Ex-Formel-1-Fahrer Robert Wickens querschnittsgelähmt

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Erstmals hat Ex-F1-Fahrer Robert Wickens (29) das ganze Ausmass seiner Verletzungen enthüllt: Nach dem schlimmen IndyCar-Unfall von Pocono am 19. August ist der Kanadier querschnittsgelähmt.

In Mexiko stehen im ersten freien Training zwei Kanadier im Formel-1-Einsatz: Williams-Fahrer Lance Stroll sowie Force-India-Reservist Nicholas Latifi. Mit etwas Glück würde heute ein anderer Kanadier Formel 1 fahren – Robert Wickens. Der Rennfahrer aus Toronto stellte mehrfach sein Talent unter Beweis: 2011 Gesamtsieger der Formel Renault 3.5 (vor dem späteren Toro-Rosso-Fahrer Jean-Eric Vergne), ein Jahr zuvor war er in der GP3 Gesamtzweiter hinter Esteban Gutiérrez geworden (wie Vergne schaffte es auch Gutiérrez in die Formel 1). Wickens durfte für Renault Formel 1 testen, er wurde 2011 Testfahrer von Virgin Racing (später Marussia) und nahm am freien Training zum Grossen Preis von Abu Dhabi teil. Aber dann verflüchtigten sich die GP-Möglichkeiten.

Wickens wechselte in die DTM und fuhr jahrelang Tourenwagen (Gesamtvierter 2016). Aber im Herzen blieb er immer Monoposto-Fahrer: 2018 stieg er deshalb in die IndyCar-Serie ein. Schon beim zweiten Rennen in Phoenix stand er auf dem Siegerpodest (als Zweiter hinter Josef Newgarden), ein weiterer zweiter Platz (Mid-Ohio hinter Alexander Rossi) sowie zwei dritte Ränge (in Indy-GP und beim Heimrennen in Toronto) folgten. Am Ende der Saison wurde er zum besten Neuling des Jahres gewählt – aber zu diesem Zeitpunkt war Robert Wickens kein Rennfahrer mehr. Nach einem fürchterlichen Unfall am 19. August 2018 in Pocono bangte die Rennwelt um den beliebten Kanadier. Angesichts der Unfallbilder ist es ein kleines Wunder, dass der Kanadier überlebt hat. Bald kursieren Gerüchte um seinen Gesundheitszustand. Nun hat Wickens selber Stellung genommen: Er ist querschnittsgelähmt.

Zuvor war dieses Wort immer vermieden worden. Aber die Liste der Verletzungen liess Übles ahnen. Wickens erlitt demnach eine Fraktur der Brustwirbelsäule, eine Rückenmarksverletzung, eine Nackenfraktur, Frakturen beider Schien-und Wadenbeine, Frakturen in beiden Händen, einen gebrochenen rechten Unterarm, einen gebrochenen Ellbogen, vier gebrochene Rippen sowie eine Lungenquetschung. Immer wieder wurde von einem langen Weg zurück gesprochen, nie aber von Paraplegie.

Robert Wickens stellt nun klar: «Ich habe heute erstmals als Paraplegiker versucht, vom Bett in einen Rollstuhl umzusteigen. Mein Oberkörper wird immer stärker. Ich hoffe, ich kann das bald ohne fremde Hilfe machen. Ich kann die Beine leicht bewegen, aber die Wahrheit ist – ich bin weit davon entfernt, wieder selber gehen zu können. Einige Leute waren ein wenig verwirrt, was die Ernsthaftigkeit meiner Verletzung angeht, also wollte ich euch das selber wissen lassen. Ich habe noch nie so hart gearbeitet in meinem Leben. Ich gebe alles, um diesen Nerven in meinen Beinen einen Funken zu zünden.»

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