Sergio Pérez, Sergey Sirotkin: Böse Buben in Singapur

Von Rob La Salle
Formel 1
Sergey Sirotkin gegen Sergio Pérez in Singapur

Sergey Sirotkin gegen Sergio Pérez in Singapur

​Sergey Sirotkin war in Singapur als rollende Schikane unterwegs, Sergio Pérez geriet an seinen Stallgefährten Ocon, dann an Sirotkin. Auch Romain Grosjean wurde bestraft. Sie sind die bösen Buben von Singapur.

Formel-1-Rennleiter Charlie Whiting konnte nach dem Singapur-GP nur den Kopf schütteln. «Ich habe selten erlebt, dass ein Fahrer die blauen Flaggen so hartnäckig ignoriert wie Romain Grosjean. Offenbar hat er komplett vergessen, was blauen Flaggen bedeuten. Und die besagen nun mal, dass du Platz machen musst, auch wenn du selber in einen Zweikampf verwickelt bist. Ich weiss nicht, wie oft ich das den Kerls eingebläut habe, aber Romain hat das offenbar nicht interessiert. Entlang der Strecke wurden auf den Leuchttafeln blaue Flaggen und seine Nummer gezeigt, klarer kann das wohl nicht sein.»

Aber Grosjean war nicht der einzige Fahrer, über den sich Whiting wunderte und dazu das halbe Startfeld obendrein. Force-India-Fahrer Sergio Pérez brachte das Kunststück fertig, zuerst seinen Stallkollegen Esteban Ocon in die Begrenzungsmauer zu boxen, danach fuhr er Sergey Sirotkin ins Auto. Der Russe wiederum zog Unmut auf sich, weil er als rollende Schikane unterwegs war und Toro-Rosso-Fahrer Brendon Hartley von der Bahn ellbögelte.

Sky-GP-Experte Martin Brundle hat miterlebt, wie es im Nachtrennen von Singapur offenbar einigen Piloten etwas heiss unterm Helm wurde. Der Sportwagen-Weltmeister von 1988 sagt: «Ich bleibe bei meiner Meinung, die ich schon während der Live-Übertragung vertreten habe – Pérez hätte Ocon mehr Raum lassen müssen. Ich kann ihm das einfach nicht so recht glauben, wenn er beteuert, er habe nicht erwartet, dass rechts aussen neben ihm noch ein Gegner liege. Zu seinen Gunsten würde ich argumentieren: An seiner Innenseite lag ein Haas, der Mexikaner konzentrierte sich auf die folgende Linkskurve. Ocon wiederum versuchte es aussen, da kommt die Mauer der Piste immer näher, und wenn du eine Attacke wagst, dann brauchst du schon ein wenig Goodwill deines Rivalen.»

«Das weitere Rennen von Pérez war etwas verrückt, vor allem als er von Sergey Sirotkin aufgehalten wurde, der kooperationsfähig wie ein störrischer Esel war. Ich fand es einigermassen ironisch, dass Pérez nur deshalb auf Sirotkin auflief, weil der Russe an die Box fahren musste, wegen eines Reifenschadens des Pérez/Ocon-Crashes. So weit zum Thema Karma.»

«Der Moskauer fuhr ziemlich langsam, aber auf der Ideallinie. Zunächst sah es so aus, als wäre Sergio am Williams vorbeigekommen, dann aber setzte sich Sirotkin wieder auf gleiche Höhe, worauf Pérez beschloss, auch ihn von der Bahn zu kegeln. Ich finde: Eine Durchfahrtstrafe gegen Pérez war da sehr gnädig. Ich hätte ein härteres Vorgehen gegen einen scheinbar absichtlichen Rempler verstehen können. Ich habe jedenfalls Sperren gegen Piloten erlebt, deren Fouls weniger augenfällig waren.»

«Sirotkin machte das alles offenbar wenig aus. Er fuhr weiter in gemächlichem Tempo, in einem langsamen Auto mit Reifen, die keine schnellere Fahrt erlaubten. Eines ist sicher: Wenn ich nach der nächsten Flugreise hinter ihm zur Passkontrolle komme, wähle ich eine andere Schlange. An dem werde ich sicher nicht vorbeikommen.»

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