Unrühmliches Ende: Renault-Chef Ghosn verhaftet

Von Andreas Reiners
Formel 1
Carlos Ghosn mit Christian Horner

Carlos Ghosn mit Christian Horner

Riesenwirbel um den 64jährigen Renault/Nissan-Konzenchef Carlos Ghosn. Dem in Brasilien geborenen Franzosen mit libanesischen Wurzeln werden zahlreiche Vergehen zur Last gelegt. Nun wurde er verhaftet.

Es war wie im Film: Am Montag stieg Carlos Ghosn am Flughafen Tokio-Haneda aus einem Privatjet des Modells Gulfstream 650. Noch vor Ort wurde er von der Polizei zum Verhör gebracht, wenig später dann verhaftet. Neben Ghosn wurde auch Greg Kelly festgenommen, bei Nissan der Representative Director.

Die Vorwürfe gegen Ghosn haben es in sich: Steuerhinterziehung, Finanzmanipulation und die Nutzung von Firmengeldern für private Zwecke. Wie es scheint, geht eine schillernde Manager-Karriere auf unrühmliche Art und Weise zu Ende.

Der japanische Nissan-Konzern hatte am Montag bestätigt, Konzernchef Ghosn habe Firmengelder für private Zwecke missbraucht. Ghosn hält die Fäden im Dreieck der drei Autobauer Renault, Nissan und Mitsubishi in seinen Händen. Gemäß Berichten in japanischen Medien, laufen Ermittlungen gegen ihn wegen unzulässiger Geschäftspraktiken seit Monaten. Der Nissan-Verwaltungsrat will ihn ablösen, und das schon am Donnerstag.

Medien hatten berichtet, Ghosn habe seit 2011 über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 40 Millionen Euro Einkommen zu wenig angegeben. Die französische Regierung fordert nach der Verhaftung eine kommissarische Führung des Konzerns. «Herr Ghosn ist heute nicht in der Lage, das Unternehmen zu führen», sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag.

Der 64jährige Ghosn gehört zu den charismatischsten Autokonzern-Chefs. Der in Brasilien zur Welt gekommene Franzose mit libanesischen Wurzeln hatte die japanischen Autobauer Nissan und Mitsubishi wieder auf Kurs gebracht und Renault modernisiert.

2017 hatte Ghosn angekündigt, bei Nissan ein wenig kürzer zu treten, um sich mehr um Mitsubishi zu kümmmern. Aufgrund seiner rigorosen Sparprogramme wird Ghosn in Frankreich «le cost killer» genannt. Er hatte auch Nissan aus dem Schuldensumpf geführt.


Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Hondas MotoGP-Auftritt verkommt zum Problemfall

Günther Wiesinger
Honda wartete sehnsüchtig auf die Rückkehr des sechsfachen MotoGP-Champions Marc Márquez, aber auch dessen Comeback brachte den größten Motorradhersteller der Welt bisher nicht auf die Siegerstraße zurück.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo.. 21.06., 23:10, Motorvision TV
    FIM Enduro World Championship
  • Mo.. 21.06., 23:40, Motorvision TV
    FIM World Motocross Champiomship
  • Di.. 22.06., 00:25, Motorvision TV
    IMSA WeatherTech SportsCar Championship 2020
  • Di.. 22.06., 00:45, Eurosport
    ERC All Access
  • Di.. 22.06., 01:15, Eurosport 2
    Motorsport: ESET V4 Cup
  • Di.. 22.06., 01:15, Eurosport
    Motorsport: ESET V4 Cup
  • Di.. 22.06., 02:40, Motorvision TV
    Top Speed Classic
  • Di.. 22.06., 05:15, SPORT1+
    Motorsport - IndyCar Series
  • Di.. 22.06., 05:15, Hamburg 1
    car port
  • Di.. 22.06., 05:30, Puls 4
    Café Puls mit PULS 4 News
» zum TV-Programm
7DE