Ducati: Warum Iker Lecuona keinen Bulega-Durchmarsch erwartet
Durchwachsener Auftakt der Superbike-WM 2026 auf Phillip Island für Iker Lecuona: starke Aufholjagd im Sprint, Frust im Regenrennen – und klare Worte zu Ducati-Kollege Nicolo Bulega.
Nach einem wechselhaften Auftakt der Superbike-WM 2026 auf Phillip Island zog Ducati-Werkspilot Iker Lecuona ein gemischtes Fazit. Mit den Platzierungen 13 in der Superpole, Rang 6 in Rennen 1, Platz 9 im Superpole-Rennen und Position 8 im verregneten zweiten Lauf verließ der Spanier Australien als WM-Sechster – und damit lediglich als fünftbester Ducati-Pilot.
Wie erwartet stand Lecuona klar im Schatten seines Teamkollegen Nicolo Bulega, der alle drei Rennen souverän gewann. Dennoch glaubt der Ducati-Neuzugang nicht daran, dass die Dominanz seines Teamkollegen dauerhaft anhält: «Nein», ist Lecuona überzeugt.
«Er liebt diesen Kurs und kann hier immer einen Unterschied ausmachen. Ich oder andere Fahrer werden ihn auf anderen Strecken, auf denen er diesen Unterschied nicht ausmachen kann, herausfordern. Dann wird er stärker zu kämpfen haben. Mit Sicherheit wird er konstant um Siege kämpfen können, doch nicht mit so viel Vorsprung», prophezeit Lecuona.
Kein Top-5-Ergebnis beim Ducati-Debüt
Besonders im Superpole-Rennen zeigte Lecuona Kampfgeist. Nach einem Rückschlag in der Anfangsphase arbeitete er sich eindrucksvoll nach vorne: «Im Sprint wurde ich von einer Yamaha in Kurve 1 nach außen gedrängt und war in Kurve 2 Letzter. Innerhalb von zehn Runden kämpfte ich mich bis auf Platz 9 vor. In der letzten Runde überholte ich beide BMWs.»
Im zweiten Lauf im Regen lief es hingegen deutlich schwieriger. Vor allem fehlender Grip am Hinterrad machte ihm zu schaffen: «In der Aufwärmrunde bestätigte sich mein Eindruck, dass ich am Heck keinen Grip habe. Ich konnte also nicht in Schräglage fahren, weil der Hinterreifen immer wegrutschte. Es war ein wirklich schwieriges Rennen für mich.»
In der Schlussphase verschärften sich die Probleme: «In den letzten fünf Runden war es noch schwieriger. Eigentlich wollte ich Locatelli einholen. Ich machte viele Sekunden auf ihn gut. Doch dabei beanspruchte ich den Reifen zu stark. Bergab in Kurve 10 konnte der Hinterreifen den Vorderreifen nicht unterstützen. Mein Motorrad wurde sehr unruhig. Das müssen wir besser verstehen und daran arbeiten, um die Situation zu verbessern. Eigentlich war es ein Tag, an dem wir ums Podium oder einen vierten Platz hätten kämpfen müssen. Es ist nicht unsere Position. Wir müssen weiter vorne sein. Es frustriert mich ehrlich gesagt.»
Lecuona unzufrieden: Kein gutes Gefühl beim Abschluss
Entsprechend niedergeschlagen fiel sein Gesamtfazit aus: «Ich beendete das Wochenende mit einem wirklich schlechten Gefühl. Und das Gefühl ist für mich entscheidend. Mich kümmert es nicht, ob ich Achter, Vierter oder Fünfzehnter werde. Mir geht es ums Gefühl auf dem Motorrad. Und das Gefühl im zweiten Rennen war das schlechteste der ganzen Woche. Und das frustriert mich. Ich wollte das Wochenende mit einem besseren Gefühl beenden.»
Dabei hatte Lecuona Australien im Vorfeld bewusst als Test betrachtet und wollte ohne große Erwartungen anreisen – sein Ehrgeiz blieb dennoch ungebrochen: «Ich bin ein Fahrer. Ich bin mir bewusst, dass das eine gute Chance ist.»
Trotz des Frusts über das Regenrennen sieht der Ducati-Pilot positive Ansätze in der Entwicklung: «Mit der Entwicklung bin ich sehr zufrieden. Wir lernen jedesmal etwas, wenn ich aufs Motorrad steige. Das macht mich happy. Das Team ist auch happy.»
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