Aufgabe mindestens so schwierig, weil wir vom Motor her einfach benachteiligt sind. Im Training werden wir wie üblich gut aussehen, dann drehen sie Leistung hoch, und das war’s. Die C-Version von Renault ist ein wenig besser.»

Lewis Hamilton hat hier in Singapur gesagt, Red Bull Racing habe die Entwicklung des 2018er Autos eingestellt. «Ich weiss nicht, woher er das wissen will», sagt dazu Verstappen. «Davon würde ich wohl wissen. Nein, das stimmt nicht.»

Wie sieht Max Verstappen die jüngsten Entwickungen auf dem Fahrermarkt? Max: «Für Esteban Ocon ist das alles ein wenig unglücklich. Das Timing passt derzeit einfach nicht. Aber ich bleibe davon überzeugt, dass er in der Formel 1 eine grosse Zukunft hat. Mit 38 wird Kimi ein wenig alt, Ferrari wollte offenbar jetzt das Risiko mit einem jungen Piloten eingehen. Das ist für Charles Leclerc wunderbar. Aber im zweiten Jahr gleich gegen Vettel antreten zu müssen, das wird ein hartes Stück Arbeit. Ich weiss aber, wie gross das Talent von Leclerc ist, der kann mit diesem Druck umgehen.»

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